2100726

Vmware Converter verwandelt Ihr System in einen virtuellen PC

02.01.2016 | 14:44 Uhr |

Im kostenlosen Konverter-Tool von Vmware legen Sie eine Kopie Ihres bisherigen PCs mit Windows 7 oder 8.1 an, die Sie dann nach einem Upgrade etwa auf Windows 10 als virtuelle Maschine nutzen können.

Schritt 1: Konvertieren mit Vmware vorbereiten

Mit dem kostenlosen Vcenter Converter bietet Vmware ein für Privatnutzer kostenloses Tool an, das echte PCs in virtuelle Maschinen konvertiert. Ideal ist die Software, um einen physikalischen Rechner vor einem Betriebssystemwechsel in einen virtuellen PC umzuwandeln. Auch Ihr derzeitiger PC mit Windows 7 oder Windows 8.1 lässt sich so mit geringem Aufwand in Windows 10 übernehmen und dort weiterverwenden. Im Setup-Assistenten des Konverters entscheiden Sie sich für eine lokale Installation („Local installation“).

Bevor Sie mit der eigentlichen Umwandlung beginnen, empfiehlt es sich, den zur Konvertierung vorgesehenen PC aufzuräumen. Das reduziert den Platzbedarf der virtuellen Maschine. Deinstallieren Sie im bisherigen Windows alle Anwendungen, die Sie nicht mehr benötigen. Löschen Sie ferner alle überflüssigen Benutzerdaten auf dem Systemlaufwerk – gehen Sie dazu die Dokumentenordner und Windows-Bibliotheken der Reihe nach durch. Zusätzlich können Sie das Betriebssystem noch von Datenresten bereinigen, denn Datenmüll brauchen Sie nicht in die virtuelle Maschine zu überführen. Für schnelle Aufräumarbeiten verwenden Sie das kostenlose Ccleaner .

Bei der Einrichtung von Vcenter Converter wählen Sie „Local installation“.
Vergrößern Bei der Einrichtung von Vcenter Converter wählen Sie „Local installation“.

Schritt 2: Klonvorgang starten

Beim Start präsentiert sich der Konverter mit einem aufgeräumten Hauptmenü. Die beiden zentralen Funktionen „Convert machine“ (Maschine konvertieren) und „Configure machine“ (Maschine konfigurieren) finden sich unterhalb der Menüleiste. Durch das gesamte Konvertierungsprozedere führt ein Umwandlungsassistent, den Sie mit einem Klick auf „Convert machine“ aufrufen. Dabei müssen Sie das Quellsystem, das Zielsystem und die Konvertierungsoptionen auswählen.

Unter „Source System“ definieren Sie zunächst das Quellsystem. Für den aktuellen PC, an dem Sie arbeiten, übernehmen Sie im Aufklappfeld „Select source type“ die Vorgabe „Powered-on machine“. Im Bereich darunter aktivieren Sie die Option „This local machine“. Mit der Alternativoption „A remote machine“ lassen sich Rechner im Netzwerk sichern, ohne dass Sie den Converter auf diesem PC installieren müssen. Bestätigen Sie mit „Next“.

Workshop: So funktioniert Hyper-V

„This local machine“ wählt Ihren Windows-PC als Quellsystem aus.
Vergrößern „This local machine“ wählt Ihren Windows-PC als Quellsystem aus.

Schritt 3: Software wählen

Nun kommen Sie zu den Vorgaben für das virtuelle Zielsystem. Im ersten Schritt wählen Sie bei „Select destination type“ den Typ und die Virtualisierungs-Software aus, für die der virtuelle Rechner später bereitgestellt werden soll. Möchten Sie die mit dem Vcenter Converter erzeugten virtuellen Maschinen später im Vmware Player oder in Vmware Workstation abspielen, setzen Sie die Einstellung im oberen Ausklappfeld einfach auf „VMware Workstation or other VMware virtual machine“. Der kostenlose Vmware Player erlaubt die Verwendung der mit dem Konverter erstellten virtuellen Maschinen unter Windows und Linux.

