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Vorsicht vor der Abmahn-Falle bei Facebook und Google+

28.09.2011 | 14:03 Uhr |

Es könnte fast jeden treffen, der bei Facebook oder Google+ schon einmal ein Youtube-Video oder Foto geteilt hat. Wir verraten, wie Sie Abmahnungen abwenden.

Ob bei Facebook, Google+ oder Twitter – in sozialen Netzwerken hinterlassen User nicht nur Urlaubsgrüße oder die letzte Joggingroute. Meist teilen sie auch Musikvideos und Partybilder mit den Freunden oder der Öffentlichkeit. Beliebt ist auch die Verwendung von Motiven aus Filmen oder Spielen für das eigene Profilbild. Vor rund einem Jahr wurde in Facebook beispielsweise dazu aufgerufen, sein Profilbild durch den Lieblings-Comic-Helden der Kindheit auszutauschen. Viele sind dem Aufruf gefolgt – manche verwenden das Comic-Bild noch immer.

Streng genommen verletzt die unerlaubte Verbreitung von Musikvideos, Partyfotos und anderen rechtlich geschützten Bildern aber das Urheberrecht. Theoretisch könnte schon morgen eine Abmahnung vom Anwalt in Ihrem Briefkasten liegen, in der Sie zur Kasse gebeten werden. Uns sind derzeit keine größeren Abmahnwellen bei Facebook oder Google+ bekannt – auf die leichte Schulter nehmen sollten Sie das Thema deshalb aber nicht. Bei den Tauschbörsen hat es auch etwas gedauert – mittlerweile haben die Abmahn-Anwälte das Thema aber für sich entdeckt. Ganze Tauschbörsen mussten bereits schließen oder ihr Geschäftsmodell radikal abändern.

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Abmahnungs-Gefahr: Das sollten Sie vermeiden

  • Verzichten Sie auf das Posten von Videos und Bildern, wenn Sie dabei Urheberrechte verletzen würden. Im Zweifelsfall sollten Sie ebenfalls verzichten. Ein Klassiker der Urheberrechtsverletzung sind Youtube-Videos. Für ein Abmahnungs-Schreiben der GEMA genügt es bereits, wenn im Hintergrund Musik spielt. Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft, die die Rechte der Musiker vertritt.

  • Ohne Einwilligung der Fotografierten dürfen Sie keine Bilder veröffentlichen. Auch wenn die wenigsten Privatpersonen Sie verklagen würden – riskieren Sie es besser nicht! Gerade bei peinlichen Bildern reagieren die Fotografierten schnell gereizt und womöglich mit einer Abmahnung.

  • Selbst gekaufte Bilder dürfen Sie nicht immer bei Facebook verwenden. Der Haken: Nicht wenige Lizenzen verbieten die kommerzielle Nutzung des Bildes durch Dritte. Facebook nimmt sich aber genau dieses Recht heraus. Zitat Facebook : „Mit dem Hochladen deines Inhalts gewährst du uns eine Lizenz, diesen Inhalt zu nutzen und anzuzeigen.“ Informieren Sie sich also genau, welchen Bestimmungen das gekaufte Bild unterliegt.

  • Auch Beleidigungen geben Grund zur Abmahnung. Bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie Schimpfwörter!

  • Nicht nur Fotos und Videos sind geschützt. Das Urheberrecht gilt auch für Texte – etwa Gedichte und Sprüche.

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Keine Abmahnung: Das können Sie unbesorgt tun

  • Weblinks auf Artikel seriöser Portale wie Wikipedia oder PC-WELT sind anders als so mancher Youtube-Link unbedenklich.

  • Nach 70 Jahren des Todes des Urhebers endet der Rechtsschutz. Ein altes Gedicht oder einen alten Spruch dürfen Sie dann gefahrlos auf Ihrer Pinnwand veröffentlichen.

  • Halten Sie nach der Creative-Commons-Lizenz (CC) Ausschau. Diese verrät verständlich, unter welchen Bedingungen das Werk weitergegeben werden darf. Beispielsweise, wenn Sie den Namen des Autors nennen.

So schützen Sie sich vor Abmahnungen bei Facebook, Google und Twitter

Bester Schutz vor Abmahnungs-Anwälten: Sperren Sie diese aus; riegeln Sie Ihr Profil ab. Was nicht öffentlich verbreitet wird, wird von Anwälten nicht gesehen.

  • Facebook: Regeln Sie über das Drop-Down-Menü links neben dem „Posten“-Button die Sichtbarkeit der Nachricht. Wählen Sie „Freunde“ oder fassen Sie das Publikum per Liste oder via „Benutzerdefiniert“ noch enger. Klicken Sie außerdem auf „Konto, Privatsphäre-Einstellungen“ und dann auf „Sichtbarkeit älterer Beiträge verwalten“. Damit beschränken Sie die Sichtbarkeit aller alten Beiträge in einem Rutsch nachträglich. Bei Fotos können Sie die Sichtbarkeit ebenfalls im Nachhinein anpassen, wenn Sie auf das entsprechende Foto klicken.

  • Google+: Klicken Sie unter der Text-Box auf „+Kreise oder Personen hinzufügen“, um die Nachricht nur ausgewählten Personen zugänglich zu machen. Im Profil unter „Fotos“ und „Videos“ entfernen Sie auf Wunsch den Haken bei „Diesen Tab in Ihrem Profil anzeigen“.

  • Twitter: Aktivieren Sie in den Konto-Einstellungen „Meine Tweets schützen“. Dann sehen nur Ihre Follower Ihre Tweets.

Facebook-Tuning mit Gratis-Scripts

Einziger Schönheitsfehler beim Abriegeln: Teilt einer Ihrer Kontakte den Beitrag, verlieren Sie die Kontrolle über die Sichtbarkeit des Beitrags. Immerhin blendet Google+ einen Hinweis an die Teiler ein: „Dieser Beitrag wurde ursprünglich nur mit einer eingeschränkten Personengruppe geteilt. Seien Sie umsichtig beim erneuten Teilen.“. Wir wünschen uns dennoch eine Möglichkeit, den „Teilen“-Button gezielt aus eigenen Beiträgen auszuschließen. Solange es diese Möglichkeit nicht gibt, sollten Sie extra vorsichtig beim Veröffentlichen Ihrer Beiträge sein und zusätzlich zu Fragen wie Rechtschreibung und Formulierung auch den Aspekt „Urheberrecht“ im Hinterkopf behalten. Dann bleibt Ihnen die Abmahnung erspart.

Umzug: Tschüss Facebook, Hallo Google+

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