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Vorsicht, Finanzamt!

Ebay-Verkäufer, Powerseller und Shop-Besitzer aufgepasst: Wer bei Ebay & Co. regen Handel treibt, um nachhaltig Gewinne zu erzielen, muss möglicherweise die Steuerfahndung fürchten.

Die gute Nachricht: Wer seinen Keller entrümpelt und alten Hausrat bei Ebay an den Mann bringt, dem droht keine Gefahr. Selbst wenn der angebotene Hausrat aus etlichen Teilen besteht, gilt der Verkäufer nicht gleich als Gewerbetreibender.

Im Visier der Steuerbehörden stehen jedoch insbesondere solche Händler, die Monat für Monat Gewinne mit Online-Geschäften bei Ebay erzielen - und keinen Cent an den Fiskus abführen. Zu dieser Nutzergruppe gehören auch viele Hobbyhändler, die aufgrund ihrer Angebotsaktivität im großen Stil ungeplant zum Verkaufsprofi geworden sind. Achtung: Steuerhinterziehung kann mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden.

Mehr als Gelegenheitsauktionen: Dafür interessiert sich das Finanzamt


Internet-Geschäfte über einen eigenen Shop oder eine Handelsplattform wie Ebay können im Hinblick auf Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer Bedeutung erlangen. Dank des transparenten Mitglieder-Bewertungssystems ist es ein Leichtes, gewerbsmäßige Ebay-Anbieter aufzuspüren: Ein Blick in das Bewertungsprofil eines Mitglieds gibt Auskunft darüber, wie viele Bewertungen ein Ebay-Nutzer hat – und lässt damit Rückschlüsse auf den wiederholten Handel mit Waren zu. Außerdem zeigt die Ebay-Funktion „Andere Artikel des Verkäufers“ eine Liste aller weiteren Offerten eines Ebay-Mitglieds an.

Für die Einordnung als steuerlich unbeachtliche Internet-Geschäfte oder steuerlich relevanter Handel kommt es auf den Umfang Ihrer Verkaufsaktivitäten an. Jeder Anwender, der mit Gewinnerzielungsabsicht bei Ebay & Co. auftritt, ist möglicherweise einkommen- und gewerbesteuerpflichtig. Und für das Umsatzsteuerrecht reicht unter Umständen schon ein nachhaltiges Tätigwerden mit Einnahmeerzielungsabsicht aus, damit ein unternehmerisches Handeln anzunehmen ist. Weil die jeweilige Abgrenzung vom konkreten Einzelfall abhängt, raten wir Anwendern, die regelmäßig im Web Waren anbieten, sich unbedingt bei einem ortsansässigen Steuerberater zu informieren.

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