Im Ausklappfeld darunter stellen Sie normalerweise die Option „VMware Player 6.0.x“ für den Player ein. Möchten Sie die virtuelle Maschine später mit Vmware Workstation einsetzen, wählen Sie die entsprechende Version von Vmware Workstation aus. Geben Sie dem neuen virtuellen Computer im Feld hinter „Name“ noch einen Titel, unter dem er später im Vmware Player aufgeführt wird. Klicken Sie dann hinter „Select a location for the virtual machine“ auf „Browse“ und legen Sie den Speicherort für den virtuellen PC fest. Das gewählte Ziellaufwerk muss über ausreichend viel freien Speicherplatz verfügen – mindestens 20 GB sind ratsam. Sind diese Einstellungen getroffen, klicken Sie auf „Next“.

Geben Sie den Namen und den Speicherort für den virtuellen PC ein.
Vergrößern Geben Sie den Namen und den Speicherort für den virtuellen PC ein.

Alternativ-Konverter: PC mit Disk2vhd klonen

Microsoft bietet mit Disk2vhd ein Gratis-Tool an, das im laufenden Betrieb ein bestehendes Windows-System in eine virtuelle Festplatte im VHD-Format umwandelt. Die so erzeugte virtuelle Platte können Sie anschließend unter Hyper-V in Windows 8.1 einbinden und als virtuelle Maschine im Fenster booten.

Disk2vhd installieren: Entpacken Sie Disk2vhd in einen leeren Ordner auf der Festplatte, beispielsweise in C:\disk2vhd, und starten Sie die Software mittels Doppelklick. Das minimalistisch gestaltete Hauptfenster des Microsoft-Tools zeigt eine Übersicht der erkannten Partitionen Ihres Rechners an. Vor jedem Laufwerk ist ein Häkchen gesetzt.

Zieldatei vorgeben: Geben Sie bei „VHD File name“ den gewünschten Speicherort samt Dateinamen für die neue VHD-Datei an. Entfernen Sie noch das Häkchen vor der Option „Use Vhdx“. Vhdx ist ein neueres Microsoft-Dateiformat für virtuelle Festplatten, das zu Kompatibilitätsschwierigkeiten mit Virtualisierungs-Tools anderer Hersteller führen kann.

Laufwerk konvertieren: Bestätigen Sie die Laufwerkskonvertierung mittels Klick auf „Create“. Wie der PC-Konverter von Vmware benötigt auch Disk2vhd abhängig von Größe und Belegung der Ausgangsfestplatte sowie der Gesamtleistung des Rechners eine ganze Weile, bis die virtuelle Festplattenkopie erstellt wurde. Am Ende des Vorgangs erscheint „Disk Export to VHD completed successfully“.

PC einsetzen: Eine mit Disk2vhd erstellte virtuelle Festplatte lässt sich in Hyper-V als Datenträger einbinden und als virtueller PC nutzen. Zum Booten einer VHD-Datei muss Hyper-V auf Ihrem Rechner installiert sein. Hyper-V bildet dabei die Virtualisierungsplattform zum Öffnen und Hochfahren der VHD-Datei. Da Disk2vhd eine VHD-Datei mit einem Eins-zueins-Abbild aller Daten erzeugt, müssen Sie die Treiber in der virtuellen Maschine nach dem Booten des Systems in Hyper-V anpassen, da diese sich noch auf die Hardware des Ausgangs-PCs beziehen.

