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WLAN 2015: Das sind die schnellsten Router

30.03.2015 | 14:25 Uhr |

Die zweite Welle rollt an: WLAN-Router mit den Standard 802.11ac Wave 2 sollen das Funknetzwerk beschleunigen. Wir stellen die schnellsten Router vor.

Mit Wave 2 werden WLAN-Router noch schneller. Derzeit schaffen die besten 11ac-Router bis zu 1,75 GBit/s - theoretisch. Dafür nutzen Sie drei Antennen. Damit können Sie drei Datenströme gleichzeitig über 2,4 und 5 GHz übertragen. Das macht 450 MBit/s (3 Datenströme über 2,4 GHz) plus 1300 Mbit/s (3 Datenströme über 5 GHz) gleich 1750 MBit/s.

Allerdings lässt sich dieses Top-Tempo nur erzielen, wenn auch die jeweilige Gegenstelle drei Antennen hat. Da die meisten Notebooks, Tablets und Smartphones nur über zwei, meist sogar nur eine Antenne verfügen, hat der schnelle Router keine Chance, seine hohe Geschwindigkeit auszuspielen. Deshalb soll neue Tempo-Technik vor allem dafür sorgen, dass alle Geräte im WLAN schneller werden und damit der Datendurchsatz im gesamten Funknetzwerk ansteigt.

Tempo-Test: Wer ist schneller als die Fritzbox?

MU-MIMO: Mehr Tempo für einzelne Empfänger

Die Router, die dieses Jahr auf den Markt kommen, setzen dafür auf Multi-User-MIMO (MU-MIMO) oder auf die Triband-Technik. MU-MIMO - diese unterstützt zum Beispiel AVM in der neuen Fritzbox 4080. Die 4080 kann vier Datenströme pro Frequenz zeitgleich übertragen. Damit soll aber nicht eine einzige Gegenstelle mit vier Antennen bedient werden, sondern mehrere WLAN-Geräte mit ein oder zwei Antennen. Die Fritzbox 4080 beispielsweise kann an bis zu drei Empfänger gleichzeitig per MU-MIMO senden. Normalerweise laufen WLAN-Übertragungen hintereinander ab: Erst wenn der Funkkanal wieder frei ist, kann der Router an den nächsten Empfänger senden: Langsame WLAN-Geräte halten dann den ganzen Verkehr im Netzwerk auf.

Bei Multi-User-MIMO (MU-MIMO) sendet der Router dagegen über mehrere Antennen gleichzeitig an verschiedene Empfänger. Dazu verstärkt er per Beamforming das Sendesignal zum jeweiligen Empfänger. Die langsamen Geräte mit einer Antenne werden also gemeinsam abgefertigt. Eine schnelle Gegenstelle muss dann nicht mehr so lange warten, bis sie wieder funken darf. So profitieren zum Beispiel auch 11n-Geräte von MU-MIMO, obwohl sie die Technik nicht beherrschen.

Tri-Band-Router: Der Netgear Nighthawk X6 (R8000) arbeitet mit sechs externen Antennen
Vergrößern Tri-Band-Router: Der Netgear Nighthawk X6 (R8000) arbeitet mit sechs externen Antennen
© Netgear

Tri-Band-Router: Zwei Netzwerke über 5 GHz

Andere neue 11ac-Router setzen dagegen auf Tri-Band-Technik. Der Netgear R8000 zum Beispiel besitzt dafür drei Funkeinheiten. Er kann zwei unterschiedliche WLANs über 5 GHz und eines über 2,4 GHz aufbauen - eigentlich also 2+1-Band, weil nicht drei unterschiedliche Frequenzbänder genutzt werden. Über jede Funkeinheit kann er mit maximal drei Datenströmen gleichzeitig arbeiten, erreicht also ein Maximaltempo von 3,2 GBit/s - zweimal 1,3 GBit/s über 5 GHz plus 600 MBit/s über 2,4 GHz, sofern eine proprietäre Modulation genutzt wird.

Das gesamte WLAN-Tempo wollen Tri-Band-Router dadurch steigern, dass sie die WLAN-Geräte je nach Tempo über die drei WLANs verteilen. Langsame sollen sich über 2,4 GHz mit dem Router verbinden, schnellere über das erste 5-GHz-WLAN und die oder das schnellste über das zweite 5-GHz-WLAN. Damit sich die beiden 5-GHz-WLANs nicht gegenseitig stören, arbeitet sie über unterschiedliche Funkkanäle: Kanäle 36 bis 64 beziehungsweise 100 bis 128.

MU-MIMO oder Tri-Band: Was macht das WLAN schneller?

MU-MIMO hat den Vorteil, dass sich langsame Geräte gleichzeitg ansprechen lassen. Das kann vor allem bei einem WLAN Vorteile bringen, in dem viele Smartphones und Tablets unterwegs sind. Allerdings muss nicht nur der Router, sondern auch die Gegenstellen das MU-MIMO-Verfahren unterstützen. Und die aktuellen WLAN-Geräte tun das noch nicht.

Bei einem Tri-Band-Router müssen Sie Empfänger dagegen keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Um alle Frequenzbänder ausnutzen zu können, müssen sie aber DFS (Dynamic Frequency Selection) beherrschen - das ist zum Beispiel bei vielen Smartphones mit 11ac der Fall. Aber bei vielen 11ac-Adaptern nicht.

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