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Virtualisierung unter Mac OS X - So geht's

08.10.2014 | 11:09 Uhr |

Wer neben OS X auch mit Windows, Linux oder anderen Betriebssystemen arbeiten möchte, muss eine zusätzlichen Rechner anschaffen. Der Mac unterstützt verschiedene Systeme, mit mehr oder weniger Aufwand.

Mit einem aktuellen Mac lassen sich nahezu alle Aufgaben erledigen, bei denen ein Rechner benötigt wird – bis hin zur Nutzung als vollwertiger Server. Dennoch lohnt ein Blick über den Tellerrand. Viele betriebswirtschaftliche Anwendungen sind nach wie vor nur unter Windows verfügbar. Gamer schätzen die große Auswahl an Spielen für Windows-PCs, bei allen Anstrengungen kann der Mac hier nicht mithalten. Technisch interessierte oder wissenschaftlich arbeitende Nutzer benötigen hin und wieder eine Linux-Maschine, um speziell dafür geschriebene Software zu nutzen.

Dieser Artikel stammt aus der PC-WELT Tech - Linux statt Windows

So nutzen Sie mehrere Systeme auf Ihrem PC - das und mehr lesen Sie in der neuen PC-WELT Tech - Linux und Windows .

Mac als echter Windows-PC

Der Tatsache, dass viele Mac-Benutzer auch Jobs unter Windows erledigen müssen, ist sich Apple schon lange bewusst. Bereits im April 2006 stellte das Unternehmen mit der Public Beta von Boot Camp ein Programm vor, mit dessen Hilfe sich der Mac in eine Dual-Boot- Maschine verwandeln lässt. Der Benutzer startet den Rechner als Mac oder Windows-PC. Seit Oktober 2007 ist Boot Camp 2.0 im Lieferumfang von OS X enthalten.

Aktuell unter Mavericks kommt Boot Camp 5.1.1 zur Auslieferung, damit lassen sich die Windows-Versionen 7 und 8/8.1 im 64-Bit- Modus am Mac als zweites Betriebssystem installieren. Der Mac lässt sich dann auch als Windows-PC nutzen. Ältere Versionen wie Windows XP oder Vista werden von Boot Camp jedoch nicht mehr unterstützt. Die Installation setzt natürlich ein Windows-Installationsmedium voraus. Die eigentliche Installation ist machbar, wenn man schon einmal einen Windows-Rechner eingerichtet hat. Beim Start des Mac ist dann jeweils zu entscheiden, ob man OS X oder Windows nutzt.

Starten Sie Windows- Anwendungen direkt aus dem Dock, so als würde es sich um Mac- Anwendungen handeln.
Vergrößern Starten Sie Windows- Anwendungen direkt aus dem Dock, so als würde es sich um Mac- Anwendungen handeln.

Virtualisierung als Alternative

Wer Mac OS X und Windows parallel auf einem Rechner betreiben will, greift zu einer Virtualisierungslösung. Eine entsprechende Software simuliert fast perfekt Windows-PC-Hardware. Dank der Nutzung von Intel-Prozessoren bei modernen Macs läuft Windows flott in einem Fenster am Mac – und mit der entsprechenden Software wie Parallels Desktop 9 sogar in einem nahtlosen Modus, bei dem nur das Fenster der Windows-Anwendung auf dem Mac-Desktop angezeigt wird. Dabei lassen sich nicht nur aktuelle Windows-Versionen nutzen, sondern auch ältere ab Windows 3.11, dazu DOS, Unix-Versionen und andere Betriebssysteme. Möchten Sie Windows 8 ausprobieren, aber nicht dafür bezahlen und sind Sie mit Boot Camp als Installations-Assistent nicht zufrieden, können Sie als Alternative auf Virtualbox ausweichen. Die Software stellt die wesentlichen Funktionen bereit, um Windows und Linux-Gastsysteme unter Windows OS X nutzen zu können. Gut integriert ist der Datenaustausch zwischen Mac OS X und dem Gastsystem per Zwischenablage oder via gemeinsam genutzten Ordnern. Das Netzwerk wird von Virtualbox automatisch voreingestellt: So können neben dem Internet etwa Netzwerkdrucker mit dem entsprechenden Treiber des Herstellers unter Windows oder Linux genutzt werden. Aber auch USB-Drucker stehen nach der Treiberinstallation im Gastsystem zur Verfügung.

