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Das bringen Quad-Core-CPUs - Teil 1

11.06.2008 | 08:50 Uhr |

Schon ab 150 Euro bekommen Sie heute einen Prozessor mit vier Rechenkernen. Doch wann sich der Einsatz der Mehrkern-Prozessortechnik lohnt, lesen Sie hier.

Alle aktuellen Desktop-Prozessoren mit vier Rechenkernen
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Weit über 1000 Euro kostete der erste Desktop-Prozessor mit vier Rechenkernen, der damals äußerst rare Core 2 Extreme QX6700, den Intel vor gut anderthalb Jahren auf den Markt brachte. Mittlerweile überschwemmen AMD und Intel mit rund einem Dutzend Prozessorvarianten den Markt, und der Preis für die Quad-Core-Technik ist deutlich gesunken. So bietet beispielsweise AMD den kürzlich vorgestellten 2,2-GHz-Prozessor Phenom X4 9550 bereits für knapp 150 Euro an, und Intels preisgünstigster Vierkerner Core 2 Quad Q6600 ist auch schon für 180 Euro zu haben. Doch Vierkerner sind nicht automatisch schneller: Die Software muss auch in der Lage sein, die Kraft der vier Kerne auszunutzen.

Mehrkern-Prozessortechnik: Das sollten Sie wissen
Wenn Sie häufig mit mehreren leistungshungrigen Programmen gleichzeitig arbeiten, ständig viele Fenster offen haben und zahlreiche Tools im Hintergrund werkeln, können Sie beim nächsten Prozessor-Upgrade oder PC-Kauf bedenkenlos zu einer Vierkern-CPU greifen. Nutzen Sie hingegen in der Regel nur wenige Programme gleichzeitig, ist möglicherweise ein Zweikern-Prozessor aus der gleichen Preisklasse mit einer höheren Taktrate die bessere Wahl. Denn bei Einzelanwendungen ist die Prozessortechnik nicht so simpel wie das kleine Einmaleins. Hier gilt nicht einfach: "4 x 1 ist doppelt so viel wie 2 x 1".

Ihre Stärke können Quad Cores nur ausspielen, wenn ein einzelnes Programm erstens eine hohe Rechenleistung benötigt und diese zweitens in vier Arbeitsschritte aufteilt, die parallel ablaufen. Und selbst dann bieten Vierkerner im günstigsten Fall 80 bis 90 Prozent mehr Leistung als eine Dual-Core-CPU gleicher Architektur und identischer Taktrate. Der Grund: Das Betriebssystem beansprucht von jedem Prozessorkern etwas Rechenleistung zur Verwaltung und Synchronisation der Kerne - und dieser Aufwand erhöht sich mit der Anzahl der zu verwaltenden Rechenkerne. Im Umkehrschluss gilt somit auch: Nutzen Ihre Programme nur maximal zwei Kerne, kann ein Quad Core unter Umständen sogar etwas langsamer sein als ein vergleichbarer Doppelkerner. Bevor Sie sich für einen Quad Core entscheiden, sollten Sie daher zunächst abklären, ob Sie häufig leistungshungrige Software einsetzen - und ob diese für Vierkerner optimiert ist.

Welche Programme von der Vierkern-Technik profitieren und welche nicht, lesen Sie hier .

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