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Videos, Musik, Fotos und TV – die perfekte Unterhaltung überall

18.01.2015 | 08:31 Uhr |

Ein Teil der Musik hier, ein Teil dort. Das Gleiche bei Bildern und Videos. Und längst nicht alle Geräte sind online und im Netz. PC-WELT zeigt, wie sie alles durchgehend abspielen – eben die perfekte Unterhaltung überall.

Nein, um herkömmliche Musik-CDs und Filme auf DVD oder Bluray geht es hier nicht – dafür um so gut wie alles andere, was mit Musik, Bildern, Filmen und Fernsehen zu tun hat.

Manche Inhalte haben Sie vermutlich auf dem Handy, etwas anderes auf dem Rechner und wieder etwas anderes lagert auf der Netzwerkfestplatte. Das Fernsehen ist oft immer noch auf „richtige“ TV-Geräte beschränkt und fehlen darf auch die Cloud nicht. Auch da haben viele Anwender irgendwelche Daten „gespeichert“, ohne wirklich von überall auf diese Inhalte zugreifen zu können. Oder haben Sie schon einmal versucht, Ihre Smartphone-Fotos über die Dropbox auf dem Fernseher zu zeigen? Unmöglich ist das nicht. Im Gegenteil, mit der richtigen App ist es sogar einfach. Man muss eben nur wissen, wie.

Datenchaos: alle Medien geräteübergreifend nutzen

Die eigenen Schnappschüsse schnell groß im Wohnzimmer zu zeigen, ist nur ein Beispiel von vielen. Gleiches gilt für Musik, Filme oder das TV-Signal auf den verschiedenen Geräten sowie daheim und unterwegs. Sagen Sie jetzt nicht gleich: „Das geht bei mir nicht, dazu fehlt mir dies oder das“! Vermutlich kann Ihre vorhandene Hardware inklusive Heimnetz sehr viel mehr, als Sie im ersten Moment denken. Und wenn tatsächlich etwas fehlt, hilft schon eine Investition von gut 30 Euro: entweder der Chromecast-Stick oder der Platinenrechner Raspberry Pi .

Voraussetzung für die perfekte Unterhaltung überall ist zunächst ein Netzwerk daheim, wie es über den WLAN-Router in den meisten Haushalten inklusive Internet ohnehin zur Verfügung steht. Für alles, was über Mobil-Apps läuft, braucht man natürlich ein Smartphone oder Tablet. Besonders hochwertig braucht es gar nicht zu sein, Aldi beispielsweise hatte im Sommer 2014 das einfache LG-Gerät L40 mit aktueller Android-Version für knapp 80 Euro im Angebot.

Per Smartphone lässt sich vieles im Heimnetz steuern. Teuer muss das Gerät nicht sein, schon ein günstiges Android-Modell wie dieses von Aldi angebotene bringt alles Notwendige mit.
Vergrößern Per Smartphone lässt sich vieles im Heimnetz steuern. Teuer muss das Gerät nicht sein, schon ein günstiges Android-Modell wie dieses von Aldi angebotene bringt alles Notwendige mit.

Wo der Fernseher einbezogen wird, ist natürlich ein Netzwerkanschluss erforderlich. „Smart“ im engeren Sinn – also mit Apps ausgestattet – braucht er dagegen nicht sein. Ethernet oder WLAN haben mittlerweile praktisch alle TV-Geräte, auch viele ältere.

Clevere Netzwerk-Tools zum Download

Fehlt diese Option bei Ihnen, hilft der erwähnte Chromecast-Stick von Google oder der Platinenrechner Raspberry Pi weiter. Beide kosten 30 bzw. 35 Euro und bieten völlig neue Möglichkeiten, auch das Übertragen der Fotos vom Handy oder aus der Dropbox. Von Nutzen ist schließlich eine Netzwerkfestplatte: Stand dabei früher der zentrale Datenspeicher im Vordergrund, handelt es sich bei modernen NAS-Laufwerken um Computer, auf denen sich eine Vielzahl von Anwendungen installieren lässt.

Fernsehen überall, TV-Sendungen auf mobilen Geräten speichern

Auf dem Smartphone oder Tablet-PC und damit wirklich überall fernzusehen, ist inzwischen sehr einfach. Der TV-Streamingdienst Zattoo benötigt auf Mobilgeräten kein WLAN mehr, funktioniert also auch über das Mobilfunknetz. Mehr als 70 Sender zeigt die App für Android , iOS, Windows und Windows Phone schon in der werbefinanzierten Gratisversion, für knapp zehn Euro pro Monat gibt es auch zahlreiche Privatsender sowie vieles in HD.

