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WLAN-Router: Übertakten des Prozessors

10.05.2015 | 15:31 Uhr |

WLAN-Router, die im Netzwerk als NAS eingesetzt werden sollen, profitieren immens von einer übertakteten CPU. So geht's.

Aktuelle WLAN-Router besitzen inzwischen Mehrkernprozessoren mit Taktraten von bis zu 1 GHz. Und die benötigen sie auch, denn sie übernehmen immer mehr zusätzliche Aufgaben: Als Ersatz-NAS soll der Datenaustausch zur angeschlossenen USB-3.0-Festplatte möglichst schnell flutschen. Als Printer-Server müssen Druckdaten von Netzwerkgeräten an den Drucker übertragen werden. Über QoS (Quality of Service) soll der Router dafür sorgen, dass Videostreams schneller befördert werden als Mails. Und all diese Aufgaben erfordern Prozessorpower – so abwegig ist das es also nicht, die Router-CPU zu tunen.

Der WLAN-Knack-Test

So funktioniert’s: Die alternative Firmware DD-WRT erlaubt neben zahllosen anderen interessanten Funktionen auch das Router-Overclocking. Wir zeigen es am Beispiel des Netgear R7000 – ein idealer Kandidat, denn in ihm steckt eine 1 GHz schnelle Dualcore-CPU, die beim Übertakten eine merkliche Leistungssteigerung verspricht. Der Programmierer Kong hat für den R7000 eine angepasste DD-WRTVariante gebaut. Sie bekommen sie auf dieser Webseite . In diesem Verzeichnis stehen auch angepasste Varianten für andere Netgear-Router. Zum R7000 passt die Datei dd-wrt-K3_R7000.chk. Bevor Sie damit hantieren, sollten Sie unbedingt die aktuellen Firmware- Einstellungen des Routers speichern. Das erledigen Sie unter „Erweitert > Administration > Einstellungen sichern à Sichern“.

DD-WRT installieren: Nachdem Sie die Firmware- Datei heruntergeladen haben, rufen Sie das Menü des R7000 im Browser auf, indem Sie seine IP-Adresse eingeben oder mit der Adresse www.routerlogin.com . Nach Eingabe von Benutzernamen und Passwort wechseln Sie zum Menü „Erweitert“ und klicken links auf „Administration, Router-Update“. Bei „Auf der Festplatte gespeicherte Aktualisierungsdatei auswählen“ verweisen Sie auf die heruntergeladene DD-WRT-Firmware und bestätigen mit „Hochladen“. Möglicherweise warnt Sie ein Router-Menü, dass die neue Firmware eine niedrigere Versionsnummer hat als die installierte: Setzen Sie den Installationsvorgang trotzdem fort. Der Router spielt nun die alternative Firmware auf, was rund zwei Minuten dauert. Anschließend erreichen Sie den Router über die IP-Adresse 192.168.1.1. Die neue Firmware fordert Sie nun gegebenenfalls auf, Benutzername und Passwort zu ändern. Anschließend können Sie sich im neuen Menü umsehen: Gegenüber der Standard-Firmware gibt DD-WRT beispielsweise mehr Details preis – etwa unter „Status“ zur Taktrate, Auslastung oder Temperatur der Router-CPU. Oder Sie sehen, wie sehr der Arbeitsspeicher des Routers ausgelastet ist. Im Menü „Wireless“ gibt DD-WRT für jeden verbundenen WLAN-Client die aktuelle Signalstärke und Signalqualität an.

Undokumentierte Router-Tricks für Profis
Router-Prozessor übertakten: Der Dualcore-Prozessor des R7000 läuft standardmäßig mit 1000 MHz – das zeigt DD-WRT unter „Status, CPU“. Um ihn zu übertakten, verbinden Sie sich zunächst per Telnet mit dem Router. Eventuell müssen Sie dafür erst den Windows-Telnet-Client einschalten. Das erledigen Sie über „Systemsteuerung > Programme > Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“. Im folgenden Menü markieren Sie „Telnet-Client“ und bestätigen mit OK. Öffnen Sie nun die Windows-Eingabeaufforderung mit Adminrechten und geben Sie den Befehl telnet ein. Verbinden Sie sich mit „open 192.168.1.1“ mit dem Netgear-Router. Die Log-in-Seite der DDWRT-Firmware sollte nun erscheinen. Der Benutzername lautet „root“, das Passwort ist das gleiche wie für den Zugang zum Router-Menü. Ab jetzt gilt besondere Vorsicht: Denn Sie können nun direkt Einstellungen der Router-Firmware verändern und diese Änderungen speichern. Läuft dabei etwas schief, lässt sich das Gerät eventuell nicht mehr wiederbeleben. Mit dem Befehl nvram get clkfreq lassen Sie sich die Taktrate von CPU und RAM des R7000 anzeigen – so lange Sie daran nichts geändert haben, müsste dort „1000,800“ stehen. Den Takt des Arbeitsspeichers sollten Sie nicht manipulieren. Sie können aber an der CPU-Frequenz schrauben. Die meisten Bastler berichten, dass der Router auch bei einer Frequenz von 1,2 GHz noch stabil läuft. Mehr als 1,4 GHz sollten Sie dem Router-Prozessor aber nicht zumuten. Wenn Sie den Takt auf 1,2 GHz erhöhen wollen, geben Sie folgenden Befehl ein: nvram set clkfreq=1200,800. Bestätigen Sie mit Enter. Anschließend speichern Sie die Einstellung in der Firmware und starten den Router neu mit nvram commit && reboot. Wenn Sie sich nach dem Neustart wieder mit dem Router verbinden, sollte unter „Status, CPU“ in der Zeile „CPU Clock“ 1200 MHz stehen.

WLAN mit Access Point erweitern - so geht's

Zurück zur Standard-Firmware wechseln: Wenn Sie lieber zurück zu Standard-Firmware von Netgear wechseln wollen, rufen Sie in DDWRT das Menü „Administration, Firmware Upgrade“ auf. Unter „Durchsuchen“ zeigen Sie auf den Pfad, in dem die Firmware-Datei liegt und klicken auf „Upgrade“. Der Router spielt die Firmware ein und startet neu. Nach rund zwei Minuten müssen Sie mit „Continue“ bestätigen, damit der Vorgang weitergeht. Damit Sie sich wieder mit dem Router verbinden können, müssen Sie ihn per Hard-Reset auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Dazu drücken Sie rund fünf Sekunden lang mit einem spitzen Gegenstand, zum Beispiel einer aufgebogenen Büroklammer, in den Reset-Taster auf der Rückseite des Gehäuses. Nach dem Neustart kommen Sie mit dem Standard-Benutzernamen und -Password ins Router-Menü. Dort spielen Sie die Sicherungskopie der Einstellungen zurück: unter „Erweitert > Einstellungen sichern > Gespeicherte Einstellungen aus einer Datei wiederherstellen“.

Video: Fritzbox - So machen Sie ein Firmware-Update
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