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WLAN mit der Fritzbox optimal einrichten

15.03.2017 | 09:10 Uhr |

Die meisten Fritzboxen besitzen eine WLAN-Einheit, um ein Funknetzwerk einzurichten. Wir zeigen, wie sie WLAN einschalten, Geräte verbinden und das Tempo optimieren.

Ein Wireless Local Area Network (WLAN), das ein Ethernet nach dem Standard 802.11 über Gigahertz-Funk als physikalische Schicht bildet, ist heute mehr als nur eine nette Ergänzung bestehender Netzwerke – für viele Geräte ist es ein Muss. Tablets und Smartphones können nur drahtlos ins Internet und auf Inhalte in Ihrem lokalen Netzwerk zugreifen. Bei besonders flachen Ultrabooks ist aufgrund der Bauhöhe überhaupt kein Platz mehr für einen Ethernet-Anschluss. Einige Hersteller verbauen deshalb ausklappende Ports mit Kunststoffscharnieren. Diese Lösung ist nicht besonders solide und übersteht häufiges Ein- und Ausstecken von Netzwerkkabeln nicht. Das zeigt, dass viele Hersteller kabelgebundenes Ethernet schon fast als Auslaufmodell behandeln. In Heimnetzen soll WLAN regieren.

WLAN bietet Flexibilität

Die Stärke von WLAN ist die kabellose Verbindung für alle Geräte über einen WLAN-Router wie die Fritzbox oder über zusätzliche Access Points. Nach wie vor sind die bekannten Schwächen von WLAN im Vergleich zum Kabelnetzwerk die schmalen Bandbreiten, geringe Reichweiten in Gebäuden und die Störanfälligkeit durch Fremdsender in der Umgebung.

Unschlagbar sind Drahtlosnetzwerke aber trotzdem, um mit vergleichsweise wenig Aufwand unterstützte Geräte zu vernetzen, die nicht stationär an einem Ort wie dem Arbeitszimmer stehen, also etwa Smart-TVs, Set-Top-Boxen, AV-Receiver, Spielekonsolen und auch immer mehr Haushaltsgeräte.

Das eigene WLAN ist schnell eingerichtet: Alle heute verkauften Notebooks und Mobilgeräte besitzen ein Netzwerk-Interface für WLAN, das meist mehrere Standards nach der 802.11-Spezifikation beherrscht. Die meisten Internet-Provider stellen ihren Kunden einen Router mit WLAN-Fähigkeiten bereit. Wie unser Workshop auf den nächsten Seiten zeigt, erfordert der Aufbau eines Drahtlosnetzwerks selten tiefer gehendes Fachwissen.

Schritt 1: WLAN einschalten 

Schritt 1: WLAN einschalten
Vergrößern Schritt 1: WLAN einschalten

Beliebige WLAN-Geräte wie Desktop-PCs, Notebooks, Tablets, Smartphones, Fernseher und Musiksysteme greifen über das WLAN auf interne Netzwerk-Ressourcen und das Internet zu. Dafür muss das WLAN in den Fritzbox-Einstellungen eingeschaltet und die Funkverbindung an jedem WLAN-Gerät lediglich einmalig eingerichtet werden. Öffnen Sie beispielsweise an der Fritzbox 7490 die Oberfläche, indem Sie entweder „fritz.box“ oder die IP-Adresse „192.168.178.1“ in die Adresszeile eines Webbrowsers eingeben und sich mit Ihrem Passwort anmelden. Wechseln Sie mit einem Klick auf „Ansicht“ links unten zu den erweiterten Einstellungen.

In der linken Navigationsleiste klicken Sie auf „WLAN“. Im Bereich „Funknetz“ können Sie etwa bei den Modellen 7490 und 6490 das WLAN für das 2,4- und 5-GHz-Frequenzband getrennt einschalten und einen beliebigen Namen für das WLAN vergeben. Dieser wird dann beispielsweise in der WLAN-Suche auf dem Tablet angezeigt. Falls Sie das nicht möchten, entfernen Sie das Häkchen vor der Option „Name des WLAN-Funknetzes sichtbar“. Wechseln Sie links zu „Sicherheit“. Standardmäßig ist die WPA-Verschlüsselung eingeschaltet. Das Passwort ist übrigens auch auf der Gehäuseunterseite der Fritzbox zu finden. Sie können es beibehalten oder ändern. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Übernehmen“ und drucken Sie ein Infoblatt mit den entsprechenden Einstellungen aus. Verlassen Sie die Einstellungen.

So klappt das Router-Login

Schritt 2: WLAN-Geräte verbinden

Schritt 2: WLAN-Geräte verbinden
Vergrößern Schritt 2: WLAN-Geräte verbinden

Am schnellsten melden Sie sich mit einem Smartphone und Tablet an der Fritzbox an. Mithilfe der FRITZ!App WLAN für Android beziehungsweise eines QR-Code-Readers aus dem App-Store erfassen Sie den QR-Code auf dem ausgedruckten Infoblatt und übernehmen die Einstellungen für das Funknetz.

