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Hardware-Tricks rund um Kabel und Netzwerk

05.05.2015 | 12:03 Uhr |

Kaum etwas hält im Alltag länger auf als Ärger mit Hardware und Peripherie. Die folgenden Tipps zeigen, wie Sie Netzwerkstecker mit Kabelbindern auf die Schnelle reparieren und Kabel gut verstauen.

Netzwerkstecker: Abgeknickte Ethernet-Stecker provisorisch reparieren

Stabiler Sitz: Die Kunststoffzunge des längs angebrachten Kabelbinders schiebt sich wie eine Haltelasche in die obere Ausbuchtung des Ethernet-Ports und verhindert damit ein leichtes Abziehen.
Vergrößern Stabiler Sitz: Die Kunststoffzunge des längs angebrachten Kabelbinders schiebt sich wie eine Haltelasche in die obere Ausbuchtung des Ethernet-Ports und verhindert damit ein leichtes Abziehen.

Die üblichen RJ-54-Stecker für Netzwerkkabel sind eine Abwandlung der Telefonstecker, wie sie in den USA ab den 70er-Jahren Verbreitung fanden, und heißen umgangssprachlich deshalb schlicht „Western-Stecker“. Diese Steckerart ist bis Ein-Gigabit-Ethernet geeignet und günstig in der Herstellung. Demzufolge sind die Qualitätsunterschiede fertiger Ethernet-Kabel enorm. Das Plastik vieler RJ45-Stecker für den heimischen Gebrauch ist einfach zu billig, und die Haltelaschen von Netzwerkkabel ohne zusätzliche schützende Kunststoffhülle brechen leicht ab. Das Resultat: Der Stecker hängt nicht mehr fest in seiner Netzwerkbuchse.

Ohne Frage am besten ist der Austausch des Netzwerkkabels mit einem qualitativ hochwertigeren Patch-Kabel, dessen Haltelasche zusätzlich von einer flexiblen Tülle geschützt ist. Wer über Crimp-Zubehör und Fingerspitzengefühl verfügt, kann auch einen neuen RJ54-Stecker am Kabel anbringen. Doch auf die Schnelle, wenn keine anderen Mittel zur Verfügung stehen, gelingt es auch mit kleinen Kabelbindern, einen sicheren Halt des Steckers in einer Buchse zu improvisieren. Sie benötigen dazu typische Kabelbinder von 2,5 bis maximal 3,6 Millimetern Breite. Entscheidend ist, dass die Sperrzunge nicht breiter als 4 Millimeter ist.

1. Stellen Sie sicher, dass der rechteckige Kunststoffkopf in die Halteeinbuchtung einer Ethernet-Buchse passt, in der normalerweise die Lasche eines RJ-45 sitzt. Der Halt muss nicht passgenau sein, wichtig ist, dass der Kabelbinder nicht zu groß ist.

2. Mit einem Teppichmesser oder notfalls mit einer Büroschere müssen Sie zwei bis drei Millimeter Höhe des rechteckigen Kunststoffkopfs abschneiden und damit niedriger machen, damit dieser ganz in der oberen Einbuchtung der Buchse verschwindet. Der Verlust der Sperrzunge spielt dabei keine Rolle.

3. Schneiden Sie diesen Kabelbinder auf eine Länge von etwa 40 Millimetern zu, und falten Sie das Band nach unten. Jedoch nicht mittig, denn der zugeschnittene Kunststoffkopf sollte etwa zehn Millimeter überstehen.

4. Legen Sie den Kunststoffkopf des Kabelbinders an die Stelle des Netzwerksteckers, an der sich die abgebrochene Haltelasche befand, und fixieren Sie den Kabelbinder in dieser Position mit einem weiteren Binder, den Sie quer am Kabel anbringen und gut festzurren.

Hat die Operation geklappt, dann haben Sie nun den zugeschnittenen Kabelbinder längs am Netzwerkkabel befestigt, und der kleinere Kunststoffkopf befindet sich an der Stelle der Haltelasche. Das nach unten gefaltete Band hat eine Federwirkung und wird von einem zweiten Kabelbinder fixiert. Mit Sorgfalt schieben Sie das so modifizierte Kabel in die Ethernet-Buchse und lassen den Kunststoffkopf einrasten, um einen stabilen Sitz des Steckers zu erhalten. Es handelt sich dabei um eine provisorische, aber stabile Lösung für Notfälle. Wer sich stattdessen lieber einen neuen Ethernet-Stecker mit Crimp-Zubehör kümmern will und dafür das nötige Equipment sucht, sollte darauf achten, keine zu billige Crimp-Zange zu erstehen, denn diese haben zu viel Spiel und erfordern zu viel Kraft beim Eindrücken der Adernpaare, die dann oft nicht präzise sitzen. Vernünftige Crimp-Zangen haben eine Kraftübersetzung und sollten nicht weniger als 20 Euro kosten. Der Aufwand ist aber nur gerechtfertigt, wenn ein Austausch des ganzen Netzwerkkabels keine Option ist.

