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WLAN ohne Router: Alternative Wege ins Internet

15.09.2016 | 08:12 Uhr |

Auch ohne festen Router können Sie mit Ihrem Notebook drahtlos Daten per WLAN austauschen. Unterwegs surfen Sie am Mobilrechner einfach beim Smartphone mit.

Ein Router als zentraler WLAN-Zugangspunkt ermöglicht allen in Reichweite befindlichen PCs, Notebooks und Mobilgeräten einen einfachen und zuverlässigen Zugang ins Internet und zu den innerhalb des lokalen Netzwerkes bereitstehenden Ressourcen. Doch auch abseits eines Routers können Sie das WLAN zum Übertragen von Daten zwischen zwei Geräten nutzen. Dazu bieten sich mehrere Möglichkeiten an, die wir Ihnen hier vorstellen.

Mobile Internetverbindung über das WLAN teilen

Surfsticks für den USB-Port sind eine praktische Sache: Damit gelangen Sie abseits eines WLANs oder öffentlichen Hotspots via Mobilfunknetz ins Internet, egal wo Sie sich gerade aufhalten. Jeder Desktop-PC und jedes Notebook bieten einen für den Stick erforderlichen USB-Anschluss, sodass Sie beliebige Rechner einfach über Mobilfunkinternet online bringen. Dank UMTS-oder LTE-Flatrate, Prepaid-Tarifen und kostengünstigen Zweit-SIM-Karten reißt das Surfen über den Stick nun längst kein Loch mehr in die Geldbörse. Passend dazu können Sie die Mobilfunkverbindung in Windows 10 mit einer neuen Funktion weiteren WLAN-Geräten zur Verfügung stellen. Die Freigabe für andere Geräte macht Ihren Rechner zum WLAN-Hotspot, mit dem sich Notebooks, Smartphones, Navigationsgeräte oder Kameras mit eingebautem WLAN-Modul leicht koppeln lassen.

Aufmacher: Funknetze ohne Router
Vergrößern Aufmacher: Funknetze ohne Router

Vorausgesetzt Ihr Notebook ist mit einem Mobilfunkadapter ausgestattet, lässt sich der mobile Hotspot in der Einstellungen-App unter „Netzwerk und Internet“ aktivieren. Legen Sie zunächst mit einem Klick auf „Mobilfunk“ am linken Fensterrand fest, wann der Rechner über den Surfstick online gehen soll. Dieser Schritt ist wichtig, weil die Mobilfunkverbindung vom Windows-10-Hotspot mitbenutzt wird. Gehen Sie dann links auf „Mobiler Hotspot“ und auf „Bearbeiten“, um den Namen des Hotspots und das zugehörige Passwort festzulegen, unter dem die freigegebene Verbindung auf anderen Geräten erscheint.

Im Anschluss daran ist der Windows-10-Hotspot einsatzbereit und lässt sich nach Bedarf im Info-Center rechts unten über eine eigene Schnelleinstellungskachel ein-und wieder ausschalten.

Relevant: Wie legal sind WLAN-Hotspots in Deutschland?

Erweiterte WLAN-Verbindungsfreigabe unter Windows

Mit der Hotspot-Funktion in Windows 10 geben Sie Ihre UMTS-oder LTE-Verbindung für andere Geräte oder Mitbenutzer frei – die eigene LAN-oder WLAN-Verbindung können Sie dagegen nicht teilen.
Vergrößern Mit der Hotspot-Funktion in Windows 10 geben Sie Ihre UMTS-oder LTE-Verbindung für andere Geräte oder Mitbenutzer frei – die eigene LAN-oder WLAN-Verbindung können Sie dagegen nicht teilen.

Das kostenlose Tool My Public Wifi macht Ihren Windows-Rechner ebenfalls zum WLAN-Hotspot. Anders als die neue Hotspot-Funktion in Windows 10 unterstützt die Freeware auch Windows 7 und 8.1. Zudem ist die Software nicht auf Mobilfunkverbindungen beschränkt. Besonders interessant ist das Tool, um in Hotels, die im Zimmer zwar einen LAN-Anschluss, jedoch kein WLAN bereitstellen, ein WLAN-Netz aufzusetzen, mit dem Sie Familienmitglieder oder Kollegen im Nachbarzimmer mit Internet versorgen können. Auch in vielen Studentenwohnheimen gibt es zwar Internet via LAN-Buchse, für Smartphones, Tablets und MP3-Player ist aber ein kabelloser Hotspot notwendig, wie ihn My Public Wifi mit ein paar Klicks bereitstellt.

