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Multiple Persönlichkeiten

08.09.2008 | 10:47 Uhr |

Virtualisierte Betriebssysteme sind ein Dauerbrenner nicht nur im Rechenzentrum – auch auf Notebooks bringen die virtuellen Systeme praktische Neuerungen. Doch ohne passende Hardware-Unterstützung kommt die Virtualisierung nicht richtig in Fahrt. Centrino 2 bringt eine gewichtige Neuerung, die auch Mobil-PCs zur idealen Virtualisierungsplattform macht.

Hinter dem viel strapazierten Schlagwort Virtualisierung verbirgt sich ein pfiffiges Konzept: Auf ein und demselben Server, PC oder Notebook laufen mehrere Betriebssysteme – gleichzeitig. So kann Linux in einer virtuellen Maschine unter Windows XP laufen und Mac OS X dient als Basis für eine zeitgleich laufende Windows-Vista-Installation samt aller Windows-Anwendungen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen können Anwendungen genutzt werden, die unter dem gerade favorisierten Betriebssystem nicht laufen würden. Mac-OS-X-Anwender nutzen gerne eine virtuelle Windows-Maschine, um zum Beispiel ihre bevorzugte Finanzverwaltungs- und Steuererklärungssoftware weiter nutzen zu können. Windows-User hingegen greifen gern auf Linux zurück, um Open-Source-Anwendungen in ihrer angestammten Umgebung nutzen zu können. All das geht ohne umständlichen Neustart des Rechners: Die virtuelle Maschine wird per Doppelklick vom Gastbetriebssystem aus gestartet.

Eines der beliebtesten Virtualisierungs-Einsatzszenarien von Privat- und Businesskunden ist sicherlich die sichere Surf- und Testumgebung: Eine virtuelle Maschine – gleich, ob unter Mac OS X, Linux oder Windows – wird genutzt, um unbehelligt von Viren und Trojanern durchs Netz surfen und Share- oder Trialware ausprobieren zu können. Beschädigt ein fehlerhaftes Programm das Betriebssystem oder fängt man sich einen Cyber-Schädling ein, kann die virtuelle Maschine per Knopfdruck in Sekundenschnelle wieder in den Ursprungszustand versetzt werden. Das Gastbetriebssystem bleibt hiervon völlig unberührt. Im Firmenumfeld kann dieses Szenario auch genutzt werden, um dem Mitarbeiter die private Nutzung des Firmennotebooks zu erlauben, ohne gleichzeitig die existierenden Sicherheitsrichtlinien der Firma zu verletzen: In der virtuellen Maschine kann der Mitarbeiter tun und lassen, was er möchte, ohne das Firmennetzwerk zu gefährden.

Doppelter Einsatz, doppelte Anforderung
Der gleichzeitige Betrieb zweier oder gar weiterer Betriebssysteme erfordert natürlich entsprechend leistungsfähige Hardware. Schließlich greifen die Systeme alle auf die gleiche CPU, Grafikkarte und Festplatte zu. Auch der Arbeitsspeicher wird geteilt. Insofern gilt: Viel hilft viel. Aber auch der größte Hauptspeicher und die schnellste Festplatte beheben ein grundsätzliches Problem nicht: Sämtliche Anfragen der virtuellen Maschine an die zugrunde liegende Hardware müssen erst vom so genannten Hypervisor (HV) – manchmal auch Virtual Machine Monitor genannt – verarbeitet werden. Der HV ist ein Stück Software, dass zwischen Gast- und virtuellem Betriebssystem läuft und somit quasi die Hardware emuliert. Diese Emulation frisst viel Performance.

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