Linux: So testen Sie die Leistung Ihrer Hardware

Hardware-Wissen: Zugriffszeiten und Latenzen im Vergleich

Ereignistyp

Latenz

Skaliert auf 1 s

1 Prozessorzyklus (3 GHz)

0,3 ns

0,3 s

1 Prozessorzyklus (1 GHz)

1 ns

1 s

Zugriffszeit Level-1-Cache

1–4 ns

1–4 s

Zugriffszeit Level-2-Cache

5–10 ns

5–10 s

RAM-Zugriff (CPU zu DRAM)

120 ns

2 min

SSD-Zugriff (Flash-NAND)

10–30 µs

2,8–8,3 Stunden

Ping: lokales Netzwerk

0,5 ms

5,8 Tage

Festplattenzugriff

8–11 ms

3–4 Monate

Ping: Berlin nach Paris

22 ms

8,4 Monate

Ping: Berlin nach London

25 ms

9,5 Monate

Ping: Berlin nach New York

88 ms

2,8 Jahre

Ping: Berlin nach Sydney

350 ms

11 Jahre

TCP-Paketwiederholung

1–3 s

31,7–95 Jahre

Seitenaufbau pcwelt.de

4–9 s

127–285 Jahre

USB-Time-out

5 s

158,5 Jahre

SATA-Time-out (Linux)

30 s

951,3 Jahre

System-Neustart

2 m

3,8 Jahrtausende

Latenzen, also Verzögerungen und Reaktionszeiten, treten in allen Systemen der elektronischen Datenverarbeitung auf. Nicht nur in der Kommunikation in Netzwerken, in deren Zusammenhang der Begriff häufiger fällt, sondern generell in elektrischen Schaltungen.

In der Datenübertragung ist die Latenzzeit jene Verzögerung zwischen dem ersten Verbindungsversuch und der geglückten Verbindung. In einem Computersystem beschreibt die Latenz die Antwortzeit zwischen dem Absetzen eines Befehls zum Abruf oder Speichern von Daten und dem Moment, in dem dieser Befehl abgearbeitet ist.

Da die maximale Verarbeitungsgeschwindigkeit elektronischer Signale von der Signalanstiegzeit abhängig ist, sind Prozessoren und Speichersubsysteme optimal zu ihrer Schaltzeit getaktet. Eine CPU mit einem GHz Taktfrequenz arbeitet die Befehls-Pipeline eine Milliarde Mal in der Sekunde ab und führt alle anstehenden Befehle beziehungsweise Teilbefehle aus, die in einen Taktzyklus passen. Diese CPU benötigt dazu also 0,000000001 Sekunden (s), oder eine Nanosekunde (ns). Moderne Prozessoren passen ihren Takt unter Last auf fast drei GHz an, High-End-CPUs sogar auf vier GHz.

Die Zeit, die während einer Nanosekunde verstreicht, ist nach menschlichen Maßstäben schwer zu veranschaulichen: Den Zeitraum als extrem kurz zu bezeichnen, wäre ein Understatement. Beispielsweise legt Licht während einer Nanosekunde im Vakuum nur 30 Zentimeter zurück. Bis das Licht des Computermonitors Ihre Augen erreicht, vergehen also rund zwei Nanosekunden. Ein besserer Weg, die Taktfrequenz und Latenz moderner Prozessoren zu veranschaulichen, ist folgendes Gedankenexperiment. Angenommen, eine Nanosekunde entspräche einer Sekunde: Wie groß wäre dann die relative Latenz anderer Vorgänge in der Datenverarbeitung, etwa von Speicherzugriffen, Festplattenzugriffen oder von Netzwerkverbindungen im LAN und im Internet? Die nebenstehende Tabelle zeigt einige interessante Beispielwerte, die zum Vergleich von einer Nanosekunde auf eine Sekunde skaliert wurden.

Hardware organisieren: Kabel in praktischer Hängeaufbewahrung verstauen

Gut abgehangen: Eine Hängeaufbewahrung wie diese, eigentlich für Socken und Unterwäsche gedacht, erweist sich als praktische Vorrichtung zum Verstauen von Kabeln und Kleinteilen an Türen.
Vergrößern Gut abgehangen: Eine Hängeaufbewahrung wie diese, eigentlich für Socken und Unterwäsche gedacht, erweist sich als praktische Vorrichtung zum Verstauen von Kabeln und Kleinteilen an Türen.

Wenn der Platz im Hardware-Schrank und Server-Raum knapp wird, wandern meist zuerst die Kleinteile in Kisten, die wiederum auf hohen Schränken verschwinden. Häufig benötigte Kabel, Netzteile und wichtiges Zubehör sollte aber auch in beengten Verhältnissen griffbereit bleiben.

Eine im Alltag sehr praktische Möglichkeit, kleinere Teile und Kabel in Reichweite zu halten und dabei übersichtlich zu verstauen, sind die Innenflächen von Türen und Schranktüren: Mit Hängeaufbewahrungen aus Kunststoffgewebe, die eigentlich für Schuhe oder Socken gedacht sind, finden auch Werkzeuge, Hardware-Teile sowie aufgewickelte Kabel ihren Platz, auch wenn es noch so beengt zugeht. Die Hänger sind mit mehreren oben offenen Aufbewahrungsfächern ausgestattet, je nach Größe zwischen 12 und 16 Fächer. Am oberen Ende befinden sich verstärkte Löcher zur Befestigung an zwei verschraubten Haken – größere Modifikationen an Möbeln oder Türen sind also nicht nötig, was gerade in Büros von Vorteil ist.

Die effiziente Aufbewahrung gibt es in Einrichtungshäusern wie etwa bei Ikea für wenige Euro. Ideal für die Zwecke als vertikales Hardware-Depot sind Hängefächer aus weißem, leicht durchscheinendem Gewebe, weil dann der Inhalt auch ohne Beschriftung sichtbar ist. Sollte dies zu einer schnellen Übersicht nicht genügen, dann können Sie die einzelnen Fächer auch noch mit selbstklebenden Namensetiketten aus Stoff beschriften, wie sie auf Tagungen, Messen und Schulungen üblich sind. Auf der Innenseite einer Schranktür aufgehängt, lässt diese Lösung auch einen umfangreichen Kabelfundus verschwinden, während die separate Aufbewahrung trotzdem alles griffbereit hält sowie lästige Kabelknäuel verhindert.

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