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Microsofts Masterplan für Virtualisierung

11.06.2008 | 11:04 Uhr |

Das Teched IT-Forum vergangene Woche in Barcelona hatte ein Leitmotiv: Mit "System Center" und "Windows Server 2008" plant Microsoft die totale Virtualisierung - vom Server bis zum Client.

Mit der Ankündigung seines ersten Hypervisor-Produkts "Hyper-V" präsentierte Microsoft auf seiner Kundenkonferenz ein schlagzeilenträchtiges Thema. Genau ein halbes Jahr nach der Premiere von Windows Server 2008 wollen auch die Redmonder eine zeitgemäße Server-Virtualisierung liefern. Der Druck ist offenbar enorm, wie dem Kommentar eines deutschen IT-Managers zu entnehmen war, der nicht genannt werden möchte: "Microsoft muss sich beeilen, wenn das Unternehmen beim Thema Virtualisierung noch einen Fuß in die Tür kriegen will." In seiner Eröffnungsrede blies Corporate Vice President Bob Kelly denn auch zum Angriff gegen Marktführer VMware: "VMware bietet weder ein robustes Software-Ökosystem noch ein integriertes System-Management, das die virtuelle und die physische IT-Umgebung unter einen Hut bringt."

Um künftig auf der Virtualisierungswelle zu surfen, setzen die Redmonder genau hier an. Da ein Feature-Wettlauf mit der Konkurrenz um den besten Hypervisor ohnehin kaum zu gewinnen sein dürfte, hebt der Softwareriese auf Konzepte für End-To-End-Virtualisierung und eine dynamische IT ab. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Management- und Betriebswerkzeuge aus der System-Center-Produktreihe. So soll der für 2008 als Management-Komponente angekündigte "Virtual Machine Manager" als erstes Produkt im Markt eine nahtlose Verwaltung sowohl der virtuellen als auch der physischen Server und Clients aus einer zentralen Konsole heraus ermöglichen.

Die Lösung soll zudem offen für Konkurrenzprodukte sein und auch mit Betriebssystem-Images von VMware oder vom Partner Citrix/Xensource umgehen können. Experton-Analyst Andreas Zilch hält Microsofts Einstieg in die Virtualisierungs-Arena für schlüssig: "Microsoft präsentiert hier eine erstaunlich offene Strategie und wird VMware auch bei der Preisgestaltung unter Druck setzen."

Der virtuelle Windows-Client

Fundamentale Veränderungen stehen auch beim einstigen Flaggschiff, dem Windows-Fat-Client, ins Haus. Bisher waren die Anwender auf Deployment- und Terminal-Produkte von Drittanbietern angewiesen, um ihre Fat-Client-Landschaften in den Griff zu bekommen. Nun präsentiert der Softwareriese erstmals selbst eine breite Palette von Technologie- und Lizenzoptionen, um seinen Kunden jede erdenkliche Form der Client-Bereitstellung zu ermöglichen. Die entsprechenden technischen Begriffe dafür lauteten auf dem IT-Forum "Applikations-Virtualisierung", "Desktop-Virtualisierung" sowie "Präsentations-Virtualisierung". Letztere ist bereits durch Citrix und Windows Terminal Server hinlänglich bekannt, wobei hier als Nachteile vor allem die problematische Lastverteilung zwischen konkurrierenden Benutzern sowie potenzielle Anwendungsinkompatibilitäten mit dem Server-Betriebssystem gelten.

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