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Vier praktische Tipps für Linux-Hardware

11.07.2014 | 11:16 Uhr |

Bildschirme bekommen diesmal mehr Aufmerksamkeit: Mit Wildguppy gibt es für Ubuntu ein Tool zur Helligkeitsteuerung, und der Befehl xsetkann Monitore in Standby versetzen.

Notebook-Bildschirme: Automatische Helligkeitsregelung per Webcam

Bei glänzenden Notebook-Bildschirmen hat die Helligkeit großen Einfluss auf die Lesbarkeit des Displays. Wenn das Umgebungslicht nachlässt, wird der starke Kontrast eines zu hellen, glänzenden Bildschirms unangenehm. Für Ubuntu und Co. regelt Wildguppy die Helligkeit automatisch.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 3/2014

So klappt der Umstieg von XP zu Linux, Videoüberwachung mit Raspberry Pi einrichten, das beste Linux für jeden PC - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 3/2014 .

Wildguppy setzt eine integrierte Webcam voraus, über die in regelmäßigen Abständen eine Aufnahme gemacht wird, die zur Berechnung der Bildschirmhelligkeit dient. Zur Steuerung der Helligkeit dabei dient das Tool xbacklight, das mit den meisten, wenn auch nicht allen Notebooks funktioniert. Um im Voraus zu testen, ob die Helligkeitssteuerung damit klappt, installieren Sie das Tool mit

sudo apt-get install xbacklight

und führen dann im Terminal

xbacklight -set 70

aus, um die Helligkeit auf 70 Prozent zu reduzieren. Ist diese Aktion erfolgreich, dann kann es mit der Installation von Wildguppy weitergehen, das in einem PPA (inoffiziellen Repository) für Ubuntu 12.04 bis 13.10 liegt:

sudo add-apt-repository ppa:fantasyleague0629/wildguppy sudo apt-get update sudo apt-get install wildguppy

Danach können Sie das Hilfsprogramm über den Ausführen-Dialog (Tastenkombination Alt-F2) mit der Eingabe von wildguppy-gtk aufrufen. Über das Fisch-Symbol im Infobereich des Panels erreichen Sie die „Settings“. Im Einstellungsdialog geben Sie ein Intervall in Sekunden ein: Ein Wert von 20 bis 30 Sekunden ist völlig ausreichend. Nach einem Klick auf „Update“ und „Restart“ ist Wildguppy aktiv. Um das Tools beim Start automatisch auszuführen, rufen Sie die Session-Verwaltung mit gnome-session-properties im Ausführen-Dialog auf. Mit „Hinzufügen“ können Sie dort einen neuen Autostart-Eintrag für wildguppy-gtk anlegen.

Konsolen-Tricks für Linux

Dunkelheit per Mausklick: Unter klassischen Desktop-Umgebungen wie LXDE können Sie eine Verknüpfung zum Befehl xset auf der Arbeitsfläche anlegen.
Vergrößern Dunkelheit per Mausklick: Unter klassischen Desktop-Umgebungen wie LXDE können Sie eine Verknüpfung zum Befehl xset auf der Arbeitsfläche anlegen.

Stromsparfunktionen: Bildschirm per DPMS in Standby-Modus versetzen

Um Energie zu sparen oder um die Notebook-Batterie in Denkpausen zu schonen, möchten Sie nicht auf das automatische Abschalten warten, sondern den Bildschirm auf Wunsch manuell in den Stromsparmodus schalten können.

Mit dem Befehl xsetdpmsforce stand by steuern Sie den Monitor direkt an und versetzen dabei jedes DPMS-kompatible Modell in Standby. Der bleibt so lange aktiv, bis Sie den Mauszeiger bewegen oder eine beliebige Taste drücken. Es wäre natürlich zu unbequem, den Befehl immer manuell einzutippen. Unter vielen klassischen Desktop-Umgebungen wie KDE, XFCE, Cinnamon, MATE und LXDE können Sie mit einem Rechtsklick auf den Desktop-Hintergrund eine Verknüpfung anlegen und dann diesen Befehl eingeben. Bei Unity und Gnome 3 ist dies nicht ohne weiteres möglich.

