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WLAN-Router: Zusätzliche Wi-Fi-Kanäle freischalten

14.05.2015 | 10:09 Uhr |

Bei mehreren 11ac-Routern in derselben Nachbarschaft kann es zu Funkstörungen kommen. Wir verraten, woran das liegt.

Es ist der Traum aller Anwender: Mehr aus einem Gerät herauszuholen, als vom Hersteller vorgesehen ist. Und das im Idealfall für null Euro. Die auferlegten Grenzen Ihrer Hardware überwinden Sie mit Eingriffen in die Firmware. Sie steuert grundlegend die Funktionen des Geräts und ist meist im Flash-Speicher, EPROM oder ROM, fest gespeichert. Hersteller wollen natürlich nicht, dass Sie in die Firmware eines Gerätes eingreifen. Gleichzeitig beschränken sie über die Firmware die Leistung eines Geräts – sprich: Die Hardware könnte mehr, als die Software zulässt. Das gilt auch for WLAN-Router. So lösen Sie die künstlich auferlegten Bremsen.

So übertakten Sie Ihren Router

Um dem WLAN-Router zu einer höheren Datenrate zu verhelfen, sollten Sie über die Frequenz 5 GHz übertragen: Viele WLAN-Geräte mit dem Standard 11n arbeiten auf dieser Frequenz, aktuelle 11ac-Produkte sowieso. Sie dürfen im Gegensatz zu 11n-Geräten mehr Funkkanäle für die Übertragung zusammenfassen und sind daher schneller: Bei 11ac sind auf diese Weise 80-MHz-Kanäle möglich, bei 11n waren es nur maximal 40 MHz. Dabei gibt es aber ein Problem: Die meisten 11ac-Router funken nur auf den Kanälen 36 bis 48, die zusammen einen 80-MHz-Kanal belegen. Arbeitet also in der Nachbarschaft ein weiterer 11ac-Router, stören sie sich gegenseitig – das WLAN-Tempo geht in den Keller.

So funktioniert’s: Welche Kanäle der Router benutzen kann, regelt seine Firmware. Dabei müssen sich die Hersteller an Vorgaben von Regulierungsbehörden halten, die sich weltweit unterscheiden. In Deutschland beispielsweise dürfen 11ac-Router nur dann über höhere Kanäle als 48 arbeiten, wenn sie DFS (Dynamic Frequency Selection) beherrschen – damit wird verhindert, dass WLAN-Router Radaranlagen in diesem Frequenzbereich stören. Spart sich der Hersteller diese Funktion, können Sie im Router-Menü nur die Kanäle 36 bis 48 auswählen. In den USA dagegen sind Kanäle von 149 bis 165 auch ohne DFS freigegeben und lassen sich mit einer US-Firmware nutzen: Damit gibt es eine Ausweichmöglichkeit, wenn die unteren Kanäle durch andere 11ac-WLANs gestört sind. Viele Hersteller programmieren aber nicht für jede Region eine eigene Firmware: Stattdessen gibt eine Einstellung im Router-Menü vor, in welcher Region der Router genutzt wird und damit, welche Firmware-Funktionen sich vom Nutzer einstellen lassen. Diese Menü-Option heißt beispielsweise „Auswahl der Region“ und findet sich in den WLAN-Einstellungen.

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Warum dieser Hack gefährlich ist: Der Umstieg auf die US-Kanäle bringt allerdings zwei Probleme mit sich.

Problem 1: Der WLAN-Funk über diese Frequenzen ist in Deutschland verboten. Die Bundesnetzagentur hat diese Kanäle für die private Funkübertragung nicht freigegeben.

Problem 2: Wenn nur der Router sich auf diese Kanäle umstellen lässt, kommt keine WLAN-Übertragung zustande. Denn damit zwei WLAN-Geräte kommunizieren können, müssen nicht nur die Übertragungsfrequenzen, sondern auch die Funkkanäle übereinstimmen.

Diese Probleme können Sie übrigens auch bei legalem Verhalten haben: Wenn Ihr Router wie die Fritzbox 7490 beispielsweise für einen störungsfreien Betrieb die Kanäle 52 bis 64 auswählt, die 11ac-Gegenstelle aber nur die Kanäle 36 bis 48 unterstützt.

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