Mit Zattoo vergleichbar ist der in Deutschland neue Anbieter Magine . Hier gibt es neben den öffentlich-rechtlichen Stationen auch die privaten Sender von ProSiebenSat.1 und RTL gratis, insgesamt ebenfalls mehr als 70 nationale und internationale TV-Kanäle. Aktuell läuft Magine auf Android, iOS, Windows sowie auch auf einigen Samsung-Fernsehern, nicht jedoch auf Windows Phone. Auch die Ausstrahlung in Full-HD existiert derzeit (noch) nicht, dafür lassen sich einzelne Sender zeitversetzt ansehen (Timeshift) sowie aufzeichnen.

Verbindet man sich daheim oder unterwegs mit einem WLAN-Netz, braucht man sich hinsichtlich des mobilen Datenvolumens keine Gedanken zu machen. Anders sieht es naturgemäß beim Fernsehen über das Mobilfunknetz aus. Zattoo beispielsweise verbraucht selbst in der niedrigen Auflösung („für Mobilfunk“) auf dem Smartphone rund sieben MByte pro Minute, bei einer einstündigen Sendung sind also über 400 MByte des schnellen Inklusivvolumens weg.

Wer häufig unterwegs fernsehen möchte, benötigt also einen Mobilfunkvertrag mit entsprechendem Datentransfer oder greift zur Alternative DVB-T, also zum digitalen terrestrischen Fernsehen. Das arbeitet unabhängig von UMTS und LTE, dafür benötigt man einen DVB-T Empfänger, also eine zusätzliche Hardware. Der Fernsehempfang selbst ist wieder völlig kostenlos.

DVB-T-Empfänger wie der Eye TV Micro von Elgato beanspruchen anders als das Fernsehen übers Internet (z.B. Zattoo) keine Mobilfunkverbindung und sparen somit auf Dauer Geld.
Vergrößern DVB-T-Empfänger wie der Eye TV Micro von Elgato beanspruchen anders als das Fernsehen übers Internet (z.B. Zattoo) keine Mobilfunkverbindung und sparen somit auf Dauer Geld.
© Elgato

ANDROID-WELT hat DVB-T-Sticks für Smartphones und Tablet getestet. Testsieger ist der Eye TV Micro von Elgato zum Preis von knapp 70 Euro, der allerdings nur mit bestimmten Android-Geräten funktioniert. Achten Sie vor dem Kauf eines solchen DVB-T-Empfängers deshalb unbedingt darauf, dass er mit Ihrem Smartphone bzw. Tablet kompatibel ist.

Eine elegante Lösung stellt die Mobil-App DailyMe (für Android und iOS) dar: Damit lassen sich vorab daheim, im Büro oder an einem Hotspot per WLAN Fernsehsendungen und -serien herunterladen und dann unterwegs auch ohne Internetverbindung anschauen. Live-TV ist das allerdings nicht, zudem ist die Auswahl der Sender und Sendungen begrenzt. Leider bieten die Mediatheken-Apps der TV-Sender keine solche Option zum WLAN-Download.

TV-Sendungen via Internet aufnehmen

Daneben existiert eine ganze Reihe weiterer Lösungen, um das in der Wohnung vorhandene TV-Signal daheim auch auf Mobilgeräte zu bringen. Media Portal richtet auf dem PC einen TV-Server ein, die Android-App aMPdroid und das iOS-Pendant iPiMP holen das Fernsehbild dann über das Heimnetz auf den kleinen Bildschirm. Wer eine Netzwerkfestplatte hat, kann darauf die TV-Software DVB Link für knapp 40 Euro installieren. Passende Abspiel-Apps von DVB Logic existieren für Android, iOS und Windows Phone. Ganz ohne weitere Hardware in Form eines Tunersticks kommen Fritzbox-Besitzer und IPTV-Abonnenten der Deutschen Telekom (Entertain) oder von Vodafone (Vodafone TV) aus. Der AVM-Router ermöglicht es ebenfalls, das TV-Signal an andere Endgeräte im Heimnetz zu streamen. Alternativ gibt der neue FritzWLAN Repeater DVB-C für gut 100 Euro das TV-Signal aus dem digitalen Kabelanschluss ins Heimnetzwerk weiter.

Der neue FritzWLAN Repeater DVB-C streamt das TV-Signal vom Kabelanschluss an andere Geräte im Heimnetz weiter.
Vergrößern Der neue FritzWLAN Repeater DVB-C streamt das TV-Signal vom Kabelanschluss an andere Geräte im Heimnetz weiter.
© AVM

Eigene Musik aufs Smartphone und die Stereoanlage streamen

Bei Musik gilt es zwischen lokal gespeicherter Musik und Songs in der Cloud zu unterscheiden. Bei der Online-Variante existieren zum einen die Streamingdienste wie Spotify oder Deezer, zum anderen solche, welche die private Musiksammlung in die Cloud auslagern: vor allem den Amazon Cloud Player, iTunes Match von Apple und Google Play Music .

