19.12.2011, 16:30

Arne Arnold

Virenalarm

Virus-Alarm auf dem PC - so gehen Sie vor!

So verhalten Sie sich richtig bei Virus-Alarm. ©iStockphoto.com/drxy

Achtung: Virus gefunden! Wenn Ihr Antiviren-Programm das meldet, sind Ihr PC und Ihre Daten in Gefahr. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und bedacht handeln.
Wenn Ihr Antiviren-Programm bei einem Prüfvorgang einen Virus auf der Festplatte meldet, dann ist bereits einiges schief gelaufen. Denn der Virus befindet sich sehr wahrscheinlich schon seit Längerem auf dem PC und wird erst jetzt entdeckt. Das Antiviren-Programm hat also versagt und ist nicht mehr vertrauenswürdig.
So reagieren Sie auf eine Virus-Warnung
Zeigt Ihr Sicherheitsprogramm per Aufpoppfenster eine Virenwarnung, heißt es vor allem: Ruhe bewahren! Es geht nicht um Sekunden. Nur ein winziger Bruchteil der aktuellen Viren hat eine zerstörerische Funktion, und diese wurde wahrscheinlich vom Antiviren-Programm blockiert.
Bevor Sie eine Eingabe an Windows vornehmen, sollten Sie die Warnung studieren und überlegen, was zu der Meldung geführt hat. Haben Sie gerade am PC eine Aktion ausgeführt oder kommt der Alarm aus heiterem Himmel? Es gibt zwei Möglichkeiten, wann das Sicherheitsprogramm anschlägt: Es findet den Virus bei einem Scanvorgang der Festplatte, oder es erkennt ihn mit seinem Wächter.

In der Regel Glück gehabt: Virus-Warnung des Wächters

Eine Virenwarnung des Wächters bekommen Sie meist dann, wenn Sie gerade am PC arbeiten, etwa eine Internetseite aufrufen oder eine Datei aus dem Internet oder von einem Datenträger kopieren. Da der Virus gerade erst ankommt, ist das der bessere Fall für Sie, denn hier hat der Wächter des Antiviren-Programms den Schädling früh erkannt. Sehr wahrscheinlich konnte der Virus noch gar keinen Schaden anrichten.
So reagieren Sie richtig: Lesen Sie den Hinweis in der Virus-Warnung. Manche Antiviren-Programme bieten in der Warnmeldung einen Verweis zu einem Virenlexikon, wo Sie weiterführende Infos zu dem Schädling erhalten. Ein Blick darauf kann nicht schaden, doch da heute täglich oft weit mehr als 50 000 Viren auftauchen, gibt es zu einem einzelnen Schädling meist keine informativen Einträge mehr. Das Antiviren-Programm wird außerdem eine Schaltfläche anbieten, über die Sie den Schädling beseitigen. Fast alle Sicherheitsprogramme packen den Virus dann in eine Quarantäne – einen mehr oder weniger abgeschotteten Bereich unter Windows, in dem der Virus keinen Schaden anrichten kann.
Klicken Sie im Antiviren-Programm auf den Knopf zum Entfernen, folgen Sie gegebenenfalls weiteren Anweisungen, und starten Sie danach zur Kontrolle einen kompletten Suchlauf mit dem Virenscanner. Kommt keine weitere Meldung, sind Sie fein raus und können Ihr System auch weiterhin als sicher einstufen. Das gilt übrigens auch, wenn das Antiviren-Programm beim Surfen den Zugriff auf eine Internetseite gestoppt hat, mit der Meldung, dass diese gefährlich sei. Auch hier müssen Sie sich in der Regel keine Sorgen um Ihren PC machen. Ein zusätzlicher Check mit einen Online-Virenscanner (letzte Seite) kann natürlich nicht schaden.
Ausnahme: Der Virenwächter erkennt Schädlinge an deren Fingerabdruck, den er mit Abdrücken aus seiner Datenbank vergleicht. Da es aber so viele neue Schädlinge pro Tag gibt, verpasst der Virenwächter öfter mal einen Schädling. Die nächste Barriere ist die verhaltensbasierte Erkennung des Antiviren-Programms. Diese Art Wächterfunktion untersucht das Verhalten einer Datei und erkennt Viren an ihren schädlichen Aktionen. Hierbei ist es theoretisch möglich, dass ein Virus bereits Schaden anrichten konnte. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob die Virenwarnung vom klassischen Virenwächter stammt oder von der verhaltensbasierten Erkennung, dann sollten Sie überlegen, ob Sie nicht den Königsweg bei der Virenbeseitigung einschlagen: die Neuinstallation. Informationen zu diesem steinigen, aber sicheren Weg gibt’s ab Seite 4.
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