10.10.2012, 09:09

Peter Stelzel-Morawietz

WLAN beschleunigen

Mehr Reichweite und Datendurchsatz für den alten Router

Ein Repeater wie dieser vom Fritzbox-Hersteller AVM ist eine Möglichkeit, die Reichweite des alten WLAN-Routers zu erhöhen.

WLAN ist nicht nur bequem, viele Geräte wie Web-Radios, Smartphones, Tablet-PCs, Ebook-Reader oder Mediaplayer kommunizieren nur noch drahtlos. Doch leider reicht das Router-Signal oft nicht einmal für eine mittelgroße Wohnung – hier ist die Lösung.
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Einen neuen, vermeintlich besseren WLAN-Router zu kaufen und darauf zu hoffen, auf diese Weise die Empfangsprobleme daheim zu beseitigen, ist keine gute Idee. Denn die geringe Funkreichweite hat meist nur wenig mit der Hardware zu tun, sie resultiert schlicht aus den baulichen Gegebenheiten. Sinnvoller als ein neuer Router sind also ganz andere Maßnahmen.
Keine Angst, Sie sollen keineswegs zuhause Wände einreißen. Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass der WLAN-Sender meist alles andere als optimal platziert ist. Häufig steht das Gerät einfach aus Bequemlichkeit dort, wo es steht: nämlich in unmittelbarer Nähe des Splitters. Besser jedoch ist, den Router möglichst zentral aufzustellen, also nicht in einer Ecke der Wohnung, nur weil dort der Telefonanschluss oder das Arbeitszimmer mit dem PC ist. Gerade neuere Wohnungen bieten meist mehrere Anschlussdosen, so dass Sie bei der Standortwahl relativ frei sind. Auch ein stationärer PC ist kein Grund für einen bestimmten Raum: Der Rechner lässt sich über einen WLAN-Dongle für weniger als zehn Euro ebenfalls ins Funknetz einbinden.

Neue Router-Platzierung oder Antennenstellung wirken Wunder

Soll in einer Wohnung mittlerer Größe der Empfang verbessert werden, hilft bei Geräten mit drehbaren Außenantennen häufig schon eine andere Ausrichtung. Die senkrechte Position ist optimal für Nachbarräume, die waagerechte eignet sich für die Versorgung anderer Stockwerke. Einen Router mit integrierten Antennen drehen Sie etwas oder platzieren ihn an etwas anderer Stelle – hier hilft wirklich nur Ausprobieren.
Dabei unterstützt Sie das //www.ekahau.com/products/heatmapper/overview.html:Tool Heatmapper. Wenn Sie die Software auf dem Notebook installieren und damit durch die Wohnung gehen, erstellen Sie eine Karte mit guten und schlechten Empfangsverhältnissen. Das wiederholen Sie mit unterschiedlichen Router- bzw. Antennenpositionen, um die optimalen Empfangsverhältnisse zu finden.
Eine weitere Möglichkeit, den Router an einer anderen Stelle zu platzieren, ist ein längeres Kabel vom Splitter zum Router. Solche Kabel gibt es auch als „VoIP“-Version für die verbreitete Fritzbox, sie kosten bei Ebay in 10 oder 13 Meter Länge um zehn Euro.