Live-TV auf iPad und Android-Tablets

Lokal auf einem Windows-PC abgelegte Musik können Sie einfach über den Windows Media Player im Netzwerk freigeben. Dazu gehen Sie in die Musikbibliothek des Abspielprogramms und klicken oben in der Menüleiste auf „Streamen -> Medienstreaming aktivieren“, um die Inhalte für andere Geräte im Heimnetzwerk freizugeben. Welche, das legen Sie im Einzelnen fest.

Über den Windows Media Player lässt sich genau definieren, welche Musik auf welche anderen Abspielgeräte im Heimnetzwerk gestreamt werden darf.
Vergrößern Über den Windows Media Player lässt sich genau definieren, welche Musik auf welche anderen Abspielgeräte im Heimnetzwerk gestreamt werden darf.

So simpel die Methode ist, so hat sie doch den Nachteil, dass der Medienserver-PC stets laufen muss. Eleganter, leiser und stromsparender sind Netzwerkfestplatten, kurz NAS (Network Attached Storage). Einfache Modelle mit integriertem Medienserver und Festplatte gibt es ab rund 100 Euro, höherwertige Modelle von den beiden Marktführern QNAP und Synology sind etwas teurer.
Einige NAS-Hersteller bieten eigene Apps zum Abspielen bzw. Anzeigen auf den Mobilgeräten, zum Teil auch getrennte für Musik, Fotos und Videos. Daneben gibt es (fast) unzählige allgemeine Gratis-Player, die man über die Stichworte UPnP oder DLNA im Google Playstore, Windows Webstore und Apple Appstore schnell findet.

Abspielen lassen sich die Inhalte auch auf allen anderen DLNA/UPnP-fähigen Geräten, also auf vielen Fernsehern, dem Webradio und auf Lautsprechersystemen mit Netzwerkanbindung. Herkömmliche Hifi-Komponenten und insbesondere kompakte Stereoanlagen verfügen dagegen nach wie vor eher selten über LAN oder WLAN. Die Steuerung und Musikauswahl erfolgen traditionell über die Gerätefernbedienung, bei neueren Geräten bieten die Hersteller meist auch Apps, die das Smartphone oder den Tablet-PC in eine komfortable Fernbedienung verwandeln. Alternativ verwenden Sie Universal-Apps wie Plex (Android, Amazon Kindle, iOS und Windows Phone) oder BubbleUPnP (nur Android). Die Apps kosten jeweils etwa 3,50 Euro, bei beiden lassen sich Quelle, Medienart, Wiedergabegeräte und vieles mehr definieren.

Beispiel Logitech Squeezebox: Das Webradio lässt sich wie viele andere Netzwerkgeräte bequem mit einer Remote-App auf dem Smartphone oder Tablet-PC fernbedienen.
Vergrößern Beispiel Logitech Squeezebox: Das Webradio lässt sich wie viele andere Netzwerkgeräte bequem mit einer Remote-App auf dem Smartphone oder Tablet-PC fernbedienen.
© Logitech/PC-WELT

Musik aus der Cloud: Spotify und Co sowie hochgeladene Songs

Ob 18, 20 oder gar 25 Millionen Titel: Alle Anbieter von Streaming-Musik werben mit einem ähnlich großen Repertoire. Auch die Konditionen sind bei Deezer, Google, Juke, Napster, Rdio, Simfy, Spotify und Wimp ähnlich: Das uneingeschränkt auf allen Plattformen nutzbare Abo kostet monatlich überall knapp zehn Euro, einige Dienste bieten eine auf den PC beschränkte Abspieloption für die Hälfte.

Große Unterschiede existieren allerdings bei der Implementierung auf den verschiedenen Geräten . Denn letztlich ist es immer Verhandlungssache, ob sich Hardware-Hersteller und Dienste-Anbieter einig werden. Schließen beispielsweise Samsung und Spotify einen Exklusivvertrag für Streaming-Apps auf den Fernsehern des südkoreanischen Herstellers, bleiben die übrigen Musikanbieter außen vor.

Welche Musikdienste auf welchen Fernsehern und Webradios laufen, ist Verhandlungssache zwischen den beteiligten Firmen – und damit für den Kunden oft Glückssache.
Vergrößern Welche Musikdienste auf welchen Fernsehern und Webradios laufen, ist Verhandlungssache zwischen den beteiligten Firmen – und damit für den Kunden oft Glückssache.

