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Virtuelles Vista

27.12.2007 | 08:55 Uhr |

Andere Betriebssysteme unter Vista laufen lassen oder Windows Vista selbst als virtuelle Maschine nutzen – eine virtuelle Umgebung macht’s möglich. Wir erklären, wie Vista-Virtualisierung funktioniert.

Software testen oder Betriebssysteme ausprobieren, ohne einen Systemcrash zu riskieren, mit potentiell gefährlichen Programmen ohne Folgen experimentieren oder sicher Surfen komplett ohne Virenschutz: mit einem virtuellen PC geht das ganz einfach. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Vista zusammen mit virtuellen Maschinen funktioniert – und liefern die passende Software gleich mit.

1. So funktioniert ein virtueller Rechner

Virtuellen Maschinen lassen sich jederzeit umkonfigurieren, etwa indem Sie den bereitgestellten Hauptspeicher vergrößern oder verkleinern, eine Schnittstelle hinzufügen oder ein Diskettenlaufwerk integrieren. So erzeugen Sie ganz einfach unterschiedliche Anwendungsumgebungen. Die Festplatten der virtuellen Rechner speichern Virtual PC und Vmware in Container-Dateien auf der echten Festplatte des Host-PCs. Dabei gibt der Anwender die Größe der virtuellen Festplatte vor und lässt diese dynamisch wachsen. Die Datei belegt auf dem Host also nur so viel Platz, wie dasGastsystem groß ist. Die Container können aber genauso groß wie die Festplatte des virtuellen PCs werden. Vorsicht ist daher auf Laufwerken mit FAT32-Dateisystem geboten. Es verkraftet nur Daten bis 4 GB Größe und diese Grenze ist schnell erreicht.

2. Sie brauchen ein Virtualisierungs-Tool

Windows-Nutzern, die ihren PC um eine Software zur Virtualisierung erweitern wollen, stehen hierfür gleich mehrere Programme zur Verfügung. Neben Virtual PC und Vmware ist vor allem das Open-Source-Tool Virtualbox ( www.virtualbox.org ) interessant. Es wartet mit einer durchdachten grafischen Oberfläche und einer Unterstützung von Windows Vista auf.

Alle hier vorgestellten Tools sind in der Lage, eine virtuelle Maschine laufen zu lassen. Abhängig vom verfügbaren Arbeitsspeicher und der CPU-Power geht das auch flott. Nennenswerte Unterschiede zwischen den Tools konnten wir dabei nicht finden. Gleichmäßig schwach ist bei allen Tools die Leistung der emulierten Grafikkarte – Computer-Spiele kommen für eine virtuelle Maschine somit nur in Frage, wenn sie keine Anforderungen an die Grafik stellen. Vista konnten wir auf allen Tools installieren beziehungsweise als fertiges Gast- System starten – in allen Fällen aber nur mit der reduzierten Bedienerführung Aero Basic.
Für welches System Sie sich letztendlich entscheiden, ist jedoch nicht nur eine Frage des individuellen Geschmacks, denn die Virtualisierungsprogramme unterscheiden sich hinsichtlich Ausrichtung und Ausstattung.

3. Den richtigen Emulator wählen

Im Einsatz machen sowohl Virtual PC als auch Vmware eine gute Figur. Unter technischen Aspekten kann Virtual PC 2007 dem Konkurrenten Vmware aber nicht das Wasser reichen. Virtual PC 2007 ist das richtige Tool, wenn Sie primär Windows als Gastsystem planen und auf eine USB-Unterstützung verzichten können. Die Installation verläuft problemlos und mit den Einrichtungsassistenten haben Sie binnen Minuten eine neue virtuelle Maschine betriebsbereit konfiguriert. Für Vmware sollten sich vor allem technisch anspruchsvolle Anwender entscheiden, die Vista oder Linux als virtuelle Maschine benötigen und auf USB-Geräte zugreifen möchten.Mit der Server-Variante tricksenSowohl von Virtual PC als auch von Vmware gibt es eine Server-Version, die in erster Linie für Firmen gedacht ist. Damit lassen sich mehrere Server-Betriebssysteme auf einem einzigen PC zusammenfassen, um Hardware-Kosten für den Betrieb von Netzwerk-Servern zu sparen. Für PC-Nutzer spielen die Server-Virtualisierer normalerweise keine Rolle. Doch wer den kostenlos angebotenen Vmware Server auf seinem PC installiert, kann damit so gut wie alles machen, was normalerweise dem 170 Euro teuren Vmware Workstation vorbehalten ist. Die einzige Beschränkung erlaubt es lediglich einen Snapshot (Speicherschnappschuss) anzulegen.

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