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Wenn der Gegenüber ein Hologramm ist

22.09.2008 | 10:01 Uhr |

Weit entfernte Gesprächspartner so realitätsnah wie möglich darzustellen, das ist das Ziel von Videokonferenzsystemen. Ciscos neueste Entwicklung kann den virtuellen Gegenüber sogar als Hologramm darstellen.

Wenn die gestresste Crew des Raumschiffs Enterprise etwas Ausgleich suchte, fand sie ihn im so genannten "Holodeck": Einer äußerst realitätsnahen und dennoch komplett virtuellen Umgebung, die Landschaften und Menschen nach Wahl darstellen konnte. Das Holodeck der legendären Fernsehserie wird wohl noch eine ganze Weile nur in unserer Phantasie existieren, doch ein Teil davon, nämlich holografisch projizierte Menschen, soll bald in den Geschäftsalltag Einzug halten.

Cisco , Marktführer im Bereich Netzwerktechnik und ein Schwergewicht auch in Sachen Videokonferenzsysteme, hat eine Anreicherung seiner "Telepresence"-Lösungen durch Holografie angekündigt und letztes Jahr bereits eine Kostprobe davon geliefert. Ciscos CEO hatte bei der Eröffnung seiner neuen Fernost-Zentrale im indischen Bangalore einen seltsamen Gesprächspartner mit auf der Bühne. Denn Marthin De Beer, Senior Vice President Emerging Technology bei Cisco, war nur als Hologramm dabei. "De Beer war zwar ebenfalls in Lebensgröße anwesend – aber eben nur virtuell", erzählt Charles Stucki, Vice President und General Manager der Business Unit Telepresence.

Während Chambers live auf der Bühne sprach, holte er seinen Gesprächspartner In Wirklichkeit befand sich De Beer mehrere tausend Meilen entfernt in einem Studio in Kalifornien. Eine Kamera zeichnete ihn auf, er wiederum stand vor zwei Telepresence-Bildschirmen. Auf dem einen war John Chambers zu sehen und zu hören, auf dem anderen das Publikum. "Damit wollen wir es ermöglichen, dass der Gesprächspartner, in diesem Fall De Beer, nicht nur auf seinen Counterpart reagieren kann, sondern auch auf Fragen oder Anmerkungen aus dem Publikum. Das Ganze wird so interaktiv wie in einer realen Situation", berichtet Stucki.

Die Basis bildet Telepresence

Die "Cisco on Stage Telepresence Experience", so der Name der Demoversion, soll als marktreifes Produkt die aktuelle Rich-Media-Lösung " Telepresence " erweitern. Mit ihr hat das Unternehmen ein System entwickelt, das virtuelle Meetings über das Netzwerk ermöglicht und dabei ein realistisches Begegnungserlebnis vermittelt. Dafür sorgen eine hoch auflösende Videodarstellung in Lebensgröße und natürlicher Raumklang.

Cisco argumentiert: Wo früher noch zeitaufwändige Reisen notwendig waren, können heute virtuelle Meetings ad hoc stattfinden, was Kosten senkt und die Effizienz von Arbeitsabläufen erhöht. Und in Anlehnung an Green IT: Die Integration von Sprach-, Daten- und Videoverkehr spart Energie. Aktuell hat Cisco weltweit über 220 Telepresence-Einrichtungen in mehr als 30 Ländern und nahezu 95 Städten im Einsatz. Mehr als 100 000 Meetings wurden bisher abgehalten.

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