WLAN-Geräte mit Unterstützung für das WPS-Verfahren (Wi-Fi Protected Setup) lassen sich schnell und bequem per Knopfdruck mit dem Fritzbox-WLAN verbinden – die Verschlüsselungseinstellungen werden dabei von der Fritzbox auf das WLAN-Gerät übertragen und von diesem dauerhaft gespeichert. WPS ist standardmäßig aktiviert – überprüfen Sie das in der Benutzeroberfläche der Fritzbox unter „WLAN -> Sicherheit -> WPS-Schnellverbindung“. Aktivieren Sie gegebenenfalls die Option „WPS aktiv“. Klicken Sie nun auf den Button „WPS starten“ oder drücken Sie die „WLAN/WPS“- Taste auf der Fritzbox, bis die WLAN-LED blinkt. Unter Windows 10 klicken Sie im Windows-Startmenü auf „Einstellungen -> Netzwerk und Internet“ und dann auf „WLAN“. Klicken Sie in der Liste der verfügbaren Verbindungen auf den Namen des Funknetzes (SSID) Ihrer Fritzbox und dann auf „Verbinden“. Sollte WPS nicht unterstützt werden, wird das Eingabefeld „Netzwerksicherheitsschlüssel eingeben“ angezeigt. Geben Sie ihn ein – die WLAN-Verbindung wird hergestellt. Auf anderen Geräten wählen Sie den WPA-Modus „WPA2 (CCMP)“, geben den WLAN-Netzwerkschlüssel ein und stellen die Verbindung her.

Video: Fritzbox - So machen Sie ein Firmware-Update

Schritt 3: Schnellsten WLAN-Kanal wählen

Schritt 3: Schnellsten WLAN-Kanal wählen
Vergrößern Schritt 3: Schnellsten WLAN-Kanal wählen

Verminderte Datenübertragungsraten sind vor allem in dicht besiedelten Großstadt-Bezirken zu beobachten, wo sich Dutzende Funknetze die Kanäle teilen müssen. Die Fritzbox etwa ermittelt zwar in der Voreinstellung automatisch den am wenigsten genutzten Kanal und stellt sich darauf ein. Doch das geschieht einmalig beim Aktivieren der WLAN-Funktion, danach nicht mehr. Auch wenn in der Nachbarschaft weitere Funknetze hinzukommen und den gleichen Kanal belegen, bleibt das Gerät bei der einmal getroffenen Wahl. Seit der Firmware-Version 6.20 ist die automatische Kanalwahl vereinfacht. Sie finden sie ganz unten bei den Funkkanal-Einstellungen. Nachdem Sie dort auf „Autokanal aktualisieren“ geklickt haben, überprüft die Fritzbox die aktuelle Konfiguration und wechselt gegebenenfalls auf einen anderen Kanal. Eine kontinuierliche, automatische Kanalwahl ist nach wie vor nicht vorgesehen, und das aus gutem Grund: Die Automatik würde zu unvorhersehbaren Verbindungsabbrüchen führen.

Schritt 4: Mit oder ohne MAC-Filter

Schritt 4: Mit oder ohne MAC-Filter
Vergrößern Schritt 4: Mit oder ohne MAC-Filter

Die Fritzbox bietet die Möglichkeit , den Zugang zum Netzwerk auf Geräte mit bestimmten MAC-Adressen zu beschränken. Jedes Netzwerkgerät wie Switch, Router oder WLAN-Adapter ist mit einer solchen eindeutigen Adresse ausgestattet. Mit Software-Tools ist es möglich, etwa dem WLAN-Router eine gefälschte Adresse unterzujubeln („MAC-Spoofing“). So gesehen sind MAC-Filter nicht dazu geeignet, Eindringlinge sicher vom eigenen WLAN fernzuhalten. Allerdings erfordern sowohl das Abhören des WLAN-Verkehrs als auch das Spoofing tief greifende Kenntnisse in Netzwerktechnik. Das Setzen eines MAC-Filters bietet also zumindest einen Schutz vor Benutzern ohne technisches Spezialwissen, die in der Nachbarschaft einen nicht gesicherten WLAN-Zugang suchen. Die Funktion schalten Sie über „WLAN -> Sicherheit -> WLAN-Zugang auf die bekannten WLAN-Geräte beschränken“ ein. Klicken Sie dann auf „WLAN-Gerät hinzufügen“ und geben Sie die MAC-Adresse des Smartphones, Tablets oder Smart-TVs ein.

