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Vor EU-Gericht: Erfolg für Internet-Apotheken

11.12.2003 | 13:52 Uhr |

Bahn frei für DocMorris & Co: Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat entschieden, dass der Versand von verschreibungsfreien Medikamenten durch Internet-Apotheken rechtens ist.

Bahn frei für DocMorris & Co: Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat Medienberichten zufolge entschieden, dass der Versand von verschreibungsfreien Medikamenten durch Internet-Apotheken rechtens ist.

Damit entschieden die EU-Richter im Sinne der niederländischen Versandapotheke DocMorris. Der deutsche Apothekerverband hatte zuvor gegen DocMorris geklagt.

Allerdings gilt die Entscheidung des Gerichts nur für den Versand verschreibungsfreier Medikamente. Bei verschreibungspflichtigen Pillen, Salben und Tropfen sieht es anders aus. Bei solchen Arzneien erhöhe sich das Risiko einer fehlerhaften oder missbräuchlichen Verwendung. Hier müsse die Gesundheit von Menschen geschützt werden, ergo sei das deutsche Verbot des Versandhandels per Internet rechtmäßig.

Die deutschen Apotheker fürchten die Konkurrenz durch die Internet-Apotheken. Krankenkassen und Gesundheits-Ministerium setzen dagegen auf eine Kosteneinsparung.

Die Rechtslage dürfte sich in Deutschland ohnehin bald ändern: Die Bundesregierung will im Rahmen der Gesundheitsreform ein neues Gesetz zum Versandhandel von Medikamenten erlassen.

Bundesregierung will Versandhandel mit Arzneimitteln erlauben (PC-WELT Online, 10.12.2003)

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