Smartphones in Gefahr

Achtung: Neue Handy-Viren auf dem Vormarsch

Freitag, 02.12.2011 | 10:15 von Uli Ries
Bildergalerie öffnen Tricks gegen Handy-Viren.
© iStockphoto.com/mipan
Malware gefährdet nicht nur PCs: Auch Smartphones sind längst nicht mehr vor Viren sicher. Vor allem Android bietet dabei viel Angriffsfläche. So schützen Sie sich!
Gut 300 Millionen verkaufte Smartphones im Jahr 2010, 120 Milliarden Euro Umsatz über mobile Zahlungen im gleichen Jahr: gewaltige Zahlen, die auch kriminelle Profiteure anlocken. Dort, wo viele Menschen viele Finanztransaktionen abwickeln, sind Betrüger meist nicht fern. Zumal nicht nur geknackte Bankkonten winken. Schließlich finden sich auf den internetfähigen Telefonen auch reichlich Daten, die sich auf den digitalen Schwarzmärkten verhökern lassen.

Im letzten Jahr hat sich ein klarer Trend gezeigt: Die Schädlingsprogrammierer schießen sich auf Googles Smartphone-Betriebssystem Android ein. Beinahe 1200 Schädlingsvarianten haben die Virenexperten von McAfee im zweiten Quartal 2011 im Mobil-Umfeld gezählt. Mehr als 60 Prozent davon nehmen Android-Geräte ins Visier.

Darum greifen die Viren ausgerechnet Android an

Obwohl die iPhones länger am Markt sind als Geräte mit dem Google-Betriebssystem – von Modellen mit Windows Mobile oder Symbian ganz abgesehen, gibt es für die Apple-Telefone so gut wie keine ernstzunehmenden Schädlinge. Dies hat einen einfachen Grund: Apple kontrolliert die Installation von Anwendungen, und Schadprogramme sind letztendlich ja auch nur Apps. Wurde ein iPhone nicht per Jailbreak freigeschaltet, lassen sich Apps ausschließlich über Apples App Store installieren.

Aufgenommen in den Store werden nur Anwendungen, die zuvor von Apples Spezialisten unter die Lupe genommen wurden. Schadsoftware hat so kaum eine Chance. Googles Ansatz hingegen ist vergleichsweise anarchisch und der im PC-Umfeld üblichen Freizügigkeit verhaftet: Anwendungen können auf verschiedensten Wegen auf die Geräte wandern. Und selbst die über den offiziellen Google Android Market verbreiteten Apps werden nicht vorab auf Bösartigkeit hin geprüft.


Diese Version der Android-App Bowling Time wurde mit
Schadcode verseucht und wird daher von der Antiviren-App Lookout
als bösartig eingestuft.
Vergrößern Diese Version der Android-App Bowling Time wurde mit Schadcode verseucht und wird daher von der Antiviren-App Lookout als bösartig eingestuft.

Schadcode in vermeintlich harmlosen Apps

Anders als für Windows gibt es für Android noch keine so genannten Drive-by-Infektionen. Das bedeutet, dass Smartphones nicht automatisch infiziert werden können, sondern nur durch Zutun des Besitzers. Natürlich klickt niemand wissentlich auf Schadprogramme. Daher schleichen sich die Schädlinge huckepack ein: Entweder stellen die Macher selbst vermeintlich unschuldige Apps – Abspielprogramme, Spiele, Wettervorhersage-Apps, Banking-Software und so weiter – ins Internet und versehen sie versteckt mit Schadcode. Oder sie modifizieren eine populäre App und fügen dieser bösartige Funktionen hinzu, bevor sie die Software unter gleichem Namen wieder in die Verzeichnisse hochladen.

Google sieht dem Treiben der Virenprogrammierer nicht tatenlos zu. Immer wieder entfernt das Unternehmen bösartige Apps aus dem Internet und löscht diese auch automatisch von den Smartphones, die damit infiziert sind. Zuletzt wurden im März 2011 über 50 Anwendungen gelöscht, die mit dem Trojaner DroidDream infiziert waren. Auch im Juli wurde wieder gesäubert, allerdings im kleineren Umfang.

Freitag, 02.12.2011 | 10:15 von Uli Ries
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