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Warum Windows immer langsamer wird

10.12.2008 | 12:44 Uhr |

Ein frisches Windows glänzt mit hoher Leistung. Doch mit der Zeit – oder auch ganz plötzlich – wird das System lahm. Wir fahnden nach den Ursachen und sorgen wieder für Tempo bei Start und Fensterklick.

Der Process Explorer zeigt nicht einfach nur an, was gerade läuft
Vergrößern Der Process Explorer zeigt nicht einfach nur an, was gerade läuft
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XP oder Vista war ursprünglich nicht langsam. Aber wenn Sie Windows jetzt starten, hievt es sich schwerfällig auf den Desktop. Auch danach will nichts mehr so richtig rund laufen: Anwendungen reagieren träge, Geräte werden nicht zuverlässig angesprochen, nach jedem Klick dauert es eine ganze Weile, bis etwas passiert. Kurzum – die Arbeit am PC wird zur Geduldsprobe. Muss das sein? Nein!
Ursachenforschung: Falls Windows schlagartig zur Schnecke wird, liegt es mit Sicherheit daran, dass an System, Software oder Hardware etwas verändert worden ist. Auch wenn der Eingriff noch so belanglos schien – er hat offenbar schwerwiegende Auswirkungen auf die Leistung. Gehen Sie der Sache systematisch auf den Grund (siehe Seite 8: System-Diagnose Schritt für Schritt).
Der 20-Punkte-Plan: Wenn das System zunehmend langsamer reagiert, leidet es unter Verfettung, zum Beispiel ausgelöst durch Software-Installationen (inklusive Updates). Mit unseren 20 Tuning-Tipps, den Vollversionen und kostenlosen Tools auf machen Sie Ihr Windows wieder schlank und fit.

Windows & Software tunen

Im Prinzip kosten jeder laufende Prozess und jede Anwendung Leistung – häufig sogar auch dann noch, wenn Sie eine Anwendung wieder de-installiert haben. Der Grund: Es bleiben Rückstände übrig. Zu dieser allgemeinen, schleichenden System-Verfettung gesellen sich dann aber noch standardmäßig verbaute Systembremsen. Insbesondere Vista leidet von vornherein an einer gewissen Überfrachtung. Machen Sie Windows fit, und bringen Sie es in Fahrt.

Wo Msconfig versagt, hilft pcwAutostart weiter
Vergrößern Wo Msconfig versagt, hilft pcwAutostart weiter
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1. Laufende Programme prüfen
Das bremst: Alles, was auf Ihrem PC zusätzlich zum System läuft, kostet Rechenleistung und macht Windows langsamer.
Das hilft: Mit dem englischsprachigen Gratis-Tool Process Explorer finden Sie heraus, welche Prozesse laufen und welche Bedeutung sie haben. Nach dem Aufruf sehen Sie alle Prozesse in einer Baum-Ansicht nach ihren Abhängigkeiten sortiert. Die Hintergrundfarbe verrät, um welche Art es sich dabei handelt. So stehen rosafarbene Einträge für Dienste (siehe Punkt 3), blaue für normale Prozesse (siehe Punkt 2), braune für geplante Aufgaben (siehe Punkt 5), violette für gepackte Abbilder (Images). Prüfen Sie, ob Sie Prozesse in der Liste anhand von Namen, Beschreibung (Description) und Pfad (Path) als überflüssig einstufen können. Diese Prozesse können Sie für diese Sitzung beenden, indem Sie sie markieren und drücken. Damit beseitigen Sie aber nicht die Ursache dafür, dass sie überhaupt laufen. Lesen Sie zusätzlich die Punkte, die wir den entsprechenden Prozess-Farben zugeordnet haben, um das Übel an der Wurzel zu packen.

2. Autostart-Programme ausmisten
Das bremst: Programmierer, die jahrelang an einer Anwendung gefeilt haben, halten sie naturgemäß für wichtig genug, um sie bei der Installation in eine Autostart-Rampe einzutragen. Folglich startet mit Windows nach einigen Monaten Laufzeit allerhand Software, die Sie nicht brauchen.
Das hilft: Windows liefert mit dem Konfigurationsprogramm (Msconfig) eine Oberfläche, über die Sie Autostarts abschalten können. Sie berücksichtigt allerdings nur einen Teil der vorhandenen Startrampen. pcwAutostart spürt dagegen nicht nur alle gängigen, sondern auch die geheimen Rampen auf. Sie müssen das Tool mit Admin-Rechten starten. Es zeigt eine Liste mit allen Startrampen, die Einträge enthalten. Indem Sie eine markieren, lassen Sie sich ihren Inhalt anzeigen. Wenn Sie einen oder mehrere Einträge löschen möchten, aktivieren Sie jeweils die Klickbox daneben und wählen „Entfernen“. Wiederholen Sie das für jede Startrampe.

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