Die Gratis-Software My Public Wifi macht WLAN-fähige PCs und Notebooks zum WLAN-Repeater.
Vergrößern Die Gratis-Software My Public Wifi macht WLAN-fähige PCs und Notebooks zum WLAN-Repeater.

Nach der Installation starten Sie das Tool per Rechtsklick als Administrator. Die Bedienoberfläche beschränkt sich dabei auf ein Fenster, in dem Sie mit Klicks auf „Management“, „Englisch“ und „Deutsch“ zur deutschen Bediensprache wechseln. Wenn My Public Wifi zusammen mit Windows starten soll, beispielsweise weil Sie das Tool als Repeater zur WLAN-Reichweitenmaximierung einsetzen, aktivieren Sie unter „Verwaltung“ das Häkchen im Bereich „Autostart“. Unter „Einstellungen“ legen Sie den Namen des Hotspots und das zum Verbindungsaufbau erforderliche Kennwort fest. Im Ausklappfeld darunter stellen Sie ein, auf welcher Internetverbindung der Hotspot basieren soll. Mittels „Hotspot einrichten und Starten“ schließen Sie die Konfiguration ab. Nun können sich andere Geräte mit dem Hotspot verbinden. Eine gute Alternative zu My Public Wifi ist OSToto Hotspot für Windows 7, 8.1 und 10.

Mit Wi-fi Direct auch ohne WLAN-Router funken

Eine kabellose WLAN-Verbindung zwischen zwei Geräten ohne Router ist mit Wi-fi Direct ebenfalls möglich. Bei Wi-fi Direct handelt es sich um ein Ad-hoc-Verbindungsverfahren, bei dem ein Gerät, das die Spezifikation erfüllt, die Rolle eines Access Points übernimmt, der neben dem vorhandenen, gemeinsamen WLAN ein neues Funknetz eröffnet. Damit können sich andere WLAN-Geräte verbinden, ohne über den zentralen WLAN-Router zu gehen. Der Vorteil ist eine leichtere Handhabung, da ein Wi-fi-Direct-Gerät wie ein herkömmlicher Router auftritt und Clients somit ihren WLAN-Modus nicht zu ändern brauchen. Es sind nicht nur paarweise Verbindungen möglich, denn Wi-fi Direct kann auch mehrere Clients in einer Gruppe verbinden. Im Idealfall funktioniert die Verbindung sogar mit Client-Geräten, die kein Wi-Fi Direct unterstützen, sofern diese die minimalen Voraussetzungen erfüllen. Letztere umfassen laut Spezifikation den Sicherheitsstandard WPA2 mit der Verschlüsselung AES-CCMP bei einer Schlüssellänge von 256 Bit.

Mit Wi-fi Direct verwandt sind Miracast, Intel Wireless Display und Samsung Screen Mirroring – allesamt Verfahren zum drahtlosen Übertragen von Daten an Smart-TVs, Beamer sowie Monitore. Wi-Fi Direct als Basis für Miracast & Co. hat den Vorteil, dass für die Nutzung kein Zugang zu einem WLAN-Netzwerk erforderlich ist.

Wer mehr über Wi-fi DIrect erfahren möchte, findet in unserem ausführlicheren Ratgeber viele weitere Details und Infos zur neuen Funk-Technologie.

Check: Mit diesem LTE-Sendemast sind Sie verbunden

Smartphone als persönlichen Hotspot nutzen

Mittels Tethering können Sie am Notebook, am Tablet und an weiteren Geräten im Internet surfen, indem Sie die Onlineverbindung Ihres Smartphones nutzen.
Vergrößern Mittels Tethering können Sie am Notebook, am Tablet und an weiteren Geräten im Internet surfen, indem Sie die Onlineverbindung Ihres Smartphones nutzen.