WLAN-Repeater: einfache Handhabung, aber mit Schwächen

Die einfachste Möglichkeit, um die Reichweite und damit den Datendurchsatz zu beschleunigen, scheint ein sogenannter Repeater (ab ca. 30 Euro). Diese Geräte werden auf etwa halber Entfernung zwischen Router und Client-Standort in die Steckdose gesteckt und verstärken so das WLAN-Signal.
Am angenehmsten ist die Installation, wenn Repeater und Router das Wifi Protected Setup (WPS) unterstützen. Dann heißt es einfach: einstecken, WPS-Taste drücken und fertig. Doch auch ohne WPS ist ein Repeater über das Konfigurationsmenü schnell eingerichtet. Übrigens: Auch ein zweiter, älterer Router lässt sich im „Wireless Distribution System“-Modus (WDS) als Repeater betreiben. In der Praxis ist der WDS-Betrieb allerdings nicht zu empfehlen, weil sich das Funksignal dabei nur per WEP verschlüsseln lässt. Die sicherere WPA-Variante ist im WDS-Betrieb meist nur bei Routern desselben Herstellers möglich.
Wenngleich die einfache Handhabung für einen Repeater spricht, sprechen zwei Argumente dagegen: Zum einen erreichen Sie in einem Einfamilienhaus mit einem solchen Zusatzgerät kaum das obererste Stockwerk, wenn der WLAN-Router im Keller steht. Zum zweiten sinkt der mögliche Datendurchsatz systembedingt auf die Hälfte, weil jedes Datenpaket den vorhandenen Datenkanal zweimal belegt – zur ursprünglichen Basis und zum Endgerät. Für schnelle Verbindungen eignen sich selbst Repeater nach dem 802.11n-Standard also nicht, unter Praxisbedingungen ist hier häufig schon bei 10 bis 25 MBit/s Schluss. Bei DSL 16.000 oder dem Streamen von Full-HD-Videos wird die Funkverbindung damit schnell zum Flaschenhals.

Powerline: schnell, zuverlässig und gut mit WLAN kombinierbar

Schneller sind Powerline-Adapter, die Internet und Heimnetzwerk über das 230 Volt-Stromnetz im Haus verbreiten. Die Technik erweist sich im Alltagsbetrieb als ausgesprochen zuverlässig, wenngleich wie bei WLAN die Übertragungsgeschwindigkeit stark von Störeinflüssen und der Entfernung der Adapter abhängt.
Homeplug-Adapter der älteren 200 Mit/s-Klasse schaffen in der Praxis bei der Datenübertragung zwischen 30 und 70 MBit/s, während die Sets der aktuellen 500 MBit/s-Klasse auf Werte zwischen 60 und 150 MBit/s kommen. Die Preisunterschiede zwischen beiden Klassen – ab 30 bzw. ab 40 Euro pro Adapterpaar – sind mittlerweile gering.
Allerdings gibt es derzeit mit dem DP dLAN 500 AV Wireless+ von Devolo erst ein schnelles Homeplug-Gerät, das schon einen Access Point für WLAN integriert hat. Und erst damit wird es richtig komfortabel: Mit Powerline in alle Stockwerke, von dort per Funk weiter in alle Räume des Stockwerks. Auf der IFA 2012 haben jedoch weitere Hersteller 500er-Homeplug-Adapter mit integriertem WLAN-Modul angekündigt. Daneben bleibt die Lösung, einen Access Point per LAN-Kabel an ein vorhandenes Powerline-Line-Gerät anzuschließen.
Eine Einschränkung darf allerdings nicht unerwähnt bleiben: Powerline ist ein „Shared Medium“. Nutzt Ihr Wohnungsnachbar im Haus die gleiche Technik, sinkt die Übertragungsrate drastisch – unter Umständen auf weniger als die Hälfte.

Kabel: Unschlagbar beim Datendurchsatz

Preiswerter als die Repeater- oder Powerline-Lösung ist ein simples Netzwerkkabel. Nein, nicht ein solch unansehnliches graues, an das Sie vielleicht gerade denken. LAN-Verbindungen werden auch als Flachbandkabel angeboten, fertig mit Steckern bis zu 30. Das Besondere dieser nur einen Millimeter dicken Kabel ist, dass sie hinter jede Teppichleiste und unter Türschwellen passen und sich zudem um jede Ecke biegen lassen. Denn eines ist auch klar: Bei Datendurchsatz und Netzstabilität sind Kabel nun einmal unübertroffen. Flachbandkabel gibt es zum Beispiel bei Pearl oder Conrad je nach Länge schon ab fünf Euro.
Wenn Sie nun – wie bei Powerline und WLAN – an das andere Ende des Flachbandkabels einen Access Point anschließen, haben Sie die schnelle Funkverbindung dort, wo Sie sie benötigen. Haben Sie keinen zweiten Router , den Sie als Access Point konfigurieren können , bekommen Sie einen Access Point als Stand-alone-Gerät auf dem 802.11n-Standard schon ab 25 Euro .
 
 
 
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