Virtual Machine Converter: Mit dem Microsoft Virtual Machine Converter (MVMC) in der Version 3.0 bietet Microsoft übrigens ein weiteres kostenloses Konvertierungs-Tool zum Umwandeln eines echten in einen virtuellen Rechner. Allerdings ist MVMC nicht für Desktop-PCs mit Windows konzipiert, sondern funktioniert nur auf Microsoft-Servern. Gedacht ist das Gratis-Tool vornehmlich, um virtualisierte Server zwischen Vmware und Hyper-V umzuwandeln, es kann allerdings auch physikalische Server in virtuelle Hyper-V-Server konvertieren und automatisch auf die korrespondierende Microsoft-Cloud-Plattform Windows Azure hochladen. Durch eine Konvertierung vorhandener Vmware-Maschinen will Microsoft Nutzern von Vmware den Umstieg auf Hyper-V schmackhaft machen.

Schritt 4: Konvertieroptionen

Legen Sie die Optionen für die Konvertierung fest. Durch diesen Schritt nehmen Sie Anpassungen an der Arbeitsweise des Konverters vor. Klicken Sie dazu nachfolgend auf „Data to copy“. Hier sind sämtliche interne Festplatten und Partitionen des Quell-PCs aufgeführt. Entfernen Sie nun das Häkchen vor den Laufwerken, die der virtuelle Rechner nicht erhalten soll. Zusätzlich sollte ganz unten ein Häkchen vor „Ignore page file and hibernation file“ gesetzt sein. Auf diese Weise reduzieren Sie den Platzbedarf der virtuellen Maschine. Die beiden Dateien werden dann beim ersten Start von Windows in der virtuellen Umgebung automatisch neu angelegt.

Hier legen Sie fest, welche Laufwerke der Vmwaer Konverter berücksichtigen soll.
Vergrößern Hier legen Sie fest, welche Laufwerke der Vmwaer Konverter berücksichtigen soll.

Schritt 5: Speicher und Netz

Unterhalb von „Data to copy“ zeigt der Konverter bei „Devices“ möglicherweise einige Warnmeldungen mit einem gelben Achtung-Symbol an. Da der Konverter die Größe des tatsächlich vorhandenen Hauptspeichers im echten Rechner auch in die virtuelle Maschine übernimmt, ist es ratsam, das vom Konverter zugewiesene RAM im Bereich „Memory“ mithilfe des Schiebereglers zu reduzieren. Die Anzahl der virtuellen Prozessoren können Sie im Bereich „Devices“ unter „Other“ anpassen.

Im Anschluss daran richten Sie das Netzwerk für die virtuelle Maschine ein. Hierzu klicken Sie links auf „Networks“ und wählen im nächsten Schritt rechts im Aufklappfeld „Network adapters to connect“ aus, wie viele Netzwerkkarten der virtuelle Rechner erhalten soll – normalerweise genügt eine. Klicken Sie danach in das Aufklappfeld unter „Connection type“, können Sie zwischen „Bridged“, „NAT“ und „Host-only“ umschalten. Bei „NAT“ wird Network Address Translation verwendet, das heißt ein Übergang zwischen zwei Netzen durchgeführt – in diesem Fall zwischen dem realen und dem virtuellen Netz. Aus Sicherheitsgründen ist „NAT“ eine gute Wahl.

Die Speichergröße des Zielsystems für den virtuellen PC lässt sich vor der Umwandlung anpassen.
Vergrößern Die Speichergröße des Zielsystems für den virtuellen PC lässt sich vor der Umwandlung anpassen.

Schritt 6: Einstellungen im Converter treffen

Bei den Diensten im Abschnitt „Services“ bestimmen Sie unter anderem, welche Windows-Dienste auf dem virtuellen PC automatisch gestartet werden sollen. Damit können Sie das Verhalten des Zielsystems gegenüber dem Quellsystem anpassen und Ressourcen einsparen. Wechseln Sie zur Registerkarte „Destination services“. Über die Aufklappfelder rechts neben dem jeweiligen Dienstnamen stellen Sie die Startmethode des virtuellen PCs ein.

