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WLAN und Mobilfunk-Trends in 2013

12.02.2013 | 11:09 Uhr |

Die Welt wird mobil – und je mehr Smartphones und Notebooks verbunden sind, desto schneller müssen WLAN und Co. sein. Wir stellen die Funk-Trends in 2013 vor.

802.11ad: 7 GBit/s per WLAN

Das erste Notebook mit 11ad-WLAN: Im Dell Latitude 6430u sitzt ein WLAN-Modul, das das Notebook kabellos sowohl mit dem Netzwerk als auch mit einer Docking-Station verbindet.
Vergrößern Das erste Notebook mit 11ad-WLAN: Im Dell Latitude 6430u sitzt ein WLAN-Modul, das das Notebook kabellos sowohl mit dem Netzwerk als auch mit einer Docking-Station verbindet.
© Dell

Die ersten Geräte mit dem neuen WLAN-Standard 802.11ac sind kaum auf dem Markt, da tritt schon der Nachfolger ins Rampenlicht: 2013 sollen erste Geräte mit 802.11ad auf den Markt kommen. Mit 802.11ad macht das WLAN-Tempo einen riesigen Sprung nach vorne: Der neue Standard basiert auf Spezifikationen der Herstellervereinigung Wireless Gigabit Alliance (Wigig) und liefert eine Datenrate von bis zu 7 GBit/s – über siebenmal mehr als es aktuelle 11n-Geräte versprechen. Diese immense Transferrate wird nicht nur dazu dienen, Geräte zu Hause über einen WLAN-Router ans Internet anzubinden. Mit 802.11ad sollen künftig fast alle Kabel wegfallen: Protokolle wie HDMI, Displayport, USB und PCI-Express werden dann per Funk übertragen – die Kabel zwischen Monitor und PC, zwischen Notebook und externer Grafikkarte oder Festplatte fallen weg. Mit einer 11ad-Docking-Station kann dann beispielsweise ein Notebook oder Tablet kabellos mit einer kompletten Batterie an Peripheriegeräten verbunden werden. Denn die hohe Datenrate schafft 802.11ad, weil der Standard über die Frequenz 60 GHz funkt und dort bis zu 2,16 GHz breite Funkkanäle nutzt – und je breiter der Funkkanal, desto höher die maximal mögliche Datenrate. Zum Vergleich: 11n arbeitet mit maximal 40 MHz breiten Kanälen, bei 11ac darf ein Funkkanal 80 MHz breit sein.

Test: Aktuelle 11ac-Router im Vergleich

Wie bisher alle WLAN-Standards soll auch 11ad abwärtskompatibel zu bestehenden Verfahren wie 11ac, 11n oder 11g sein. Dafür müssen die Geräte aber über drei Funkmodule verfügen, um die drei Frequenzbereiche 2,4 GHz (11g, 11n), 5 GHz (11n, 11ac) und 60 GHz (11ad) abzudecken. Der Hersteller Wilocity hat bereits 11ad-Chipsätze vorgeführt. WLAN-Hersteller wie Atheros und Marvell wollen diese in die eigenen 2,4-/5-GHz-Chipsätze integrieren. Damit wären dann Tri-Band-WLAN-Module möglich, die alle Funkfrequenzen abdecken.

Das Problem bei 11ad: Je höher die Frequenz ist, desto geringer die Reichweite und desto störanfälliger die Übertragung. 11ad soll für rund zehn Meter ausreichen – für eine TV-Verbindung ohne Kabel oder das kabellose Docking genügt das. Allerdings gehen die 60-GHz-Signale nicht durch Wände oder Personen hindurch.

Wifox: Die Ampel für den WLAN-Verkehr

Wifox: Bisher noch Forschungsprojekt, könnte die Software schon bald in WLAN-Routern zum Einsatz kommen.
Vergrößern Wifox: Bisher noch Forschungsprojekt, könnte die Software schon bald in WLAN-Routern zum Einsatz kommen.

Wo sich viele Leute in einem WLAN drängeln, geht die Datenrate für den Einzelnen nach unten: Das merken Sie vor allem in öffentlichen Funknetzwerken in Hotels oder an Flughäfen. Damit soll demnächst die Software Wifox Schluss machen, die Forscher an der North Carolina State Universität entwickelt haben. Sie soll den Durchsatz in überlasteten WLANs um bis zu 700 Prozent erhöhen. Wifox agiert wie eine Ampel im WLAN-Verkehr: Ein WLAN-Router bekommt von den Clients Anfragen – zum Beispiel nach einer Webseite – über denselben Kanal, über den er auch die Antwort an die Clients schickt. In WLANs mit vielen Clients bedeutet das: Stau auf der WLAN-Autobahn. Wifox regelt den Datenverkehr abhängig davon, wie viele Anforderungen oder Antworten noch ausstehen: Der Router bekommt Vorfahrt, wenn eine bestimmte Anzahl von Clients auf Antworten warten. Während dieser Zeit dürfen Clients keine Anfragen senden. Ist der Antwortstau abgebaut, läuft der Verkehr in die andere Richtung. Der Vorteil an Wifox: Die Software kann als Firmware-Update auf den Router aufgespielt werden: Neue WLAN-Geräte sollen dafür nicht erforderlich sein.

So messen Sie Ihr tatsächliches WLAN-Tempo

5G: Die nächste Mobilfunkgeneration
Für die vierte Mobilfunkgeneration LTE (4G) gibt es erst jetzt Tarife und Geräte. Doch die Forschungsarbeiten für 5G laufen schon: Die neue Generation könnte 2020 marktreif sein. Sie wird aber kein höheres Tempo bringen. Dafür wären breitere Funkkanäle und mehr freie Frequenzen notwendig, die aber nicht verfügbar sind. Stattdessen soll 5G die Übertragung stromsparender machen, eine höhere Reichweite bieten, mehr Nutzer gleichzeitig mit höherem Tempo versorgen und den Herstellern ermöglichen, die Infrastruktur günstiger aufzubauen. Mobile Datenübertragung sparsamer zu machen ist auch das Ziel von Entwicklungen wie Dynamic Adhoc Wireless Networks oder MADnet: Dabei sollen Smartphones und Tablets von Mobilfunk auf WLAN umschalten, falls Funknetzwerke verfügbar sind, die die Datenübertragung schneller bewältigen. Dazu müssen aber erst flächendeckende WLAN-Netze aufgebaut werden.

LTE als Flatrate für Zuhause - Darauf müssen Sie achten

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