Smartphone-Sicherheit
So schützen Sie Ihr Smartphone vor Viren
Smartphones verdienen bei häufiger Nutzung einen ebenso effektiven Virenschutz wie Ihr Heim-PC - und das geht sogar schon mit Gratis-Apps. ©iStockphoto.com/Oonal
Alarmierend hohe Zahl neuer Viren - oder doch nicht?
Es handelt sich also aktuell nicht um eine Flut von neuen Viren, sondern nur um einige wenige, allerdings oft sehr clever Android-Schädlingen.
In Deutschland scheint die Viren-Gefahr noch gering
Wenn Sie wissen möchten, wie aktuelle Android-Viren aussehen und welchen Schaden sie anrichten, dann finden Sie die 10 gefährlichsten Schädlinge aus dem zweiten Quartal 2012 in dieser Bildergalerie. Weiter unten auf der Seite warnen wir zudem vor einigen der gefährlichen Banking-Viren für Android, die sich auf den Diebstahl beim Online-Banking spezialisiert haben.
Mania.A versendet SMS-Nachrichten an eine teure Premium-Nummer. Antworten auf diese SMS werden auf eine andere Nummer ungeleitet, damit der Nutzer des infizierten Smartphones keinen Verdacht schöpft. Die Kriminellen tarnen den Virus als nützliche App. Sie geben ihn etwa als Taskmanager aus. Wer die App installiert und startet, bekommt aber nur einen vorgeblichen Lizenz-Check zu sehen, der aber laufend scheitert. Im Hintergrund wird zu diesem Zeitpunkt bereits die teure SMS versendet.
Der Android-Virus KabStamper.A zählt zu den zerstörerischen Viren. Er grassierte in Japan zu der Zeit, als die Fans der 48köpfigen Pop-Band AKB 48 das Bandmitglied wählen durften, das künftig die Front-Frau werden sollte. Zur Erklärung: Die gesamte Band besteht nur aus jungen Frauen. Der Android-Virus sucht alle fünf Minuten nach Fotos auf dem infizierten Handy und macht sie unbrauchbar. Dafür stempelt er ein ziemlich schauriges Kindergesicht auf jedes Foto.
Der Schädling NotCompatible.A zählt zu den ersten Drive-by-Download-Viren für Android. Darunter versteht man normalerweise PC-Viren, die sich allein durch den Besuch einer infizierten Internetseite ins Windows-System schleichen können. Der Android-Schädling ist noch nicht ganz so trickreich. Er schafft es aber, beim Besuch einer infizierten Webseite, eine Nachricht in einer Art Pop-up-Fenster anzuzeigen. Nur wer sich von der gezeigten Nachricht zu einem Fingertipp auf einen Installationsknopf überreden lässt, installiert sich den Virus.
Getarnt als Foto-App nimmt der Virus UpdtKiller.A im Hintergrund Kontakt zu einem Befehls-Server im Internet auf (C&C). Von dort aus können die Kriminellen weiteren schädlichen Code auf das Smartphone bringen. Außerdem überwacht der Virus das Handy auf Antiviren-Apps und kann den Prozess von einigen Sicherheits-App beenden. So versucht er seiner Entdeckung zu entgehen. Das machen übrigens etliche Viren für den PC schon seit langem so. Sobald sie sich erfolgreiche ins Windows-System eingeschleust haben, suchen sie nach aktiven Antiviren-Programmen und deaktivieren diese. Auf Android passiert somit nach und nach das, was in den letzten Jahren auch unter Windows geschehen ist: Die Viren werden immer raffinierter.
Dieser Schädling setzt nach seiner Installation kein Icon auf der Android-Oberfläche ab. So soll dem Nutzer die Existenz der App verborgen bleiben. Der Schädling sammelt im Hintergrund Infos zum Smartphone. Dazu zählen die Geräte-ID, die International Mobile Equipment Identity (IMEI) Nummer und die Telefonnummer. Diese Daten sendet es an einen Server im Internet. Aus dem Internet kann der Schädling den Befehl empfangen, SMS-Nachrichten an kostenpflichtig Nummern zu senden.
Der Schädling AcnetSteal.A sammelt heimlich alle auf dem Smartphone verfügbaren E- Mail-Adresse und Telefonnummer ein und sendet sie ins Internet. Dabei tarnt sich das Programm als harmlose Notiz- beziehungsweise Zitier-App.
Der Android-Virus Frogonal.A ist ein klassischer Trojaner. Die Kriminellen haben den schädlichen Code in eine vermeintlich nützliche App gepackt. Als Tarnung dient in dem gezeigten Fall eine Spielesammlungs-App. Wer sich die Software auf sein Handy holt, dem werden eine ganze Reihe von persönlichen Daten gestohlen, darunter Telefonnummer, IMEI-Nummer und IMSI-Nummer (International Mobile Subscriber Identity).
Der Code mit Namen Gamex.A wird von den Kriminellen in harmlosen Apps versteckt. Dabei suchen die Gauner nur Apps aus, die von Haus aus bei der Installation Root-Rechte verlangen. Das ist etwa bei Dateimanagern oder bei Werbeblockern der Fall. Diese Root-Rechte kann dann auch der bösartige Code übernehmen und nutzt sie um weiteren Schadcode heimlich herunterzuladen und zu installiere.