Und umgekehrt: Mac OS unter Windows virtualisieren

Parallels Desktop bietet zwei grundlegend verschiedene Modi zur Nutzung des virtuellen Rechners auf dem Mac.
Vergrößern Parallels Desktop bietet zwei grundlegend verschiedene Modi zur Nutzung des virtuellen Rechners auf dem Mac.

Die Profi-Virtualisierer

Die bekanntesten kommerziellen Vertreter sind Parallels Desktop für Mac (80 Euro) und Vmware Fusion (54 Euro). Trotz des höheren Preises setzen wir auf das etwas schnellere und besser ausgestattete Parallels Desktop.

Kurz vor Redaktionsschluss gab Parallels Infos zur neuen 10er-Version bekannt, die ab September zu haben ist. Mit der Parallels-Software kann man OS-X-Apps und Windows-Programme nebeneinander ohne Neustart nutzen. Bei der Darstellung auf dem Mac existieren mehrere Möglichkeiten: Mac-Einsteiger können die Windows-Oberfläche beibehalten und Windows- Apps im Vollbildmodus nutzen. Mac-Liebhaber nutzen hingegen Windows-Apps in gleicher Weise wie native Mac-Apps. Besonders praktisch ist die Verwendung von Copy und Paste sowie Drag und Drop zwischen Windows und Mac. Was Parallels Desktop sonst noch so bietet, lesen Sie im Kasten rechts. Praktisch: Es gibt eine 14-tägige Testversion zum Download. Der Konkurrent zu Parallels Desktop kommt von Vmware . Das Mac- Programm Fusion steht als 30-tägige Versuchsversion zum Download bereit. Laut Hersteller ist die Software komplett an die Features des zum Redaktionsschluss aktuellen Mac-Betriebssystem Mavericks angepasst, insbesondere an dessen Umgang mit Applikation im Vollbildmodus. So kann man etwa die Windows-Umgebung im Vollbild auf dem einen und OS X auf einem anderen Bildschirm nutzen. Führen Sie Windows-Anwendungen ebenso aus wie Sie Mac-Anwendungen verwenden – mit nahtlosem Kopieren und Einfügen, Ziehen und Ablegen sowie Netzwerk- und Druckfunktionen. Windows-Programme lassen sich auch aus der Mac-Umgebung starten und beispielsweise im Dock ablegen.

Einen Nachteil für Power-Gamer haben die Virtualisierungslösungen unter Mac OS X: Zwar greifen sie für die meisten Jobs direkt auf den Intel-Prozessor zu, sind hier also fast so schnell wie die Boot-Camp-Lösung. Die Grafikkarte muss aber komplett emuliert werden, die vorhandene und in aktuellen iMacs recht schnelle Grafikkarte wird nicht unterstützt.

Die Open-Source-Software Virtualbox ist auch für Mac OS X zu haben. Das kostenlose Programm unterstützt eine Vielzahl von Gastsystemen, unter anderem Windows 8.1 und viele Linux-Distributionen.
Vergrößern Die Open-Source-Software Virtualbox ist auch für Mac OS X zu haben. Das kostenlose Programm unterstützt eine Vielzahl von Gastsystemen, unter anderem Windows 8.1 und viele Linux-Distributionen.

Parallels Desktop 10 - Zahlreiche Funktionsextras

Die Virtualisierungs-Software von Parallels bietet eine ganze Reihe interessanter Funktionen. Dazu gehören unter anderem der Abgleich von Mac und virtueller Windows-Maschine mit Cloud-Diensten wie Apple iCloud, Dropbox, Google Drive und Microsoft Onedrive ohne lokale Datenduplikation, ein Startmenü-Ersatz für Windows 8 und native Windows-8-Apps im Fenster statt nur im Vollbildmodus. Auf neueren Macs wird Power Nap auch für Windows-Programme in der virtuellen Maschine unterstützt. Außerdem gibt es direktes Zuweisen von Thunderbolt- und Firewire-Peripherie zu einer virtuellen Maschine unter Windows, PDF-Druck aus virtuellen Windows-Programmen, konfigurierbare Tastenkürzel sowie eine deutlich verbesserte Integration mit Linux in einer virtuellen Maschine.

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