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Die Top/Flop-Filme über das WWW

19.11.2008 | 13:44 Uhr |

Das Internet hat nicht nur die Massenmedien revolutioniert, sondern auch immer wieder die Fantasie von Filmemachern aus aller Welt angeregt - mit zum Teil mit sehr abweichenden Ergebnissen. Wir präsentieren die drei besten und die drei schlechtesten Filme über das World Wide Web.

Von Christopher Null und Manuel Medicus

Seit Fritz Lang in seinem Science-Fiction-Klassiker "Metropolis" (1927) den Roboter Maria einführte, sind Computer zu einem festen Bestandteil der Filmwelt geworden. Das Internet dagegen ist eine neuere Erscheinung. Während es aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, versuchen Filmemacher immer noch herauszufinden, wie sie das World Wide Web in ihren Filmen am besten verarbeiten können.

Mit Blick darauf haben wir eine Liste der der drei besten und drei schlechtesten Filme erstellt, in denen das Internet eine tragende Rolle spielt oder die das Internet als markanten Handlungsteil beinhalten. Alle Filme sind mit Links zu ihren Einträgen in der International Movie Database und mit dem passenden Trailer versehen.

Da der Focus hier auf Filmen über das Internet liegt - nicht über Computer im Allgemeinen - sind eine Reihe von Filmen aus der Ära vor dem Internet (beispielsweise WarGames oder Tron) nicht vertreten.

Top 3 der Filme über das Internet

1. Matrix (1999, OT: "The Matrix")

Geht es in "Matrix" wirklich um das Internet? Sicher ist es ein epischer Science-Fiction-Film , aber "Matrix" ist auch eine Allegorie, die uns zeigt, wohin uns die Technologien der Zukunft führen könnten. Das Internet hat in "Matrix" eine heimtückische Rolle: Es hat sich zu einer virtuellen Welt entwickelt, mit der die Menschen abgelenkt und zufriedengestellt werden, während sie selbst in der realen Welt als Energielieferant für intelligenten Maschinen dienen, die in der Zwischenzeit die Kontrolle über die Erde übernommen haben.

Nicht wenige Leute befürchten, dass diese Endzeit-Vision der "Matrix" nicht nur reine Fantasie ist, sondern dass sich die Menschheit wirklich dabei ist, sich in diese Richtung zu entwickeln. Der Film hat nachgewiesenermaßen "Second Life"-Schöpfer Philip Rosedale dazu animiert seine erfolgreiche virtuelle Welt zu schaffen. Letztendlich geht es in "Matrix" nicht um das Internet. Die "Matrix" ist das Internet.

2. Hackers - Im Netz des FBI (1995, OT: "Hackers")

Während "Hackers" an den Kinokassen floppte, wurde der Film nach seiner Veröffentlichung auf Video zu einem Kultklassiker - zumindest unter den Zuschauern, die zu jung waren "WarGames" (1983) im Kino gesehen zu haben. Der Film zeigt eine unwahrscheinliche, stilisierte und effektreiche Visualisierung des Cyberspace, die irgendwie aber doch funktioniert - dank der übertriebenen Storyline und den mitwirkenden Schauspielern.

Der Film schafft es sogar, einige Hinweise auf die Realität zu geben: Bevor die Hacker um Acid Burn (Angelina Jolie) den Neuling Dade alias Crash Override (Jonny Lee Miller) in ihre Gruppe aufnehmen, fordern sie ihn heraus, eine Serie technischer Betriebsanleitungen zu identifizieren, die in den frühen 80ern als unentbehrlich galten.

Erinnern Sie sich an den Internet-Boom? Nicht das Web 2.0, sondern den ersten, bevor die Dot-com-Blase im Jahr 2000 platzte? In "Startup.com" haben die beiden Dokumentarfilmer Chris Hegedus und Jehane Noujaim den ruhmreichen Aufstieg und erstaunlich schnellen Abstieg eines typischen Dot-com-Unternehmens (Govworks.com) eingefangen. Der Film gewährt dem Zuschauer einen Sitz im Meetingraum zur Teilnahme an den Brainstorming-Sitzungen, er zeigt das Teamwork-Training und auch das Risikokapital im Herzen eines neugegründeten Unternehmens der New Economy. Auf die Zeit des wilden Enthusiasmus, der extremen Wachstumsaussichten und des Wilde-Pläne-Schmiedensfolgen prompt die innerbetrieblichen Konflikte, die Massenentlassungen und schließlich der spektakuläre Niedergang.

In einer Welt nach dem Enron-Skandal , scheint diese Geschichte von Egoismus und Gier, die zum Niedergang eines Unternehmens führen, fast ein alter Hut zu sein. Aber der Film schafft es auf hervorragende Art und Weise die Dot-com-Ära in 107 Minuten zusammenzufassen. Auch sollte das inhaltlich ähnlich orientierte "E-Dreams" (2001 ) nicht außer Acht gelassen werden, das den Kollaps des besser bekannten, aber mit dem zum gleichen Schicksal verdonnerten Kozmo.com behandelt.

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