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Vmware-Images für Virtualbox konvertieren

04.01.2010 | 15:18 Uhr |

Zwei Virtualisierungsprogramme buhlen auf dem Linux-Desktop um die Gunst des Anwenders: Vmware und Virtualbox. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und eignen sich für unterschiedliche Umgebungen. Bei einer Sache hat Vmware aber die Nase vorn: Es gibt zahlreiche vorbereitete Images für Vmware, so genannte Appliances, mit denen Sie vorinstallierte Linux-Distributionen schnell und einfach ausprobieren können

Virtualbox unterstützt Vmware-Images
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Während Linux-Anwender etwa unter Open Suse und Ubuntu Virtualbox schnell aus den Repositories installieren, finden Sie den Windows-Download hier . Wer nun von Vmware auf Virtualbox wechselt und dabei die sorgsam gepflegten virtuellen Maschinen mitnehmen oder wer auch mit Virtualbox fertigen Images für Vmware nutzen möchte, kann die Image-Dateien in Virtualbox importieren. Seit Version 2.1.0 unterstützt Virtualbox sowohl in der Open-Source-Variante als auch in der proprietären Version das Festplattenformat von Vmware.

So geht’s: Um ein virtuelles System von Vmware einzubinden, kopieren Sie die Image-Dateien mit der Endung „vmdk“ in den Ordner Ihrer virtuellen Virtualbox- Systeme. Kopieren ist in jedem Fall nötig, da Virtualbox die Image-Datei beim Start des Systems verändert und diese dann nicht mehr zuverlässig unter Vmware läuft. Starten Sie dann Virtualbox und gehen in der Verwaltungsoberfläche auf „Neu“, wo Sie nach einem Klick auf „Weiter“ den Namen und das gewünschte Betriebssystem auswählen. Nach der Auswahl des reservierten RAM geht es zum Einrichten der virtuellen Festplatte, wo Sie auf „Existierend“ klicken, um den Manager für virtuelle Medien zu starten.

Dieses Konzept ist anders als bei Vmware: Im Manager verwalten Sie das Inventar der virtuellen Festplatten für alle virtuellen Maschinen gemeinsam. Klicken Sie auf „Hinzufügen“, und wählen Sie im Datei- Browser das zuvor kopierte VMDKImage aus. Vmware teilt standardmäßig Images in einzelne VMDK-Dateien von maximal 2 GB Größe auf, damit diese auch unter Windows lesbar sind. Sollten Sie mehrere Dateien von einem einzigen virtuellen System haben, wählen Sie die VMDK Datei ohne Zähler und Namensanhängsel aus. Diese Datei ist oft nur ein paar Byte groß und enthält statt binärer Information lediglich die Verweise auf die anderen Image-Dateien.

Ein Beispiel: Wenn Sie die Dateien windows. vmdk, windows-1.vmdk, windows- 2.vmdk haben, dann wählen Sie in Virtualbox nur die erste Datei, windows.vmdk aus. Nach dem Hinzufügen ins Inventar markieren Sie die importierte VMDK-Datei und gehen unten auf „Auswählen“. Nach einem weiteren Klick auf „Weiter“ und „Fertig“ können Sie das virtuelle System einschalten.

Beim Import von Windows-Systemen gibt es ein paar wichtige Einschränkungen: Die Unterstützung von virtuellen SCSI-Controllern ist bei Virtualbox noch nicht ausgereift, und der Start von SCSI-Images funktioniert bei Windows-Gastsystemen selten. Auch bei den verwendeten IDE-Controllern gibt es eine Windows-Spezialität zu beachten: Der Controller muss exakt der gleiche sein wie bei der ursprünglichen Installation, damit das Windows-System überhaupt startet. Wenn Sie eine Windows-Installation von Vmware übernehmen, bearbeiten Sie nach der Einrichtung dessen Einstellungen über „Ändern“. Dort gehen Sie auf „Erweitert“ und aktivieren „ IOAPIC“ sowie unter „IDE-Controller im Gast“ den Eintrag „PIIX4“.

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