Tipp: Die besten Apps & Tools für die Fritzbox

Schritt 5: WLAN-Abdeckung messen

Schritt 5: WLAN-Abdeckung messen
Vergrößern Schritt 5: WLAN-Abdeckung messen

Viele Nutzer, die ein WLAN eingerichtet haben, kennen das: Auf einmal kann ein Gerät keine Verbindung zum WLAN aufnehmen, ein anderes Mal ist das Signal zu schwach, um auf der Terrasse zu surfen oder um auf die NAS zuzugreifen. In diesen Fällen ist es von Vorteil, wenn Sie die wichtigsten Parameter Ihres Netzwerks unter die Lupe nehmen können. Besitzen Sie ein Android-Smartphone, kann Ihnen FRITZ App WLAN weiterhelfen. Die Analysefunktionen der AVM-App sind in drei Bereiche eingeteilt: „Mein WLAN“, „Verbinden“ und „Umgebung“. Mithilfe der Funktion „WLAN messen“, die Sie über das „Menü“-Symbol und „Netzwerkanalyse“ erreichen, können Sie die Signalstärke an verschiedenen Standorten messen und auf diese Weise herausfinden, an welchen Stellen Ihrer Wohnung das Signal perfekt (grüner Bereich), schwach (gelber Bereich) oder fast überhaupt nicht messbar ist (grauer Bereich). Diese Infos ermöglichen es Ihnen, die optimale Position des Routers zu ermitteln.

Schritt 6: Fritzbox für IP-TV optimieren

Schritt 6: Fritzbox für IP-TV optimieren
Vergrößern Schritt 6: Fritzbox für IP-TV optimieren

Die Anbieter von IP-TV wie Telekom mit dem Produkt Entertain oder Vodafone mit Vodafone TV verweisen zwar gern darauf, dass ihr Internetfernsehen am besten mit einem hauseigenen Router funktioniert. Aber natürlich ist es auch mit der AVM Fritzbox kein Problem, sich Fernsehen per DSL-Anschluss ins Haus zu holen. Dafür muss die Set-Top-Box des TV-Anbieters, also der Telekom Media Receiver oder das Vodafone TV Center, mit dem Router verbunden sein. Idealerweise schließen Sie die TV-Hardware über ein Netzwerkkabel am Router an. Damit nutzen Sie nicht nur die Netzwerktechnik mit dem höchsten Tempo; das LAN-Kabel ist gegen Störungen auch deutlich unempfindlicher als Powerline oder WLAN. Soll die Set-Top-Box trotzdem bequem per WLAN Kontakt zum Router aufnehmen, können Sie den Empfang im Routermenü der Fritzbox optimieren. In der Expertenansicht gehen Sie dann auf „WLAN -> Funkkanal“ und klicken Sie auf „Weitere Einstellungen“. Danach markieren Sie „WLAN-Übertragung für Live-TV optimieren“ und bestätigen die Auswahl mit „Übernehmen“.

Optimalen Router-Standort finden

Nach Abschluss der Reichweitenmessung bildet Heatmapper anhand der Farbabstufungen von Grün bis Rot die Funkabdeckung Ihres WLAN-Routers und die von benachbarten Routern in den Wohnräumen ab.
Vergrößern Nach Abschluss der Reichweitenmessung bildet Heatmapper anhand der Farbabstufungen von Grün bis Rot die Funkabdeckung Ihres WLAN-Routers und die von benachbarten Routern in den Wohnräumen ab.

Ekahau Heatmapper erstellt eine 2D-Karte Ihres Funknetzes, die einen Überblick über die verschiedenen Signalstärken in Ihren Räumen liefert. So wissen Sie, wo Sie den Router optimal platzieren. Mauern, Glas und Metallgegenstände schränken den Funkbereich ein. Nur wenn Sie Ihren Router perfekt platzieren, erzielen Sie eine bestmögliche Reichweite und Empfangsqualität. Der für Privatnutzer kostenlose Ekahau Heatmapper misst die WLAN-Netzabdeckung in Ihren Räumen anhand einzelner Messpunkte. Für die Messung benötigen Sie ein gewöhnliches Notebook mit WLAN-Empfang, mit dem Sie sich durch die Wohnung oder Ihr Haus bewegen. Es dient Heatmapper als mobile Signalerfassungsstation. Klicken Sie dabei in regelmäßigen Abständen von drei bis vier Metern auf Ihre Position im Grundriss. Mit jedem Mausklick registriert Heatmapper die Signalstärke aller Router an diesem Punkt. Ihre bisherige Strecke wird in der Karte markiert. Haben Sie an ausreichend vielen Punkten gemessen, ergibt sich eine übersichtliche Heatmap-Karte, in der Sie auf einen Blick sehen, wie es um die Signalstärke an den einzelnen Standorten bestimmt ist und an welchen Positionen es Funklöcher gibt.

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