Das Angebot der Streaming-Apps bzw. die Anbieter-Hersteller-Kooperationen sind allerdings stark in Bewegung. Es lohnt sich deshalb, von Zeit zu Zeit auf den Supportseiten der Gerätefirmen von Fernsehern, Webradios und Audioanlagen nachzusehen, ob neue Musik-Apps zur Verfügung stehen. Prüfen Sie alternativ, ob für Ihre Hardware ein Firmware-Update bereitsteht. Darin sind die neuen Apps häufig automatisch integriert. Gerade weil sich Inhalte und Konditionen der Musik-Streamingdienste so ähneln, macht es durchaus Sinn, ein Abo zu kündigen und den neuen Anbieter nach der Unterstützung der eigenen Hardwareausstattung auszuwählen – auf PCs und Mobilgeräten laufen sie ohnehin alle.

Neben diesen Diensten zum Mieten von Musik existiert seit gut zwei Jahren die Möglichkeit, die eigenen, also schon gekauften Songs in die Cloud zu laden. Von dort kann man seine Musik dann, ein Online-Zugang natürlich vorausgesetzt, überall „zurückhören“. Um die Synchronisation oder den bei Smartphones und Tablets begrenzten Speicherplatz muss man sich aber nicht mehr kümmern.

Beim Dienst Google Play Music lassen sich 20.000 eigene Songs kostenlos in der Cloud speichern, so dass man über das Internet von überall auf seine Musik zugreifen kann.
Vergrößern Beim Dienst Google Play Music lassen sich 20.000 eigene Songs kostenlos in der Cloud speichern, so dass man über das Internet von überall auf seine Musik zugreifen kann.

Prominente Dienste sind iTunes Match von Apple, der Amazon Cloud Player sowie Google Music . Während Apple und Amazon für 25.000 bzw. 250.000 online gespeicherte Songs rund 25 Euro im Jahr verlangen, lassen sich bei Google bis zu 20.000 Lieder gratis im Internet sichern.

Der Google-Dienst eignet sich aber nicht nur deshalb gut für daheim, weil er kostenlos ist. Mit einem vorhandenen Alt-Smartphone kann man seine Musik auch auf fast allen Audiogeräten daheim abspielen. Dazu installiert man Googles Musik-App auf dem ausgemusterten Android-Gerät und schießt es über ein Audiokabel mit zwei 3,5 mm Klinkensteckern an beiden Seiten an das Smartphone und den Aux-in-Eingang der Audioanlage bzw. des Abspielgerätes an. Stromanschluss und WLAN-Verbindung genügen, eine SIM-Karte braucht das Alt-Handy dagegen nicht. Noch mehr Nutzerfreundlichkeit und damit Charme bekommt das Ganze, wenn Sie auch Ihrem aktuellen Smartphone oder Tablet die App Music Remote installieren. Denn damit steuern Sie das Zweitgerät fern, Sie bestimmen also bequem vom Sofa aus, was Sie hören möchten – und das vollkommen gratis.

Smarte TV-Geräte oder Bluray-Player mit YouTube-Funktion lassen sich über die Pairing-Funktion mit der YouTube-App auf dem Smartphone koppeln.
Vergrößern Smarte TV-Geräte oder Bluray-Player mit YouTube-Funktion lassen sich über die Pairing-Funktion mit der YouTube-App auf dem Smartphone koppeln.

YouTube: Fernseher oder Bluray-Player koppeln

Zur Grundausstattung eines Smart-TV sowie von vielen Bluray-Playern gehört die YouTube-App. So praktisch die App an sich ist, so unpraktisch ist die Bedienung, sich über die Pfeiltasten auf der Fernbedienung von einem zum nächsten Buchstaben zu kämpfen, nur um einen Videotitel einzutippen. Viel einfacher ist es, wenn dies auf der Smartphone- bzw. Tablet-Tastatur zu erledigen und die Geräte zum Abspielen im Heimnetzwerk zu koppeln.

So geht’s: Drücken Sie einmalig in der YouTube-App am Fernseher oder am Bluray-Player auf „Einstellungen -> Koppeln“. Auf dem TV-Bildschirm erscheinen ein neunstelliger Pairing- und ein QR-Code. Auf Ihrem Mobilgerät öffnen Sie in der YouTube-App ebenfalls die „Einstellungen“ und folgen „Verbundene TV-Geräte -> TV-Gerät hinzufügen“. Scannen Sie den QR-Code ab oder tippen Sie den Pairing-Code ein und bestätigen Sie mit „Hinzufügen“.

Diese Kopplung müssen Sie nur einmal erledigen, danach können Sie wie gewohnt in der YouTube-App auf dem Mobilgerät das gewünschte Video anwählen. Zum Abspielen am Fernseher bzw. Bluray-Player tippen Sie oben in der Mitte auf das Bildschirmsymbol.

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