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Office-Tools für smarte Dokumente

04.03.2008 | 10:10 Uhr |

Mit den Werkzeugen Visual Studio und Sharepoint lassen sich anspruchsvolle Büroapplikationen schreiben. Sie bieten mehr als VBA, sind aber nicht billig.

Von Ralf Nebelo

Die aktuelle Version von Microsofts Office-Paket bringt eine Vielzahl Features mit sich, die sich ganz klassisch mit VBA und anderen COM-basierenden Entwicklungs- Tools beherrschen lassen. Ein neues Oberflächenkonzept, „smarte“ Dokumente, effizienzsteigernde Teamfunktionen und nicht zuletzt stark gestiegene Sicherheitsanforderungen lassen jedoch einen baldigen Werkzeugwechsel angebracht erscheinen.

Angesichts der euphorischen Ankündigungen, die dem Erscheinen von Office 2007 vorausgingen, hätte man durchaus denken können, Microsoft habe sein Büropaket völlig neu erfunden - respektive neu programmiert - und es dabei gleich auf ein zukunftssicheres .NET-Fundament gestellt. Ein Blick unter die Haube beweist aber, dass der Anwender es immer noch mit einer Suite von Büroanwendungen zu tun hat, die zwar deutlich mehr Funktionen bietet, aber noch immer auf der COM-Architektur aufsetzt.

Das mag aus technischer Sicht enttäuschend sein, bedeutet aber zunächst einmal nichts anderes, als dass zahllose Office-Lösungen, die in Gestalt von „makrohaltigen“ Dokumenten und Vorlagen sowie VBA- und COM-Add-ins für frühere Versionen des Büropakets entwickelt wurden, weiterhin funktionieren. Um Abwärtskompatibilität zu gewährleisten, hat Microsoft in die neue Menüstruktur die Registerkarte Add-ins eingebettet.

Diese fasst die Menü- und Symbolleistenanpassungen aller derzeit aktiven Dokumente und Add-ins an einem Ort zusammen. Dies schafft aber eine völlig neue Bediensituation, wo Menübefehle aus dem Zusammenhang gerissen werden, sich Symbol leisten nicht mehr verschieben beziehungsweise andocken lassen oder gewohnte Tastenkürzel versagen. Angesichts der konsequenten Renovierung der Office-Oberfläche erscheint diese Kompatibilitätskrücke aber als vertretbarer Kompromiss zwischen Fortschritt und Investitionsschutz.

Apropos interessante neue Funktionen: Wer bereits mit den Schnellbausteinen in Word, den Datenleisten in Excel, mit Smartart-Grafiken oder der nun Office-weit verfügbaren und zum Showtalent avancierten Diagramm-Engine gearbeitet hat, möchte diese (und viele weitere) Neuerungen natürlich auch gern für neue Office-Lösungen verwenden - was sich dank kräftig erweiterter Objektmodelle mit dem guten alten VBA und jedem anderen COM-fähigen Entwicklungs-Tool realisieren lässt. Den Neuzugängen in den Objektbibliotheken stehen allerdings auch einige „ausgeblendete“, das heißt nicht mehr unterstützte Objekte respektive Objekteigenschaften gegenüber. Zu den prominentesten Abgängen dieser Art gehört die Filesearch-Eigenschaft des Application-Objekts, die die simple Programmierung einer Dateisuchfunktion ermöglichte und in zahlreichen Lösungen zum Einsatz kam. Ihr unerwartetes Hinscheiden und die Suche nach Alternativen dürfte Office-Entwicklern wohl so manche Überstunde bescheren.

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