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WLAN-Tuning: So haben Sie immer den besten Empfang

15.09.2013 | 09:22 Uhr |

Sie haben Probleme mit Ihrer WLAN-Datenrate? Mit einfachen Tricks können Sie die Empfangsleistung optimieren. Wir geben Tipps fürs Antennen-Tuning und für leistungsfähige WLAN-Erweiterungen.

Netzwerke, die auf Funktechnik (WLAN) beruhen, haben ein großes Manko. Je weiter das Empfangsgerät vom sendenden Router entfernt ist, desto geringer wird die Datenrate, die auf Notebook und Tablet ankommt. Zusätzlich stören Wände und Reflexionen durch Elektro-, Wasser- und Heizungsinstallationen in Wohnungen und Häusern. Selbst Möbel, die Metallteile enthalten, behindern die Funkleistung des WLAN. Es gibt aber wirksame Maßnahmen, den Datendurchsatz auch in größere Entfernung zum Router auf hohem Niveau zu halten.
 
Alte Router durch moderne, schnelle Modelle ersetzen
 
Der erste Tipp: Sollten Sie noch einen Router nach dem WLAN-Standard 802.11g nutzen, so ist es an der Zeit diesen durch ein modernes Modell zu ersetzen. Der alte Standard liefert theoretisch bis zu 54 MBit/s und in der Praxis bis zu maximal 20 MBit/s – unter idealen Bedingungen. Damit wird jeder Download zur Geduldsprobe, Video-Streaming können Sie vergessen. Sie sollten sich deshalb einen Router nach den Standards 802.11n oder - ganz neu auf dem Markt - 802.11ac anschaffen. Ersterer verzehnfacht die Datenrate. Die 802.11ac-Technik soll in der Praxis nochmals eine Verdoppelung des Durchsatzes zu 802.11n bringen. Diese Marktübersicht gibt einen Überblick über alle derzeit erhältichen 802.11ac-Geräte.
 
Besitzen Sie bereits einen der schnellen Router, sind aber dennoch unzufrieden mit der Empfangsleistung auf ihrem PC oder Tablet im Wohnzimmer, sollten Sie als erste Maßnahme den Standort Ihres Routers überprüfen. Steht der Router an einem ungünstigen Ort, etwa einer kleinen Kammer, kann die Versetzung nach außerhalb die Lösung Ihrer Probleme sein. Hilft dies nicht, sollten Sie die Antennen ihres Routers ins Tuning-Visier nehmen.
 
Antennen-Tuning gegen Download-Frust
 
Die Antennenleistung wird in dBi gemessen. Die dBi-Angabe einer Antenne sagt -  unabhängig von der Leistung, die ihr vom Router zugeführt wird - etwas über die Richtung der Strahlen aus. Eine Antenne mit 0 dBi Leistung strahlt kugelförmig in alle Richtungen gleich stark (ideale Rundumantenne). Eine Antenne von 10 dBi Leistung (man spricht von Antennengewinn) hat zwar eine 10fache Leistung, erreicht aber auch nur ein Zehntel der Kugeloberfläche. Das heißt: Je stärker der Antennengewinn ist, desto enger ist der Korridor, in der die Strahlung wirkt (Richtantenne).

Verstärkte Stabantennen verbessern die WLAN-Reichweite innerhalb von Gebäuden
Vergrößern Verstärkte Stabantennen verbessern die WLAN-Reichweite innerhalb von Gebäuden
© Digitus

Antennen in modernen Routern haben deshalb die Eigenart ihre beste Leistung nur in eine Ebene zu liefern. Die Antennen strahlen also nicht kugelförmig, sondern je nach Ausrichtung hauptsächlich nur in eine Richtung. In die Praxis übersetzt, heißt dies: Steht die Router-Antenne senkrecht, liegt der optimale Empfang auf horizontale Ebene – im Haus leuchten Sie auf diese Weise eine Etage ideal aus.. Bewohnen Sie dagegen eine Wohnung oder Haus mit mehreren Etagen, wäre eine waagrechte Position der Antenne besser, weil der Strahlungsweg dann in vertikaler Richtung liegt. Haben Sie einen Router mit angeschraubten, beweglichen Stabantennen, können Sie durch Drehen der Antennen den optimalen Empfang für den jeweiligen Standort des Empfangsgerätes ermitteln. Bei festverbauten Antennen hilft eventuell eine Drehung des Routers - etwa eine senkrechte Wandmontage.
 
