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WLAN optimal einrichten

15.11.2013 | 12:25 Uhr |

Wenn sich der Datenverkehr im WLAN nur im Schneckentempo bewegt, helfen systematische Kontrollen der Router-Einstellungen und einige Experimente, um die optimale Funkleistung für das eigene WLAN herauszuholen.

Wer in der Stadt wohnt, hat nicht selten einen ganzen Wald an benachbarten WLAN-Routern in unmittelbarer Reichweite auf einem sehr begrenzten Frequenzband. Aber auch Wände und Möbel dämpfen die Signalstärke. Frust kommt auf, wenn gerade beschaffte Neugeräte schlechten Empfang haben oder unter Verbindungsabbrüchen im Minutentakt leiden.

802.11b-Kompatibilität ist ein Bremsklotz

Noch vor jedem Feinschliff hinsichtlich Standort, Antennenausrichtung, Kanalwahl oder Extra-Hardware lohnt sich der Blick in die Einstellungen des WLAN-Routers. Viele Geräte werden im gemischten Modus vorkonfiguriert, um abwärtskompatibel zu alten Komponenten mit dem Funkstandard 802.11b zu sein. Wenn keine Uralt-Geräte mit 802.11b vorhanden sind, gibt es keinen Grund, diesen zu verwenden. Bei Altgeräten mit diesem Standard lohnt sich der Austausch. Denn diese wirken wie ein Bremsklotz, auch wenn gar keine Daten gesendet werden. Der gemischte Modus 802.11g/n/ac hat keine nachteiligen Effekte. Auch bei Dual-Band-Routern, die sowohl auf 5 GHz und 2,4 GHz funken, stören sich die Frequenzbänder nicht.

Netzwerk-Probleme systematisch lösen

Kein guter Mix: Wenn nicht wirklich noch Geräte mit dem 802.11b-Standard im Netzwerk sind, ist der gemischte Modus ungünstig. Prüfen Sie auch, ob Sie auf einem Endgerät den b-Standard eingestellt haben, ohne dass dies technisch nötig wäre.
Vergrößern Kein guter Mix: Wenn nicht wirklich noch Geräte mit dem 802.11b-Standard im Netzwerk sind, ist der gemischte Modus ungünstig. Prüfen Sie auch, ob Sie auf einem Endgerät den b-Standard eingestellt haben, ohne dass dies technisch nötig wäre.

Abstand halten: Einen freien Kanal finden

Damit sich benachbarte WLANs nicht stören, ist der Frequenzbereich in Kanäle aufgeteilt: Das 2,4-GHz-Band ist in Europa in dreizehn Kanäle aufgeteilt mit je 20 MHz Breite. Weil die Funkkanäle eng nebeneinander liegen, sollten Sie zu fremden WLANs in Reichweite mindestens vier Kanäle Abstand halten. Funkt also ein Nachbar auf Kanal 1, sollte Ihr Router Kanal 7 benutzen. Optional kann bei 802.11n auch eine Bandbreite von 40 Mhz genutzt werden, und in diesem Fall sollten acht Kanäle Abstand sein. In dicht bebauten Gegenden und in mehrstöckigen Wohnhäusern ist das oft nicht möglich, da sich zu viele WLANs auf dem Frequenzband drängeln. Dann sollten Sie das eigene WLAN auf den gleichen Kanal legen wie das nächste fremde WLAN mit dem stärksten Signal. Denn in diesem Fall greift die Fehlerkorrektur moderner Router deutlich besser als bei leicht überlappenden Kanälen. Alle Netzwerke in Reichweite mit Kanal und Sendeleistung zeigt unter Windows die englischsprachige Freeware Inssider . Im 5-GHz-Band (802.11a/n/ac) überlappen sich die Kanäle dagegen nicht, und Router müssen gemäß Vorschriften in Deutschland mittels Dynamic Frequency Selection (DFS) selbst einen freien Kanal suchen.

Antennen des Routers ausrichten

Die typischen Stabantennen an WLAN-Routern arbeiten als omnidirektionale Rundstrahler, die auf den horizontalen Achsen in alle Richtungen die gleiche Sendeleistung ab- geben. Ein Loch bleibt bei dieser Bauform in der vertikalen Achse. Dies bedeutet, dass diese Antennen beispielsweise ein ebenes Stockwerk gut versorgen, in die Höhe und Tiefe jedoch weniger abstrahlen. Eine leichte Neigung der Antennen kann deshalb große Auswirkungen auf die Signalqualität haben, wenn auch andere Stockwerke abgedeckt werden sollen. Zum Ermitteln der besten Ausrichtung eignet sich als Messinstrument auf dem Notebook die englischsprachige Shareware Wirelessmon . Die Shareware darf 30 Tage lang kostenlos genutzt werden.

Mit unbekanntem WLAN verbinden unter Windows 8

Aufgezeichneter Empfang: Wirelessmon protokolliert den WLAN-Empfang über einen beliebigen Zeitraum. So finden Sie die beste Position der Geräte.
Vergrößern Aufgezeichneter Empfang: Wirelessmon protokolliert den WLAN-Empfang über einen beliebigen Zeitraum. So finden Sie die beste Position der Geräte.

Den idealen Standort finden

Wände, Türen und auch Möbel beeinträchtigen das elektrische Feld des WLAN und können für tote Winkel sorgen. In solchen Fällen lohnt es sich, den Access Point anders auszurichten und zu verschieben, da auch kleine Änderungen große Auswirkungen haben können. Messen Sie mit einem mobilen Gerät wie einem Notebook die Signalstärke des WLAN. Dazu eignet sich die Freeware Wireless Netview . Das Tool ist einfach zu bedienen und zeigt immer die momentane Signalstärke an. Optional können Sie das WLAN auch per Repeater ausdehnen .

Dual-Band-Router: Auf 5 GH z ausweichen

Wenn das Frequenzband bereits zu dicht mit WLANs belegt ist, können Sie mit neuer Hardware auf andere Frequenzen ausweichen: 11n-Router können sowohl auf 2,4-GHz-Band wie auf dem 5-GHz-Band funken. Die Hersteller bezeichnen diese Produkte als simultane Dual-Band-Router (etwa Linksys WRT610N und Netgear WNDR3300) oder als Parallelband-Router (etwa D-Link DIR-855). Der Frequenzbereich um 5 GHz für 802.11n ist aktuell noch weniger anfällig, einfach weil es weniger 5-GHz-WLAN-Geräte gibt und auch Mikrowellen und Babyphones nicht auf diesem Band stören. Natürlich müssen dann aber alle WLAN-Clients den 5-GHz-Standard von 802.11.n oder 802.11ac unterstützen.

Das eigene Netzwerk absichern

Notebooks mit schlechtem Empfang

Langsame Verbindungen und lästige Abbrüche im Minutentakt sind leider auch bei Neugeräten keine Seltenheit. So leiden viele Tablets und Ultrabooks unter so schlechtem Empfang, dass sich akzeptable Geschwindigkeiten nur direkt neben dem WLAN-Router einstellen. Schuld ist meistens das Design der tragbaren Computer: Die Gehäuse aus Aluminium- Legierung sind zwar schick und robust, wirken aber leider auch als Abschirmung der internen WLAN-Antennen. Da hilft oft nur ein externer USB-WLAN-Adapter. Die Investition ist mit 10 bis 20 Euro nicht groß, die Verbesserung der jedoch Signalqualität meist enorm.

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