Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Vorteile und Nachteile von intelligenten Autos

04.02.2014 | 10:09 Uhr |

Das automatisiert fahrende Auto kommt. Doch ein Auto, das umfassend vernetzt ist und mehr oder weniger selbstständig fährt, bietet nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken.

Moderne Autos kann man mittlerweile aus technischer Sicht wie Mobilgerät sehen. Das bringt Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. Autos werden dadurch produktiver und können vielleicht irgendwann sogar automatisiert fahren , sie werden aber auch anfälliger für Sicherheits-Risiken. Gestohlene Online-Zugangsdaten sind schlimm - keine Frage. Aber wenn ein Angreifer die Bremsen Ihres Autos abschaltet, während Sie gerade auf der Autobahn auf ein Stauende auffahren, dann hat das schon noch einmal eine ganz andere Tragweite. Und dann ist da noch die Datenschutzfrage. Sicherheits-Experten warnen immer mehr vor diesen Risiken.

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Selbstständig fahrende Autos werden auf die Straße losgelassen

Der Google testet schon länger automatisiert fahrende Autos . In Nevada gibt es seit März 2012 ein Gesetz, welches die Führung eines automatisiert fahrenden Autos (in den Medien wird auch gerne von "autonomen" Autos gesprochen) auf öffentlichen Straßen erlaubt. Florida erlaubte im April 2013 die Erprobung solcher Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen und in Kalifornien wurde ein ähnliches Gesetz im September verabschiedet.

BMW demonstriert hochautomatisiertes Fahren (PC-WELT-Video)

Bereits früher im Jahr 2013 enthüllte Toyota sein „halb-autonomes“ Lexus Advanced Safety Research Vehicle (fortschrittliches Sicherheits-Versuchsfahrzeug). Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, welches nicht selbst fährt, sondern ausschließlich übernimmt, wenn ein Unfall droht.

Nissan Autocar.
Vergrößern Nissan Autocar.
© IDG/NS

Nissan will im Jahr 2020 ein autonomes Auto anbieten. Diese Ankündigung ist keineswegs ungewöhnlich, vor allem die deutschen Premium-Hersteller BMW und Mercedes-Benz forschen intensiv an hochautomatisiert fahrenden PKWs. Mercedes-Benz bietet in der S-Klasse bereits jetzt einen intelligenten Stau-Assistenten an. Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) prophezeit, dass 60 Prozent aller Autos auf den Strassen im Jahr 2025 mit dem Internet verbunden sein werden. Außerdem sagte es voraus, dass 75 Prozent der Autos 2040 führerlos sein werden.

Video: BMW zeigt fahrerloses Auto

Ein intelligentes Auto der nächsten Generation sieht im Unterschied zum Menschen, der einen Blickwinkel von 200 Grad besitzt, seine Umgebung mit 360 Grad. Es wird Teil eines großen Netzes sein, welches mit der gesamten Infrastruktur, wie Verkehrszeichen, Ampeln und anderen Fahrzeugen, verbunden sein wird. Fahrzeugen, die miteinander verbunden sind und nicht durch menschliche Fehler gefährdet sind, sollte es möglich sein mit größerer Geschwindigkeit zu reisen ohne einen Zusammenstoß zu riskieren.

Pendlern sollte es möglich sein sich in ihr Auto zu setzen, das Ziel einzustellen, sich anschließend zurück zu lehnen, eine Tasse Kaffee zu trinken und etwas zu lesen. Ähnlich wie es im Zug der Fall ist. Ältere Leute, die aus gesundheitlichen Gründen eigentlich kein Auto mehr fahren dürfen, könnten sich von ihren hochautomatisierten Fahrzeugen sicher zu jedem Ziel bringen lassen. Niemand müsste sich über Geschwindigkeitsverstöße Sorgen machen. Die Versicherungsbeiträge würden sinken. Außerdem könnte Sie auch ein übermüdeter Fahrer nachts sicher und fehlerfrei nach Hause bringen und das selbst nach einer Party. So weit die Zukunfts-Phantasien.

