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WLAN: Diese Einstellungen beschleunigen den Router

22.07.2014 | 10:09 Uhr |

Jeder will mehr WLAN-Tempo. Doch viele WLAN-Router präsentieren die passenden Einstellungen nicht auf dem Silbertablett. Wir zeigen, wie Sie die unbekannten Einstellungen finden und am besten nutzen.

Wie schnell Ihr Funknetzwerk arbeitet, hängt von den WLAN-Geräten ab und von der Umgebung, in der sie sich befinden. Aktuelle Komponenten und ein störungsfreies Umfeld sind also die wichtigsten Schritte zum schnellen WLAN. Darüber hinaus finden Sie in den meisten WLAN-Routern vergrabene Einstellungsmöglichkeiten, die sich positiv aufs Tempo auswirken können.

Das höchste Tempo schafft der WLAN-Router nur, wenn er Funkkanäle mit 40 MHz nutzen darf. Über 2,4 GHz sollten Sie diese Einstellung nur aktivieren, wenn Sie kein anderes WLAN stören
Vergrößern Das höchste Tempo schafft der WLAN-Router nur, wenn er Funkkanäle mit 40 MHz nutzen darf. Über 2,4 GHz sollten Sie diese Einstellung nur aktivieren, wenn Sie kein anderes WLAN stören
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Nutzen Sie breite Funkkanäle

So heißt die Einstellung: Für 450 Mbit/s optimierte Funkkanäle nutzen / WLAN-Modus: Bis zu 450 MBit/s / 40-MHz-Kanäle aktivieren

Das bewirkt sie: Das höchste Tempo erreichen WLAN-Geräte, die dem 11n-Standard folgen, wenn sie 40 MHz breite Funkkanäle nutzen. Dann schafft beispielsweise ein WLAN-Router, der zwei parallele Datenströme übertragen kann, ein Maximaltempo von 300 MBit/s. Wenn Sie diese Option aktivieren, belegt der Router den breiten Funkkanal. Das Problem: Auf der Frequenz 2,4 GHz, auf der immer noch die meisten WLAN-Geräte arbeiten, hat dann kein anderes Gerät mehr Platz für eine störungsfreie Übertragung. Nur auf der 5-GHz-Frequenz können mehrere WLANs problemlos 40-MHz-Kanäle nebeneinander nutzen.

Das sollten Sie tun: Aktuelle 11n-Router müssen ab Werk so konfiguriert sein, dass sie über 2,4 GHz nur 20 MHz breite Kanäle nutzen. Verändern Sie diese Einstellungen daher nicht – oder nur, wenn Sie sicher sind, dass sich kein anderes WLAN in Reichweite befindet. Das stellen Sie beispielsweise mit dem Tool Inssider fest.

Stören Sie andere WLANs nicht

So heißt die Einstellung: Nicht in stark frequentierten Umgebungen / 20/40-MHz-Koexistenz

Das bewirkt sie: Wenn Sie bei einem 11n-Router die Werkseinstellungen verändern, um 40 MHz breite Kanäle zu nutzen, muss das Gerät selbstständig auf einen 20-MHz-Kanal zurückschalten, wenn es ein anderes WLAN erkennt. Die Fritzbox tut das zum Beispiel, wenn Sie die oben erwähnte Option „Für 450 MBit/s optimierte Funkkanäle nutzen“ aktivieren. Trotzdem können Sie ihr mit dieser Einstellung verbieten, dass sie überhaupt einen 40-MHz-Kanal verwendet – sie arbeitet dann also immer standardkonform und störungssicher. Bei älteren Routern oder nicht standardkonformen gibt es dafür die Option „20/40-MHz-Koexistenz“. Sobald der Router im 40-MHz-Betrieb ein WLAN entdeckt, dass höchstens zwei Kanäle entfernt funkt, schaltet er auf 20 MHz zurück.

Das sollten Sie tun: Aktivieren Sie die Einstellung, um sicher zu gehen, dass Sie kein anderes WLAN stören. Allerdings ist die 2,4-GHz-Frequenz in dicht bewohnten Gebieten üblicherweise überfüllt, sodass Ihr WLAN ohnehin mit Stör-Funk belegt wird, ob Sie diese Option aktivieren oder nicht.

Bei Dual-Band-Routern wie der Fritzbox 3370 schalten Sie mit dieser Option zwischen der 2,4- und der 5-GHz-Frequenz um
Vergrößern Bei Dual-Band-Routern wie der Fritzbox 3370 schalten Sie mit dieser Option zwischen der 2,4- und der 5-GHz-Frequenz um
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Zwischen WLAN-Frequenzen umschalten

So heißt die Einstellung: WLAN-Standard / Funkkanal-Einstellungen: n+g+b; n+g; b+g; n+a

Das bewirkt sie: Einige Router wie beispielsweise die Fritzbox 3370 können zwar über 2,4 und 5 GHz funken – anders als die meisten aktuellen Geräte allerdings nicht gleichzeitig. Deshalb müssen Sie beim Router eine bestimmte Frequenz einstellen, wenn sich WLAN-Clients mit ihm verbinden sollen. Diese können aber wiederum nur mit dem Router Kontakt aufnehmen, wenn sie die eingestellte Frequenz ebenfalls unterstützen.

Das sollten Sie tun: Bei der Fritzbox wählen Sie „802.11n+a“ aus, wenn sie die 5-GHz-Frequenz zur WLAN-Übertragung nutzen soll. Da sie weniger überlaufen ist als 2,4 GHz, kann der Router dafür breite Funkkanäle nutzen – das Transfertempo steigt. 5 GHz empfiehlt sich daher etwa für Video-Streaming oder das Kopieren größerer Dateien per WLAN. Gibt es in Ihrem WLAN Geräte, die nur über 2,4 GHz funken, müssen Sie diese Frequenz beim Router wählen: Im Falle der Fritzbox ist das die Einstellung „802.11n+g+b“.

