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Verzeichniswechsel mit Platzhaltern

Sie haben gehört, daß der NT-Prompt insbesondere beim Verzeichniswechsel viel flexibler sein soll als das Windows-95-Äquivalent.Sie wissen aber nicht, welche neuen Möglichkeiten Sie dadurch bekommen.

Anforderung

Fortgeschrittene

Zeitaufwand

Mittel

Problem:

Sie haben gehört, daß der NT-Prompt insbesondere beim Verzeichniswechsel viel flexibler sein soll als das Windows-95-Äquivalent.Sie wissen aber nicht, welche neuen Möglichkeiten Sie dadurch bekommen.

Lösung:

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem DOS-Prompt in Windows 95 und dem NT-Prompt ist, daß Sie in NT Verzeichnisse mit Leerstellen im Namen nicht in Anführungsstriche setzen müssen. Bei der Eingabe des Befehls cd eigene dateien mahnt der Win-95-Prompt an, daß zu viele Parameter vorhanden seien, NT wechselt dagegen anstandslos in das Verzeichnis "Eigene Dateien". Außerdem können Sie unter NT sogar die Platzhalter "*" und "?" beim Verzeichniswechsel verwenden.

Windows-95-Anwender kennen diese Platzhalter zwar in der Regel vom DIR-Befehl. Aber in Kombination mit CD, also zum Verzeichniswechsel, können Sie die Platzhalter in Windows 95 nicht verwenden. Unter NT ersparen Sie sich damit lästige Tipperei, weil Sie mit diesen Platzhaltern lange Verzeichnisnamen verkürzt eingeben können. Der Stern vertritt bei dieser Gelegenheit eine beliebige Anzahl von Stellen bis zum Ende des Dateinamens. Das Fragezeichen entspricht dagegen genau einer Stelle.

Dem Muster "*i??o*" entsprechen also alle Dateinamen, in denen an einer beliebigen Stelle ein "i" auftritt, gefolgt von genau zwei beliebigen Zeichen. Danach muß ein "o" vorkommen, und es können noch weitere Zeichen folgen. Beispiele für mögliche Treffer sind: "Microsoft Exchange", "Windows NT", "Winword" oder "History". Wenn Sie die Platzhalter so einsetzen, daß mehr als ein Verzeichnis zu dem Muster paßt, wendet NT den Befehl auf das als erstes gefundene Verzeichnis an. Standardmäßig zeigt Windows 95 diese Dateiattribute nicht an. Sie können sie aber herausfinden, indem Sie die Datei im Explorer markieren, mit der rechten Maustaste klicken und aus dem Kontextmenü den Eintrag "Eigenschaften" auswählen. Auf der Registerkarte "Allgemein" sehen Sie die vier Dateiattribute.

Bis auf das Attribut "System" lassen sich diese hier auch verändern. Wer den Internet Explorer 4.0 installiert hat, kann unter "Ansicht, Ordneroptionen" auf der Registerkarte "Ansicht" die Option "Dateiattribute in der Detailansicht anzeigen" aktivieren. In Zukunft werden dann in allen Explorer-Fenstern für jede Datei die aktivierten Dateiattribute angezeigt, sofern Sie die Detailansicht ausgewählt haben.

Schwieriger ist es, wenn Sie mit versteckten Dateien arbeiten wollen. Diese können Sie nämlich bei den Standardeinstellungen von Windows 95 im Explorer nicht sehen. Auch die Suchen-Funktion findet sie nicht. Wenn Sie also beispielsweise die MSDOS.SYS suchen, müssen Sie im Explorer die versteckten Dateien sichtbar machen.

Klicken Sie dazu auf "Ansicht, Optionen", wechseln Sie auf die Registerkarte "Ansicht", und aktivieren Sie die Option "Alle Dateien anzeigen". Oder Sie öffnen eine DOS-Box ("Start, Programme, MS-DOS-Eingabeaufforderung") und geben den Befehl dir /s /ah \msdos.sys ein. Dieses Kommando sucht in allen Unterverzeichnissen (Schalter /s) des aktuellen Verzeichnisses nach einer Datei mit dem Namen MSDOS.SYS und dem Dateiattribut "Versteckt" (Hidden). Wenn Sie eine Datei wie beispielsweise die IO.SYS ausfindig gemacht haben und jetzt bearbeiten wollen, werden Sie auf ein weiteres Problem treffen: Die Datei hat das Attribut "System", das Sie unter Windows 95 nicht verändern können. Deshalb bleibt Ihnen hier nur der Weg über die DOS-Box.

Das DOS-Programm für das Bearbeiten von Dateiattributen ist ATTRIB.EXE. Der Befehl "attrib c:\io.sys" zeigt die Dateiattribute der IO.SYS an - also SHR für "System", "Versteckt" und "Schreibgeschützt". Um eine solche Datei bearbeiten zu können, müssen Sie zunächst die Dateiattribute zurücksetzen. Beachten Sie dabei allerdings, daß Sie am besten immer alle Dateiattribute auf einmal zurücksetzen, da Sie ansonsten Fehlermeldungen zu sehen bekommen. Sie können nämlich bei einer Systemdatei nicht das Attribut "Versteckt", bei einer versteckten Datei nicht das Attribut "System" entfernen, sondern nur beide auf einmal. attrib -s -r -h c:\io.sys Mit diesem Befehl beseitigen Sie alle Attribute der IO.SYS.

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