802.11n

Wahl der Kanalfrequenz kann zu Problemen führen

Der 802.11n-Standard unterstützt die lizenzfreien Frequenzbänder in den Bereichen 2,4 und 5 Gigahertz (GHz). Während die 802.11a/b/g-Netze bislang ausschließlich 20 Megahertz (MHz) breite Kanäle nutzen, können beim 802.11n entweder 20 oder 40 MHz breite Kanäle verwendet werden. Ein 40-MHz-Kanal besteht aus zwei angrenzenden (Primary und Secondary) 20-MHz-Kanälen. Weil im 2,4-GHz- Band nur 70 MHz zur Verfügung stehen und dieses Frequenzband von vielen anderen Funkgeräten (etwa Bluetooth, 802.11b/g-Geräte) bereits stark belegt ist, würde ein Betrieb mit 40 MHz breiten Kanälen in den meisten Fällen zu einer Störung der bestehenden Netze führen.
Entsprechend kontrovers diskutierte die IEEE das Thema 40-MHz-Kanäle im 2,4-GHz-Band. Im Januar 2007 fand die Arbeitsgruppe eine Lösung in Form der Koexistenzprotokolle. Die Koexistenzfunktionen definieren Methoden zur Erkennung von WLAN-Aktivitäten im Frequenzband. Dadurch ist das System in der Lage, den zweiten Kanal mit anderen Basic Service Sets (BSS) zu teilen und bei Bedarf den Kanal zu wechseln, um Interferenzen zu vermeiden. Die Koexistenz unterschiedlicher Standards ist in der Regel aber nur ein Problem im 2,4-GHz-Band. Im 5-GHz-Band stehen dagegen genügend Spektrum und mehr Kanäle zur Verfügung.
Aus diesem Grund kommt es hier weniger zu Konkurrenzsituationen, in denen sich verschiedene Funktechniken und Geräte eventuell stören. Deshalb sollte sich der IT-Verantwortliche überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, zwei Funknetze aufzubauen: eines für ältere Geräte, also 802.11b/g, und ein neues Netz im 5-GHz-Band für 802.11n. Damit schlägt der Entscheider laut Colubris-Manager Walder gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Er umgeht die Konkurrenzsituation bei der Kanalwahl und verhindert gleichzeitig, dass ältere WLAN-Stationen das schnelle 802.11n-Funknetz ausbremsen.

Größere Datenpakete durch Aggregation
Der Datendurchsatz in einem Funknetz ist jedoch nicht nur von den physikalischen Funkbedingungen, sondern auch vom Verhältnis zwischen Nutzdaten und Paket-Headern abhängig. Je länger ein Paket ist - also je mehr Nutzdaten es enthält -, desto höher ist der Durchsatz. Der 802.11n-Standard vergrößert die maximale Paketgröße durch Aggregierungstechniken und erreicht so höhere Durchsatzraten als die bisherigen WLAN-Standards. Um davon in der Praxis auch wirklich zu profitieren, muss die Anwendung die entsprechenden Mechanismen unterstützen beziehungsweise mit großen Paketen zurechtkommen.
Die neue WLAN-Technik mit ihren hohen Durchsatzraten sorgt zudem noch in einem anderen Bereich für Probleme: Das Backbone der WLAN-Infrastruktur muss dieses Datenaufkommen auch verkraften. Während bisher verwendete WLAN-Systeme mit ihren rund 20 MBit/s Datendurchsatz die vorhandene Kabelinfrastruktur nicht sonderlich belasteten, sieht dies bei 802.11n ganz anders aus. "Hier steigt das Datenaufkommen um den Faktor zehn", rechnet Colubris-Systems-Engineer Walder vor.
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