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Das bringen Quad-Core-CPUs - Teil 2

13.06.2008 | 09:10 Uhr |

Inzwischen sind Prozessoren mit vier Rechenkernen bereits ab 150 Euro erhältlich. Trotzdem lohnt sich vor der Anschaffung ein kritischer Blick auf den geplanten Einsatzzweck.

Bis 2001 lag der Schwerpunkt der CPU-Entwicklung auf einer möglichst hohen Taktfrequenz. Ab 2002 verlagerte sich der Schwerpunkt mit der Entwicklung der virtuellen Mehrkerner zunehmend auf die Takteffizienz, also die Rechenleistung pro Takt. Seit 2005 steht mit der Einführung der Zweikern-CPUs die Energie-Effizienz im Mittelpunkt, also die Rechenleistung pro Watt. Vor gut anderthalb Jahren hat Intel dann den ersten Desktop-Prozessor mit vier Rechenkernen auf den Markt gebracht. Alles, was Sie über die Mehrkern-Prozessortechnik wissen sollten, lesen Sie im ersten Teil dieses Beitrags .

Programme, die von der Vierkern-Technik profitieren
Beim Umwandeln von Audio- und Videodateien in andere Formate und Kompressionsstufen ist vor allem Prozessorleistung gefragt: Je mehr Prozessor-Power, desto flotter liegen die Lieder einer Musik-CD im MP3-Format vor, lassen sich (hochaufgelöste) Eigenproduktionen bearbeiten und schneiden oder Kinofilme in niedrigere Auflösungen für mobile Abspielgeräte wie Video-Player und Mobiltelefone eindampfen. Die aktuellen Versionen diverser Video-Bearbeitungsprogramme wie Adobe Premiere, Corel Ulead Videostudio, Cyberlink Power Director, Microsoft Windows Movie Maker, Pinnacle Studio und Sony Vegas profitieren bereits von Vierkern-Prozessoren.

Video & Musik: Das gilt auch für einige Musik- und Video-Konvertierungs-Software wie den Cinema Craft Encoder, Flask-MPEG, Microsofts Media Encoder, Nero Recode und Pegasys Tmpgenc sowie die Video-Komprimierungs-Codecs Divx, M-JPEG2000, Nero Digital und Xvid. Nicht ganz so rosig ist die Lage bei Musik-bearbeitungsprogrammen, hier sind nur Steinberg Cubase 4 und Sony Sound Forge 9 für Quad Cores optimiert. Und beim Erstellen von MP3-Dateien ist derzeit sogar nur eine exotische Spezialversion des MP3-Encoders Lame - die Variante MT 3.97a - in der Lage, die Rechenkraft eines Vierkern-Prozessors tatsächlich auch auszunutzen.

Gut packen: Ihre Stärke können Quad Cores aber auch bei den Packprogrammen 7-Zip und Winrar ausspielen. Spürbare Tempovorteile stellen sich allerdings erst beim Komprimieren großer Verzeichnisse von 300 MB und mehr ein. Wenn Sie nur ab und an eine Datei (ent)packen, brauchen Sie keine Quad-Core-CPU.

Für Profis: Bezahlt machen sich Vierkerner besonders im professionellen Bereich. Dazu gehört unter anderem die Bildbearbeitung Adobe Photoshop und die Dokumentenbearbeitung mit Adobe Acrobat Distiller Server und Abbyy Finereader 9. Stellvertretend für 3D-Animations- und Modellierungs-Programme stehen beispielsweise Adobe After Effects, Autodesk 3D Studio Max und Maya, Maxon Cinema 4D R10 und Newtek Lightwave 3D. Und Wissenschaftler setzen häufig das Raytracing-Programm Povray ein, während im Finanzbereich Analyse-Software wie 2Sungards Adaptiv Credit Risk eine wichtige Rolle unter den für Vierkernern optimierten Programmen spielt.

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