27.05.2008, 11:30

Johann Baumeister

Virtual Machine Manager

Wie Windows virtuelle Umgebungen verwaltet

Mit dem neuen Virtual Machine Manager stellt Microsoft ein Tool bereit, das alle Funktionen zu einer umfassenden Verwaltung virtueller Server-Systeme beinhaltet und eine einfache Administration von virtuellen Maschinen erlaubt.
Vor etwa zwei Jahren rief Microsoft den Begriff 'System Center' ins Leben, um darin seine System-Management-Tools zusammenzufassen. Zu den neueren Mitgliedern dieser Sammlung gehört der Virtual Machine Manager (VMM). Er ist für die Verwaltung virtueller Maschinen in einer Windows-Umgebung zuständig. Der neue VMM beschränkt sich allerdings nicht wie seine Vorgänger ausschließlich auf die Verwaltung der virtuellen Maschinen, die durch Microsofts "Virtual Server" erzeugt und unter ihm ausgeführt wurden, sondern ist wesentlich universeller.
Über die Kombination von VMM und Windows Server 2008 will Microsoft eine zweite Virtualisierungsumgebung bereitstellen, die als Hyper-V bezeichnet wird. Hyper-V orientiert sich an das Hypervisor-Konzept des ESX-Servers von VMware und will damit sicherstellen, dass das prominente Vorbild langfristig nicht mehr so ungestört wie bisher den vielversprechenden Virtualisierungsmarkt dominieren kann. Allerdings hat hier Microsoft noch einiges an Boden gut zu machen. Zur Verwaltung von virtuellen Instanzen und virtuellen Infrastrukturen mit Windows Server 2008 und dessen Hypervisor soll auch der Virtual Machine Manager herangezogen werden, der damit zu einem zentralen Verwaltungs-Tool für die Server-Virtualisierung avanciert.
Für den hier geschilderten Test wurde die erste Version von VMM verwendet, die Rolle der Virtualisierer spielten zwei getrennte Host-Systeme mit Virtual Server 2005. Die Architektur des VMM ist in die gängigen Komponenten gliedert: Dies sind zum einen der VMM-Server, eine Datenbank, in der VMM seine Konfigurationen ablegt, ferner die Verwaltungskonsole sowie ein Portal, über das Benutzer virtuelle Maschinen in Eigenregie verwalten können. Die Trennung des Servers von seiner Verwaltungsumgebung soll die Fernwartung des Systems über eine separate Konsole ermöglichen. Wenn nötig, kann die Verwaltungskonsole auch zusammen mit dem VMM-Server auf einem Rechnersystem laufen, eine Konstellation, die für diesen Test gewählt wurde.
So wurde getestet
Zum Test wurde der Virtual Machine Manager auf einem Rechnersystem mit Windows Server 2003 SP1 installiert. Dieses Betriebssystem war wiederum selbst Gast eines Virtual Server 2005 R2, der als Basis-Betriebssystem ebenfalls Windows Server 2003 SP1 verwendete. Das Basis-OS und der darauf befindliche Virtual Server 2005 wurden aus dem Virtual Machine Manager heraus verwaltet. Daneben wurde ein weiterer Rechner mit Windows Server 2003 SP1 und dem Virtual Server 2005 als Host-System eingesetzt. Diese wurden aus der Gastinstanz über eine Netzwerkbrücke verwaltet. Als Netzwerk kam ein gemischtes System mit Fast Ethernet und Gigabit-Ethernet-Baugruppen zum Einsatz.
Die Verteilung der virtuellen Maschinen erfolgte auf diese beiden Hosts. Als Speichermedien für die virtuellen Disks und zur Ablage der virtuellen Maschinen wurden sowohl die lokalen DAS-Platten der Host-Systeme als auch ein separates iSCSI-System verwendet. Der iSCSI-Speicher beruhte auf dem Windows Unified Data Storage Server, einer Windows-Server-2003-Variante zur Datenspeicherung. Der Domänen-Controller wurde ebenfalls in einer eigenen virtuellen Maschine ausgeführt.
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