Bringen auch diese Maßnahmen nichts, müssen Sie über einen Tausch oder eine Ergänzung der Antennen nachdenken. Bei fest eingebauten Antennen ist dies schwierig. Zwar gibt es Hersteller, die Router- Antennen mit abziehbarem Stecker an der Platine befestigen. An diese Bastelei sollten sich aber nur erfahrene Spezialisten wagen, denn die Garantie geht durch Öffnen des Gerätes verloren. Bei gelöteten Verbindungen sollten Sie ganz die Hände weg lassen. Zu groß ist die Gefahr eines Totalverlustes des Routers.
 
Bei geschraubten Stabantennen ist der Tausch dagegen problemlos möglich. Doch Vorsicht: Viel hilft hier nicht viel. Starke Antennen mit viel Strahlungsgewinn schränken nicht nur den Strahlungswinkel ein, sie verstärken zudem die störenden Reflexionen innerhalb einer Wohnung. Der Leistungsvorteil könnte dahin sein. In Räumen sollten Sie daher nur Antennen mit maximal 6-8 dBi Antennengewinn einsetzen. Modelle wie die Stabantenne Digitus Wireless LAN rod Antenne (7 dBi) oder die Standantenne König Electronic CMP-ANT5DBI11 (5 dBi) bekommen Sie bereits für unter 10 Euro in Antennenshops wie www.kap24.de und www.conrad.de .
 
Richtantenne für weit entfernte Empfänger

Starke Antennen vergrößern die WLAN-Reichweite im Freien
Vergrößern Starke Antennen vergrößern die WLAN-Reichweite im Freien
© TP-Link

Starke Antennen oberhalb von 6-8 dBi eignen sich daher vor allem für den Einsatz im Freien. Sollten Sie glücklicher Besitzer eines parkähnlichen Grundstückes sein, lohnt sich der Einsatz starker Antennen. Und zwar nicht nur auf der Seite des Routers, sondern auch auf der Empfänger-Seite. Die Vorgehensweise: Installieren Sie zuerst beim Router eine bessere Rundumantenne. Sollte der Empfang am Notebook immer noch zu wünschen lassen, schließen Sie am Notebook eine starke Richtantenne (über USB) an. Starke Antennen wie etwa die M-Cap TL-ANT2414A 14dBi finden Sie in Shops wie www.wlan-shop24.de und www.itwelten.de .
 
Repeater und Powerline: gute Alternativen für besten Empfang
 
Innerhalb einer Wohnung und eines Hauses bieten sich neben dem Tuning der Antennen alternative Lösungen an. Zwar kosten diese Lösungen mehr als eine stärkere Antenne, sie sind jedoch problemloser zu installieren und liefern oft bessere Leistungen.
 
Repeater sind kleine Module, die – in einer Steckdose installiert - innerhalb des Hauses die Reichweite eines WLANs erweitern. Achten Sie jedoch darauf, dass in dem gewählten Raum der Empfang des WLAN-Signals auf hohem Niveau liegt. Denn Repeater können nur das Signal verstärken, das sie empfangen. Ist das schlecht, liefern sie auch nur eine geringe Datenrate an das Endgerät.
 
Bei insgesamt problematischen Wohnsituationen eignet sich daher die alternative Powerline-Technik besser. Powerline-Geräte leiten die Netzwerkdaten über die Stromleitungen oder das TV-Kabelnetz in Haus und Wohnung weiter. Die Installation ist einfach: Sie stecken das erste Powerline-Modul in eine Steckdose in der Nähe des Routers um besten Empfang zu garantieren. Das zweite Powerline-Gerät installieren Sie in eine Steckdose im Zimmer ihres Empfangsgerätes. Die Empfangsleistung bleibt damit auf gleichbleibend hohem Niveau.
 
Ethernet-Powerline verbannt Laserdrucker in den Keller
 
Neben den WLAN-Modulen gibt es Powerline-Geräte mit kabelgebundenen Ethernet-Anschlüssen. Diese eignen sich besonders für stationäre Endgeräte wie PC oder Drucker. Sie vermeiden Strahlungs- und Feinstaubemissionen, können ihren Netzwerk-Laserdrucker damit in den Keller oder einen Nebenraum verbannen. 

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