17.07.2012, 09:23

Nikolai Zotow

Vorschau

Windows 8 in der Cloud - Was steckt dahinter?

Windows 8 bindet die Cloud von Werk aus in viele Funktionen ein. Einiges davon kann man aber auch bei Windows 7 nachrüsten. ©istockphoto.com/artsstock

Mit Windows 8 setzt Microsoft voll auf Cloud Computing. Doch wie funktioniert das genau, und welche Cloud-Dienste gehören dazu? Wir geben Ihnen schon jetzt einen Ausblick.
In Windows 8 läuft ohne die Live-ID nur noch wenig: Sie benötigen sie zur Verknüpfung des Betriebssystems mit den Cloud-Diensten und sozialen Netzwerken. Sie dient auch – alternativ zu Ihrem herkömmlichen Windows-Kontonamen – zur Anmeldung in Windows. Über die Live-ID stehen Ihnen auf Ihrem Windows-8-Gerät sämtliche mit Ihrem Live-Konto verknüpften Daten und Konten ohne weiteres Zutun zur Verfügung.
Wenn Sie etwa Ihren Facebook-Zugang mit der Website Ihres Live-Kontos verknüpfen, gilt das auch für Ihren Windows-8-Rechner. Sie können dann sowohl in der gewohnten Facebook-Umgebung als auch direkt aus den vorinstallierten Windows-8-Apps mit Ihren Kontakten chatten. Mit der Live-ID erhalten Sie Microsofts Online-Speicher Skydrive, für den eine App in Windows 8 bereits vorinstalliert ist. Damit reicht ein einfacher Log-in-Vorgang bei Microsoft Live aus, um sich für sämtliche verknüpften Dienste zu autorisieren.

Der Grundgedanke ist hier ähnlich wie beim Portal des Wettbewerbers Google, wo Sie sich ebenfalls nur einmal an einer zentralen Stelle mit Ihrer Googlemail-Adresse anmelden, um Funktionen wie Kalender, Mail oder Adressbuch zu nutzen.
Stets alle Daten dabei: Die Cloud in Windows
Windows Live und Skydrive werden zentraler Bestandteil von Windows 8 sein. Über diese Dienste stehen Ihnen bereits jetzt unter Windows 7 eine Fülle von Windows-8-Funktionen zur Verfügung.

Wenn Sie Skydrive nutzen, können Sie von der Cloud-Oberfläche aus nicht nur auf Ihre Daten auf den Microsoft-Servern zugreifen, sondern auch auf alle diejenigen Daten, die sich lokal auf demjenigen Rechner befinden, den Sie mit dem Dienst verbunden haben. So können Sie von unterwegs auf Ihre Musik, Ihre Fotos oder Videos zugreifen, ohne sie vorher erst in den Cloud-Speicher hochgeladen zu haben.

Voraussetzung hierfür ist, dass Ihr Rechner eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist und Sie den Skydrive-Client installiert haben. Mit dem Client haben Sie auch Ihre Skydrive-Daten als synchronisierte Kopie auf der Festplatte Ihres Rechners vorliegen – praktisch, wenn Sie nicht immer online sein können.

Bei der Installation werden Sie explizit gefragt, ob Sie Ihren PC für den Fernzugriff öffnen wollen. Microsoft spricht hier vom „mobilen Abrufen von Dateien“. Diese Einstellung können Sie später im Einstellungsmenü des Skydrive-Clients auf der Programmleiste ändern. Doch Vorsicht! Wenn Sie den Fernzugriff auf den Rechner erlauben, wirkt sich das auf sämtliche Dateien in Ihrem System aus. Auch Netzlaufwerke oder andere Cloud-Speicher, die beispielsweise über einen Laufwerksbuchstaben gekennzeichnet sind, werden sichtbar.
Skyrive und Co.: Geniale Cloud-Tools

Microsoft stellt für Skydrive Software für Windows 7, 8, Mac-OS, iOS und natürlich Windows Phone zur Verfügung. Für Android gibt es drei Lösungen von Drittanbietern, darunter den kostenfreien „Browser for SkyDrive“. Die Entwicklung eines eigenen Clients ist derzeit (noch) kein Thema für Microsoft. Für XP und Vista gibt es von Microsoft keinen Skydrive-Client; Sie können sich aber mit SDExplorer behelfen.

Aber auch, wenn Sie Windows 8 mit der Skydrive-Metro-App nutzen, sollten Sie sich den Skydrive-Client installieren. Denn die Metro-App erlaubt Ihnen nur den direkten Online-Zugriff auf den Skydrive-Speicher und synchronisiert ihn nicht. Außerdem können Sie mit dem Client auf Ihre Skydrive-Daten im Dateiexplorer zugreifen. Vorsicht sollten Sie walten lassen, wenn Sie mit der Windows-eigenen Verschlüsselung gesicherte Dateien per Client übertragen. Diese werden entschlüsselt in die Cloud transportiert und verlieren ihre Verschlüsselung auf Dauer. Empfehlenswert ist es, sie mit einem Verschlüsselungsprogramm wie beispielsweise Truecrypt zu schützen.

Dateien in Skydrive können Sie auch mit anderen teilen – Sie müssen sie dazu lediglich freigeben. Dabei können Sie einstellen, ob die Personen, mit denen Sie die Daten teilen, sich über eine Live-ID einloggen müssen oder nicht. Gegenwärtig funktioniert die Freigabe, allerdings arbeitet sie nicht immer korrekt, und Freigegebenes wird als nicht freigegeben angezeigt. Manchmal hilft es dann, sich aus Skydrive aus- und dann wieder einzuloggen.

Alternativ können Sie auch die Zugriffsprogramme von anderen Anbietern wie Dropbox oder Google Drive nutzen. So lange Sie Ihre Daten in der Cloud speichern und mit dem lokalen Rechner synchronisieren wollen, sind diese Dienste einander recht ähnlich. Falls Sie mehr als ein Nutzerkonto auf Ihrem Rechner angelegt haben, müssen Sie für jeden Nutzer Skydrive und Dropbox neu installieren.
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