22.07.2012, 16:09

Thorsten Eggeling

Heimnetzwerk

Mehr Reichweite für’s WLAN

Eine alte Fritzbox lässt sich noch zur Verstärkung des WLAN-Signals verwenden. ©avm.de

Wenn das WLAN nicht ausreicht, um die Wohnung an allen gewünschten Orten zu versorgen, ist guter Rat gar nicht teuer: Dazu finden Sie tausend Ratschläge, spürbar helfen nur die folgenden Maßnahmen.
Sender- und Empfängerstandorte optimieren
Mit der Shareware Wirelessmon können Sie messen, wo die Sendeleistung Ihres Funknetzes optimal ist und wo sie unzureichend wird. Die englischsprachige Software ist 30 Tage kostenlos, und eine Stunde sollte reichen, um die besten und die ungeeignetsten Orte für Sender und Empfangsgeräte zu analysieren. Verwenden Sie das Tool auf einem mobilen Windows-Gerät mit WLAN-Adapter, und nutzen Sie am besten die Registerkarte „Graphs“ und dort „Signal Strength Percentage…“. Für nicht mobile PC-Arbeitsplätze wählen Sie dann Standorte mit möglichst hoher Signalstärke.
Klar, wer ein Funknetz nutzt, will sich das Verkabeln ersparen – aber wenn Sie feststellen, dass der WLAN-Router selbst ungünstig platziert ist, sollten Sie ihn mit einem längeren Ethernet-Kabel mit dem Kabel- oder DSL-Modem verbinden und danach einen besseren Platz für den Router wählen.
Idealerweise beherrschen WLAN-Sender und alle Empfänger den 802.11n-Standard, was nicht nur den besten Durchsatz, sondern auch die beste Reichweite garantieren würde. Ist dies der Fall, können Sie im Router auf den Mixed Mode verzichten und pures 802.11n einstellen. Pures 802.11n verglichen mit Mixed 802.11b/g/n bringt beim Datendurchsatz etwa 15 bis 20 Prozent mehr Tempo – nicht die Welt, aber doch deutlich.
Nicht zuletzt WLAN-Drucker – leider auch neuere - nutzen aber oft noch langsameres 802.11g oder gar b. Es bleibt Ihre Entscheidung, ob es sich lohnt, für die etwas bessere Funknetz-Leistung den bremsenden Drucker aus dem WLAN zu nehmen und an anderer Stelle zu verkabeln (mit Ethernet oder USB).