Sie möchten abseits eines Routers oder öffentlichen Hotspots ins Internet gehen. Am Notebook oder Tablet-PC ohne Internetzugang können Sie kabellos surfen, indem Sie das Gerät über WLAN mit Ihrem Smartphone als Gateway ins Internet verbinden. Möglich macht dies WLAN-Sharing mittels Tethering, das die Internetverbindung freigibt und an mehrere Geräte durchreicht. Android erlaubt bis zu zehn kabellos mitsurfende Geräte, bei iOS sind es maximal fünf.

Die in der Basisversion kostenlose Android-App Superbeam nutzt Wi-fi Direct für den Datentransfer zwischen dem Smartphone und anderen Geräten.
Vergrößern Die in der Basisversion kostenlose Android-App Superbeam nutzt Wi-fi Direct für den Datentransfer zwischen dem Smartphone und anderen Geräten.

WLAN-Tethering macht Ihr Smartphone zum persönlichen Hotspot, über den andere Geräte ohne eigene Mobilfunkschnittstelle online gehen können. So sparen Sie sich beispielsweise im Hotel die Buchung eines teuren WLAN-Tickets oder können bei der Anschaffung eines Tablets zu dem kostengünstigeren WLAN-Modell statt zur aufpreispflichtigen LTE-Variante greifen. Auch die monatlichen Kosten für eine zweite SIM-Karte entfallen. Und das Mitsurfen ist nicht nur unterwegs praktisch: Wenn zu Hause oder im Büro mal die Internetverbindung streikt, ist es damit ebenfalls möglich, rasch eine alternative Datenverbindung über LTE oder UMTS aufzusetzen.

Einfaches Mitbenutzen der Mobilfunkverbindung

Die Freeware OS Toto Hotspot läuft unter Windows im Hintergrund mit und stellt die eigene Internetverbindung weiteren Geräten zur Verfügung.
Vergrößern Die Freeware OS Toto Hotspot läuft unter Windows im Hintergrund mit und stellt die eigene Internetverbindung weiteren Geräten zur Verfügung.

Ist der Hotspot-Modus aktiviert, so genügt es, am Zweitgerät die WLAN-Umgebungssuche zu aktivieren und das Smartphone in der Liste der verfügbaren Drahtlosnetze auszuwählen. Nach der Eingabe des Kennworts steht der schnelle 4G-oder 3G-Internetzugang und Sie können am Notebook oder Tablet surfen, Mails abrufen und Apps mit Netzanbindung verwenden. Das Mobiltelefon lässt sich währenddessen weiter nutzen und ist auch für Anrufe verfügbar.

In der Praxis ärgerlich: Auf das Tethering hält der Mobilfunkprovider den Daumen. Die Anbieter können also die Nutzung von WLAN-Sharing in einzelnen Tarifen erlauben, verbieten oder nur gegen einen monatlichen Aufpreis bereitstellen. Als Nutzer können Sie den Hotspot-Modus nur aktivieren, wenn der eigene Mobilfunktarif Tethering umfasst. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Provider nach, ob Ihr Tarif Tethering beinhaltet – gegebenenfalls müssen Sie es noch als Option dazubuchen.

Weiteres Handicap: Sobald Sie Tethering aktivieren, wird die bestehende WLAN-Verbindung gekappt und auf die 3G/4G-Mobilfunkverbindung umgeschaltet. Der Hotspot funktioniert also nur dann, wenn das Smartphone über das Mobilfunknetz verbunden ist. Alle Daten am Gerät selbst und die Daten der über das WLAN-Sharing verbundenen Geräte gehen von da an zulasten Ihres Mobilfunkdatenkontingents. Wer sich daher auf Reisen am Smartphone mit dem WLAN im Hotel verbunden hat und den Tethering-Hotspot einschaltet, um darüber auch das Notebook gratis ins Hotelnetz zu bringen, surft stattdessen über das teure Mobilfunknetz.

Reichweite und Akkulast beim WLAN-Sharing

Innerhalb von Gebäuden beträgt die Reichweite des Smartphone-Hotspots abhängig von den örtlichen Gegebenheiten et-wa 15 bis 25 Meter. Beim Dauereinsatz als Hotspot reduziert sich die Standby-Bereitschaft Ihres Smartphones spürbar.

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