Alte WLAN-Geräte bremsen das Netzwerk aus

So heißt die Einstellung: WLAN-Modus gemischt / Mixed Mode /Nur 11n / Greenfield Mode

Das bewirkt sie: Grundsätzlich sind WLAN-Geräte aller Standards (11b, 11g, 11n, 11a, 11ac) miteinander kompatibel, sofern sie über die gleiche Frequenz funken. Das maximale Tempo erreichen sie aber nur, solange kein Gerät im WLAN eingebucht ist, das einen langsameren Standard unterstützt. Der technische Hintergrund: Alle WLAN-Komponenten teilen sich die Funkstrecke – überträgt ein Gerät, müssen die anderen warten. Bei älteren Geräten läuft der Datentransfer langsamer, daher reduziert sich der Durchsatz im gesamten WLAN. Außerdem muss jede WLAN-Komponente prüfen, ob die Funkstrecke frei ist, bevor sie die Übertragung startet: Damit diese Prüfpakete sicher bei allen Geräten im Netzwerk ankommen, werden sie mit sehr langsamer Datenrate übertragen – besonders langsam bei 11b-Geräten. Sie reduzieren das WLAN-Tempo daher erheblich, selbst wenn sie nicht übertragen.

Das sollten Sie tun: Den ausschließlichen 11n-Betrieb sollten Sie nur aktivieren, wenn sich tatsächlich kein 11g- oder 11b-Gerät im Netzwerk befindet – denn diese Geräte können sich dann nicht mehr mit dem Router verbinden. Stellen Sie den Router auf einen Modus, in dem er höchstens 11g noch unterstützt und verbannen Sie 11b-Geräte aus dem Netzwerk. 11g-Komponenten bremsen das WLAN kaum aus.

Nur bei älteren WLAN-Geräten kann die Datenrate im Funknetzwerk profitieren, wenn Sie mit den Einstellungen für Fragmentierung oder CTS/RTS experimentieren
Vergrößern Nur bei älteren WLAN-Geräten kann die Datenrate im Funknetzwerk profitieren, wenn Sie mit den Einstellungen für Fragmentierung oder CTS/RTS experimentieren
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Störungen im WLAN beheben

So heißen die Einstellungen: Fragmentierung / CTS/RTS-Grenzwert

Das bewirken Sie: Bei vielen Routern finden Sie diese Einstellungen in der erweiterten WLAN-Konfiguration. Sie sollen die Zuverlässigkeit des Datentransfers steigern, was besonders in stark frequentierten Netzwerken wichtiger als eine hohe Datenrate ist. Bei Fragmentierung stellen Sie ein, wie groß ein Datenpaket maximal sein darf, das der Router überträgt. Je kleiner das Paket, desto größer ist die Chance, dass es sicher bei der Gegenstelle ankommt, desto kleiner ist aber auch die übertragene Datenmenge. Mit CTS / RTS (Clear to Send / Request to Send) signalisiert eine WLAN-Station, dass sie übertragen will (RTS) beziehungsweise, dass die Gegenstelle übertragen kann (CTS). Der eingestellte Grenzwert gibt an, ab welcher Datenpaketgröße der Mechanismus ausgelöst wird. Auch hier geht die Stabilität der Übertragung auf Kosten der Datenrate, denn die CTS/RTS-Befehle enthalten keine Nutzdaten.

Das sollten Sie tun: Nur wenn Sie viele 11g- oder ältere WLAN-Geräte im Netzwerk haben oder Ihr WLAN gegen sehr viele Störnetzwerke ankämpfen muss, sollten Sie bei diesen Einstellungen mit niedrigeren Werten experimentieren. Aber seien Sie behutsam: Wenn Sie zu viel verstellen, bewirken Sie das Gegenteil, denn die Protokolldaten sorgen natürlich auch für Last im Netzwerk.

Mehr als 100 Prozent geht nicht: Die Sendeleistung anzupassen, erhöht die Sparsamkeit des Routers, nicht sein Tempo
Vergrößern Mehr als 100 Prozent geht nicht: Die Sendeleistung anzupassen, erhöht die Sparsamkeit des Routers, nicht sein Tempo
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Sendeleistung anpassen

So heißt die Einstellung: Maximale Sendeleistung

Beim Anpassen der Sendeleistung geht es ums Energiesparen, nicht um mehr Tempo. Denn die gesetzlichen Vorschriften beschränken die maximale Strahlungsleistung (EIRP, äquivalente isotrope Sendeleistung) von WLAN-Geräten. Sie setzt sich zusammen aus der Sendeleistung plus Antennengewinn minus Kabeldämpfung. Die in die Antenne eingespeiste Sendeleistung darf bei maximal 100 mW (2,4 GHz) beziehungsweise 200 mW (5 GHz) liegen. Tauschen Sie beim Router die Antennen gegen bessere, müssen Sie sie also entsprechend reduzieren. Das Senken der Sendeleistung kann aber auch sinnvoll sein, wenn Sie Strom sparen oder die WLAN-Strahlung reduzieren wollen.

Bei der Fritzbox können Sie die Sendeleistung in mehreren Stufen senken. Sie steht normalerweise bei 100%. Eine niedrige Sendeleistung verringert aber die Reichweite des WLANs. Das muss nicht schlecht sein, denn bei einer kleineren Reichweite haben es unerwünschte Mitlauscher schwerer, Ihr WLAN zu entdecken. Sie sollten die Sendeleistung also so anpassen, dass der Router noch eine stabile und schnelle Verbindung zu allen Gegenstellen aufbauen kann.

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