Im Abschnitt „Advanced options“ setzen Sie bei „Post-conversion“ ein Häkchen vor die Auswahlmöglichkeit „Install VMware Tools on the destination virtual machine“. Dadurch werden die Gasterweiterungen im Zielsystem eingerichtet. Ebenfalls einschalten sollten Sie die Optionen „Customize guest preferences for the virtual machine“ sowie „Reconfigure destination virtual machine“.

Übernehmen Sie die Anpassungen am Zielsystem mit „Next“. Daraufhin erscheint ein Fenster, in dem Sie nun noch den Computernamen, den Benutzer und die Arbeitsgruppe des virtuellen PCs festlegen.

In diesem Dialog können Sie den Start von Windows-Diensten im virtuellen PC verhindern.
Vergrößern In diesem Dialog können Sie den Start von Windows-Diensten im virtuellen PC verhindern.

Schritt 7: PC konvertieren mit Vmware Converter

Die Vorbereitungen sind damit abgeschlossen und Sie erhalten mit einem Klick auf „Next“ eine Übersicht aller getroffenen Umwandlungseinstellungen. Falls Sie etwas ändern möchten, klicken Sie auf „Back“ und passen die Optionen an. Die Konvertierung des echten in den virtuellen Rechner beginnen Sie mit einem Klick auf „Finish“. Die komplette Umwandlung kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen, wobei die Dauer von Größe und Umfang des Quellsystems abhängt.

Sobald im Hauptfenster unter „Status“ ein grünes Häkchen und „Completed“ erscheint, ist die Konvertierung des physikalischen PCs in die virtuelle Maschine abgeschlossen. Als Ergebnis haben Sie eine neue virtuelle Maschine mit den entsprechend angepassten Eigenschaften des Quellrechners zur Verfügung.

Der Vmware Konverter gibt einen Überblick über die getroffenen Einstellungen.
Vergrößern Der Vmware Konverter gibt einen Überblick über die getroffenen Einstellungen.

Schritt 8: Konvertierten PC nutzen

Zum Starten des geklonten Windows-PCs verwenden Sie den kostenlosen Vmware Player. Ist die Freeware auf Ihrem Rechner installiert, reicht ein Doppelklick im Windows-Explorer auf die VMX-Datei des zuvor konvertierten virtuellen Computers aus, um den Bootvorgang zu starten.

Beim ersten Windows-Start in der virtuellen Maschine nimmt Windows dann eine Reihe von Anpassungen und Treiberinstallationen vor. Hintergrund: Durch die Umwandlung ändert sich im Normalfall die Hardware des installierten Systems. Unter Umständen verlangt die Windows-Installation aus diesem Grund auch eine erneute Aktivierung.

So sieht der konvertierte PC nach dem Start im Vmware Player aus.
Vergrößern So sieht der konvertierte PC nach dem Start im Vmware Player aus.

PC-Konvertierung: Das hilft, wenn der virtuelle PC nicht startet

Manchmal funktioniert eine mit dem Vmware Vcenter Converter erzeugte virtuelle Maschine nicht wie gewünscht. In den meisten Fällen sind die Probleme auf fehlende Treiber für spezielle Komponenten des Quell-PCs zurückzuführen, die in der virtualisierten Umgebung nicht zur Verfügung stehen.

Dann gehen Sie so vor: Erstellen Sie ein Backup des Rechners, den Sie konvertieren möchten. Deinstallieren Sie danach alle nicht zwingend benötigten Gerätetreiber. Achtung: Ohne die Treiber lassen sich Laufwerke und andere Geräte auf dem Quell-PC nicht mehr voll umfänglich oder möglicherweise gar nicht verwenden. Stellen Sie daher sicher, dass die benötigten Treiber auf dem Rechner vorhanden sind, etwa in einem Ordner oder auf einem USB-Stick, um sie im Anschluss an die Konvertierung wieder zu installieren und damit den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Starten Sie den PC neu, führen Sie den Vmware Converter aus und wandeln Sie den Rechner um. Nun installieren Sie die zuvor entfernten Treiber wieder.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2100726