Lässt sich von Kratzern nicht aus der Ruhe bringen: Cdparanoia ist nach wie vor die beste Wahl zum Einlesen der alternden CD-Sammlung. Es erzeugt WAV-Dateien aus den einzelnen Tracks.
Vergrößern Lässt sich von Kratzern nicht aus der Ruhe bringen: Cdparanoia ist nach wie vor die beste Wahl zum Einlesen der alternden CD-Sammlung. Es erzeugt WAV-Dateien aus den einzelnen Tracks.
© PC-WELT

Optische Datenträger: Cdparanoia: Musik-CDs auslesen

Kaum dass die CD die altehrwürdige Schallplatte als Medium verdrängt hat, ist inzwischen die CD selbst auf dem Weg ins Altenteil. Ältere CDs, an denen sichtlich der Zahn der Zeit genagt hat, bieten auch keinen glasklaren Musikgenuss mehr, sondern springen und stolpern über Kratzer und Beschädigungen.

Das Kommandozeilenprogramm Cdparanoia ist eine jener vergessenen Perlen, die vor Jahren jedem Linux-Anwender geläufig waren, aber jetzt mit dem Bedeutungsverlust der CD ebenfalls fast in Vergessenheit geraten sind. Cdparanoia ist ein Kommandozeilenwerkzeug zum Auslesen von Audio-CDs. Es liefert, anders als ein CD-Player, mit verschiedenen Stufen von Fehlerkorrektoren auch dann noch passable Ergebnisse, wenn sich das Medium in einem bemitleidenswerten Zustand befindet. Cdparanoia ist zwar wie viele CD-Ripper aus dem Scheinwerferlicht verschwunden, aber in den Paketquellen aller großen Distributionen verblieben und kann jetzt bei der überfälligen Konvertierung von CD-Sammlungen wieder glänzen. Die Paketmanager von Debian, Ubuntu/Mint, Open Suse und Fedora kennen das Programm alle unter dem Namen „cdparanoia“: In Debian, Ubuntu und dessen Abwandlungen ist es mit

sudo apt-get install cdparanoia

schnell installiert. Als einfaches Anwendungsbeispiel, das die Fähigkeiten von Cdparanoia demonstriert, kann die Konvertierung aller Tracks einer eingelegten CD in WAV-Dateien dienen:

cdparanoia -B

Wie jedes Kommandozeilen-Tool gibt es eine Menge weiterer Parameter. Mit einem Front-End zu Cdparanoia wie Asunder ist auch die Bedienung per GUI möglich sowie die Encodierung der WAV-Dateien nach OGG, FLAC und MP3. Tags können über eine Internetverbindung von der CDDB-Datenbank bezogen werden.

Wissenswerte Tricks für Linux-Desktops

Verschnürt und Beschriftet: Die Cablebugs mit Etikett fassen mehrere Netzwerkkabel zu einem Strang zusammen und bieten auch noch Platz für Notizen.
Vergrößern Verschnürt und Beschriftet: Die Cablebugs mit Etikett fassen mehrere Netzwerkkabel zu einem Strang zusammen und bieten auch noch Platz für Notizen.
© Amazon

Netzwerkorganisation: Beschriftete Kabelbinder und Steckmarker

Sobald der Router nicht mehr reicht, um allen Ethernet-Teilnehmern einen Port zu bieten, und ein größerer Switch her muss, wird die Lage schnell unübersichtlich. Beim Aus- und Umstecken von Ethernet-Ports wirft man ohne Beschriftung schnell mal den falschen Teilnehmer aus dem Netz.

Kabelmarker sind eine nützliche Ergänzung. Einleuchtend beschriftet oder zusätzlich mit Farbcodierung versehen, helfen sie, den Wildwuchs von Netzwerkkabeln zu bändigen, und sorgen für Ordnung an Router, Switches und Netzwerkgeräten. Zwei Produkte haben sich in der Praxis gut bewährt und sind eine große Hilfe für kleines Geld, um die Verkabelung von vornherein übersichtlich zu halten.

Cablebugs: Die bunten, eckigen Plastikhülsen lassen sich auf Netzwerkkabel bis 7 Millimeter aufklemmen und mittels Etiketten beschriften. 40 Stück kosten beispielsweise bei Amazon rund zehn Euro plus Versandkosten.

Kabelbinder plus Etiketten: Selbstbaulösungen aus Tesafilm für die Beschriftung halten oft nicht lange. Besser sind fertige Kabelbinder, die Sie mit einem wasserfesten Marker beschriften können. Die stolze Menge von 100 Stück ist schon ab vier Euro plus Versand zu haben.

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