Toyotas selbstfahrendes Auto.
Vergrößern Toyotas selbstfahrendes Auto.
© IDG/TOYOTA

Das Problem daran ist aber, dass Autos mit solchen Möglichkeiten nicht garantiert „fehlerfrei“ sind. Kevin Curran, ein langjähriges Mitglied des IEEE und Professor für Informatik an der Universität von Ulster in Großbritannien warnt davor, dass ein kleiner Fehler in einem Fahrzeug das ganze Netzwerk gefährden könnte. Hacker könnten möglicherweise Audiofunktionen beeinträchtigen, die Zündung Ihres Fahrzeugs deaktivieren, die Software für das Bremssystem überschreiben und die Fahrzeug-Software mit Trojanern und Viren infizieren. Denn natürlich kann auf alles, was einen Kommunikations-Chip besitzt, von außen zugegriffen werden.

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Im letzten Sommer haben die Hacker Charlie Miller und Chris Valasek das demonstriert und sich in das Elektronische Steuergerät eines Toyota Prius und eines Ford Escape gehackt. Das machten sie zwar nicht per Fernzugriff, aber die Botschaft war klar: mit dem richtigen Zugang kann ein Hacker die Kontrolle über die fundamentalen Systeme eines Fahrzeugs wie Gas, Bremsen, Lenkrad und andere übernehmen.

Kann die Sicherheit Priorität haben?

Weil diese Technologie noch in ihrer Anfangsphase ist, gäbe es hier die Möglichkeit Sicherheitstechniken gleich zu Beginn in die Systeme grundlegend zu integrieren. Die meisten Experten sind sich allerdings sicher, dass das nicht der Fall sein wird und die Sicherheit wieder einmal im Nachhinein zum Gesprächsthema wird.

Der Fokus wird nach der Meinung von Experten auf Bequemlichkeit und Funktionen liegen. Es sei immer schwierig das Management davon zu überzeugen Geld in die Sicherheit zu investieren, solange alles gut geht. Die Geschichte zeigt aber, dass die Sicherheit anfangs keine Notwendigkeit ist und erst am Ende der Entwicklung erledigt wird.

Werden die Fahrer ihren Autos vertrauen?

Selbst wenn ein Fahrer in einem automatisiertem Fahrzeug grundsätzlich sicherer unterwegs sein sollte, ist es fraglich ob der Fahrer diesem genug vertraut und die Kontrolle abgibt.

Interieuer des Nissan Autocar.
Vergrößern Interieuer des Nissan Autocar.
© Nissan

Noch stehen die meisten dieser Technologie skeptisch gegenüber und müssen erst noch daran gewöhnt werden. Zudem werden Hersteller und Entwickler mit der Schuldfrage im Fall eines Unfalls konfrontiert. Sicherheit wird ein Thema werden. Jeder der an der Entwicklung beteiligt ist, könnte für einen Unfall haftbar gemacht werden. Gerichtsverfahren könnten ebenso Drittanbieter wie Software-Hersteller mit einbeziehen.

BMW demonstriert hochautomatisiertes Fahren (PC-WELT-Video)

Jedes „digitale Auto“ wird Probleme mit abstürzenden CPUs haben. Die ersten Navigationssysteme zum Beispiel hatten diverse Software-Probleme. Autos werden sicherlich auf Grund von digitalen Fehlern Pannen haben oder haben das bereits jetzt schon. Trotzdem wird die Auto-Industrie, wie auch die Luftfahrt, diese digitale Kontrolle in dieses komplexe System einführen ohne dabei größere Probleme zu haben. Das Sicherheitssystem müsste auf einem sicheren Kommunikationsprotokoll aufgebaut sein, das dafür sorgt, dass nur autorisierte Benutzer das System nutzen können.

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