Der Android-Virus SmsSpy richtete sich gegen Online-Banking-Nutzer in Spanien. Der Virus tarnte sich als Sicherheits-App. Tatsächlich stiehl er jedoch jede eingehende SMS. Darunter sind natürlich auch die TAN-Nummern beim Online-Banking, wenn das Opfer dieses TAN-System nutzt. Ob die Kriminellen auf diese Weise erfolgreich Geld von den Konten ihrer Opfer stehlen konnten, ist nicht bekannt.
Der Schädling Qplus.A wird vom Sicherheits-Spezialisten F-Secure als unerwünschte Software eingestuft. Die App platziert kein Icon auf dem Android-Schirm oder im Programmordner. Sie läuft stattdessen unbemerkt als Dienst im Hintergrund und speichert dabei das Telefonprotokoll, SMS-Nachrichten und Instant-Messenger-Nachrichten ab. Diese Infos schient sie aber nicht automatisch ins Internet zusenden. Der bösartige Nutzer dieser App muss also direkten Zugriff auf das Handy haben, um an die Infos zu kommen.
Vorrangiges Angriffsziel unter den Smartphones sind Geräte mit dem Betriebssystem Android. Für dieses von Google entwickelte System steigt die Zahl neuer Viren und Viren-Familien am stärksten an. Dagegen tauchen Schädlinge für iOS, also für das iPhone, in freier Wildbahn nach wie vor nicht auf.
Achtung: Neue Handy-Viren auf dem Vormarsch
Doch auch, wenn es bisher nur wenige Schädlingsfamilien für Android gibt, sind die Sicherheitsexperten extrem besorgt. Der Grund: Es ist sehr leicht, einen Virus für Android zu erstellen und zu verbreiten. Das Paradebeispiel dafür ist der Schadcode DroidDream. Er lässt sich mit nur wenig Aufwand in bereits bestehende Apps integrieren und verwandelt diese in klassische Trojanische Pferde. Das geschah beispielsweise schon Anfang 2011 mit rund 20 völlig legalen und beliebten Apps. Unbekannte manipulierten diese Apps, indem sie ihnen DroidDream einpflanzten und sie anschließend unter einem ähnlichen Namen neu in den App-Store von Android (Google Play) einstellten. Aus dem legitimen Programm Guitar Solo Light machten sie einen Trojaner namens Super Guitar Solo. Diese App stellten sie neu in den offiziellen App Store und fanden so tausende Opfer, die sich das verseuchte Programm bereitwillig installierten. Ist der Android-Virus erst einmal aktiv, kann er ebenso viel Schaden anrichten wie ein Virus auf dem PC: Die Virenprogrammierer können das Handy komplett fernsteuern und auch weitere Schädlinge nachladen.
Google löscht Apps von Smartphones: Das Eindringen der mit DroidDream verseuchten Apps erschütterte die Vertrauenswürdigkeit des offiziellen Android Markets Google Play. Schließlich galt und gilt die Devise: Laden Sie Apps nur aus dem offiziellen Android Market herunter oder aus ebenso seriösen Stores, etwa Android Pit, da man dort am besten vor gefährlichen Apps geschützt ist. Aus diesem Grund entschloss Google sich zu einer drastischen Maßnahme: Die verseuchten Apps wurden per Fernlöschung von den Smartphones der Opfer entfernt. Auf diese Weise soll Google auf die Handys von geschätzten 200 000 Opfern zugegriffen haben. Bis dahin war kaum bekannt, dass das Betriebssystem Android eine solche Fernlöschung überhaupt ermöglicht.
Zuverlässige Sicherheits-Apps für Ihr Smartphone
Diese weiteren Android-Viren existieren bereits: Zu den Schädlingen, die es für Android gibt, zählen durchaus ein paar äußerst unangenehme Kandidaten. Etwa die beiden sehr ähnlich agierenden Viren ZitMo und SpitMo, die es auf die mTAN von Online-Banking-Kunden abgesehen haben. Die zwei Schädlinge stammen allerdings nicht aus dem Android Market Google Play. Hier haben die Kriminellen die PCs der Opfer mit einem klassischen Banking-Virus verseucht. Dieser zeigt eine Meldung an, die das Opfer überredet, eine vorgeblich nützliche App auf dem Smartphone zu installieren. Tatsächlich handelt es sich aber um die Android-Viren.
Zunächst waren beide Attacken lokal und zeitlich sehr begrenzt, ZitMo zielte auf die Kunden einer Bank in Polen ab, und SpitMo fand seine Opfer für kurze Zeit in Spanien. Doch in Jahr 2012 versuchten die Kriminellen immer wieder, ihre Mobil-Schädlinge zu verbreiten. Ob Sie damit nun schon Erfolg hatten und über diese Viren Online-Banking-Diebstahl zustande brachten, ist allerdings nicht bekannt.