Alten Router als WLAN-Repeater nutzen

Viele ausgemusterte Router können noch gute Dienste als Repeater leisten, also das Funksignal an geeigneter Stelle der Wohnung verstärken und so die Reichweite erhöhen. Am einfachsten ist die Zusammenarbeit von Basis-Router und dem zweiten Router bei Geräten desselben Herstellers. Grundsätzlich reicht es aber, wenn beide Router eine WDS-Repeater-Option (Wireless Distribution System) besitzen. Das können Sie zunächst in Ihrem Basis-Router mit dem Browser in der Konfigurationsoberfläche prüfen. Wenn es eine Option „WLAN, Repeater“ oder „WLAN, WDS“ oder auch „Wireless, WDS“ gibt, ist die Grundvoraussetzung erfüllt. Um Gleiches am zweiten Router zu ermitteln, schließen Sie diesen vorübergehend per Ethernetkabel ans Netz an. Mit dem Router-Namen in der Browser-Adresszeile kommen Sie hier eventuell nicht an die Web-Oberfläche des Zweit-Routers, weil der Name mit dem des Haupt-Routers identisch ist. Dann müssen Sie im Haupt-Router seine IP-Adresse ermitteln und diese im Browser eingeben.
Die weiteren Schritte, sofern beide Geräte WDS unterstützen, sind folgende:
  1. Sie aktivieren WDS in beiden Routern und definieren, sofern dies nötig ist (Fritzbox), einen als „Basisstation“, den zweiten als „Repeater“.
  2. Sie tragen beim Repeater die eindeutige MAC-Adresse des Haupt-Routers ein, umgekehrt bei der Basisstation diejenige des Repeaters.
  3. Sie tragen im Repeater den Namen des Funknetzes (SSID), Kennwort und Verschlüsselungstyp genau so ein wie im Haupt-Router.
  4. Falls Ihr Haupt-Router bisher automatische Kanalwahl verwendet „Auto“, ändern Sie dies auf einen festen Kanal und legen beim Repeater-Router denselben Kanal (oder „Channel“) fest.
  5. Deaktivieren Sie beim Repeater unter den Netzwerkeinstellungen den DHCP-Server.
  6. Vergeben Sie im Repeater eine feste und einfach zu merkende IP-Adresse für den Repeater, etwa 192.168.1.2, wenn der Haupt-Router 192.168.1.1 verwendet. Mit der IP kommen Sie später wieder an das Konfigurationsmenü.
  7. Stellen Sie im Repeater sicher, dass das Funknetz aktiviert ist.
Nach diesen Schritten können Sie den Zweit-Router vom Kabel trennen und an der gewünschten Stelle ans Stromnetz anschließen.
Windows-7-PC als virtueller Router (Repeater)
Der WLAN-Adapter jedes Windows-7-Rechners kann die Rolle eines Routers übernehmen. Damit ist es möglich, an passender Stelle, wo die Reichweite des tatsächlichen Routers nachlässt, einen PC zu postieren, der die Funksignale noch einmal einen Raum oder ein Stockwerk weiter transportiert.
Mit Windows-eigenen Mitteln ist es allerdings recht mühsam, diesen „Microsoft Virtual WiFi Miniport Adapter“ zu aktivieren und zu konfigurieren. Dazu ist eine Kombination aus Befehlen der Netsh-Kommandoshell und der Adapterkonfiguration (Verbindungsfreigabe) notwendig. Aber ein winziges kostenloses Tool, der Virtual Router Manager, macht das Einrichten des virtuellen Adapters zum Kinderspiel: Nach dem Download von Virtual RouterManager, installieren Sie das Tool, starten das Programm und wählen frei die SSID (Netzwerkname) sowie das Passwort. Danach erscheint das virtuelle Netz in der Liste der Drahtlosnetzwerke auf Ihren übrigen Geräten. Damit verbinden Sie sich wie mit einem realen Funkknetzwerk.
Der Windows-7-Netzadapter arbeitet dann in zwei Betriebsarten: Er ist weiterhin als Client mit dem Heim-Router und dem echten Netz verbunden und daher normal zu benutzen. Er ist zudem Hotspot für die Geräte, die sich mit seinem virtuellen Adapter verbinden. Das Ganze setzt voraus, dass dieser Windows-7-Rechner läuft, wenn er gebraucht wird (Energieoptionen beachten!).
Bequem und effizient: Dedizierter Repeater
Die beste, allerdings auch teuerste Lösung, um die WLAN-Reichweite zu erhöhen, ist ein dezidierter Repeater wie etwa der Fritzbox WLAN Repeater (rund 70 Euro). Bester Standort für einen Repeater, heißt es meistens, liegt genau auf halbem Weg zwischen dem WLAN-Router und den Empfängern, die der Repeater versorgen soll. Das klingt plausibel, stimmt aber längst nicht immer. Oft ist die Nähe des Repeaters zum Endgerät entscheidender als die Entfernung vom WLAN-Router. Hier hilft wieder nur Ausprobieren mit dem oben genannten Wirelessmon. Ein einmal konfigurierter Repeater wird einfach an der passendsten Stelle in eine Steckdose gesteckt. Ein gut postierter Repeater kann die Signalstärke locker verdoppeln.
Bevor Sie einen Repeater einsetzen können, muss der aber erst wissen, welches Funknetz er verstärken soll. Wenn Router und Repeater Wifi Protected Setup (WPS) beherrschen, geht das per Knopfdruck auf beiden Geräten innerhalb einer kurzen Wartefrist – der Repeater übernimmt dann automatisch die WLAN-Einstellungen vom Router. Ohne WPS ist das ebenfalls kein ernstes Problem: Sie müssen dann den Repeater anstecken und ihm im Browser über die Konfigurationsoberfläche die Daten (SSID, Kennwort, Verschlüsselung) mitteilen. Der Repeater ist mit einem Gerätenamen wie „fritz.repeater“ in der Browser-Adresszeile zu erreichen, notfalls immer auch mit der IP-Nummer, die Sie wiederum im Router herausfinden können.
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