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Vertrauliche Dateien simpel verschlüsseln

22.07.2014 | 10:45 Uhr |

Wichtige Daten, die nicht für jedermanns Augen bestimmt sind, sollten geschützt werden. Dazu eignen sich Datentresore oder One-Click-Tools auf Festplatte und USB-Stick.

Wenn ein Hacker Zugang zu Ihrem PC bekommt, Ihr Notebook verloren geht oder der Rechner gestohlen wird, können Dritte auch ohne viel kriminelle Energie Einblick in Ihre persönlichen Daten erlangen. Das ist besonders problematisch, wenn Sie vertrauliche Dokumente oder Dateien aus der Firma auf Ihrem PC gespeichert haben.

Datendiebe mit der Open-Source-Software Truecrypt austricksen

Damit persönliche Daten im Falle eines Falles nicht offen vorliegen, müssen Sie Dokumente, Datenbanken und Tabellen sorgfältig verschlüsseln. Besonders einfach und effektiv geht das mit dem Open-Source-Programm Truecrypt . Auf Basis einer Container-Datei erzeugt Truecrypt ein oder mehrere virtuelle Laufwerke mit eigenen Laufwerksbuchstaben. Das verschlüsselte Laufwerk verwenden Sie in jedem Anwendungsprogramm wie eine Festplatte zum Speichern und Laden von Dateien. Zugang zum Laufwerk erhalten Sie ausschließlich nach Eingabe des von Ihnen festgelegten Passworts. Beim Speichern verschlüsselt Truecrypt Ihre Daten automatisch, die Entschlüsselung erfolgt unmittelbar beim Öffnen der Datei. Dadurch trickst das Tool auch Programme aus, die den Ladevorgang bespitzeln wollen.

Ein Datentresor kann als Laufwerk unter Windows geladen werden. Nur dann kann man auf die Daten zugreifen.
Vergrößern Ein Datentresor kann als Laufwerk unter Windows geladen werden. Nur dann kann man auf die Daten zugreifen.
© IDG

Auf der Festplatte liegen alle Daten grundsätzlich verschlüsselt vor. Beim Einrichten und Verwalten von Krypto-Laufwerken unterstützt Sie ein Assistent. Für die Verschlüsselung von Daten mit Truecrypt stehen die Algorithmen AES Blowfish, Twofish, Cast 5, Serpent und Triple DES zur Verfügung. Durch Kaskadierung, also durch das Kombinieren mehrerer vom Tool unterstützter Algorithmen, können Sie die Sicherheit Ihrer Daten weiter erhöhen. Ein besonderes Sicherheitsmerkmal von Truecrypt ist ein eigenes Dateisystemkonzept für virtuelle Laufwerke. Es sorgt dafür, dass ein Angreifer die Existenz verschlüsselter Daten auch dann nicht mitbekommt, wenn er die Container- Datei mit einem Diskeditor oder anderen Spezial-Tools untersucht. Hierfür verteilt Truecrypt Zufallszahlen über den gesamten Container, also auch über freie Bereiche, die gar keine Daten enthalten.

So verschlüsseln Sie Ihre E-Mails richtig

Truecrypt eignet sich auch zur Verschlüsselung von Wechseldatenträgern wie USB-Sticks oder Flash-Speicherkarten. Dafür bietet die Software den „Traveller Mode“, mit dem Sie das Tool ohne vorherige Installation direkt von einem USB-Stick oder einer Speicherkarte verwenden können.

Das Anlegen eines neuen Datencointainers ist in Truecrypt schnell und unkompliziert erledigt: Über „Volumen à Neues Volumen erstellen“ starten Sie den Assistenten. Wählen Sie die erste Option „Eine verschlüsselte Containerdatei erstellen“. Nacheinander geben Sie die Verschlüsselungsmethode, den Speicherort, die Größe des Containers und das Passwort an. Schließen Sie den Assistenten, und binden Sie den neuen Container als Laufwerk in das Dateisystem ein.

Dateien über das Explorer-Kontextmenü verschlüsseln

Sie möchten vertrauliche Dateien transportieren. Doch niemand soll die Dokumente abfangen und auslesen können. Gewissheit, dass kein Unbefugter mit den Daten etwas anfangen kann, haben Sie nur, wenn Sie die Infos verschlüsseln. Einfach und sicher geht das mit der Freeware Axcrypt , die sich vollständig in den Windows- Explorer integriert. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die zu verschlüsselnde Datei, und wählen Sie „Axcrypt à Verschlüsseln“. Sie geben nun zweimal das Passwort ein, mit dem die Datei verschlüsselt werden soll. Axcrypt verwendet den AES-128-Verschlüsselungsalgorithmus. Er ist unknackbar, wenn das Passwort lang genug (mehr als zehn Zeichen) und möglichst komplex ist. Nachdem Sie das Kennwort eingegeben haben, können Sie die Klickboxen neben „Dieses Passwort speichern“ und „Als Standard-Passwort benutzen und speichern“ aktivieren. Die verschlüsselte Datei ersetzt das Original und bekommt zusätzlich die Endung AXX. Sie können diese Datei beliebig umbenennen. Das Entschlüsseln stellt den Originalnamen wieder her. Eine mit Axcrypt verschlüsselte Datei ist aufgrund ihrer Endung AXX diesem Tool auf Ihrem PC zugeordnet. Um sie zu entschlüsseln, genügt es, sie per Doppelklick aufzurufen und das Passwort einzugeben.

Beim Erstellen eines neuen Datentresors unterstützt ein gut gemachter Assistent, der auch Einsteiger schnell zum Ziel bringt.
Vergrößern Beim Erstellen eines neuen Datentresors unterstützt ein gut gemachter Assistent, der auch Einsteiger schnell zum Ziel bringt.
© IDG

Android-Dateisystem verschlüsseln

Mit einem Zugriffsschutz wie einem Sperrmuster lässt sich ein Smartphone gegen unbefugte nutzung absichern. Einen Schritt weiter kommt man mit der Verschlüsselung der Daten. Um die Verschlüsselung einzurichten, gehen Sie etwa am Samsung Galaxy S4 in den System-Einstellungen zum register „optionen“ und tippen dann auf den Menüpunkt „Sicherheit“. Drücken Sie danach auf den ersten Listeneintrag „Gerät verschlüsseln“. Lesen Sie zuerst die Hinweise aufmerksam durch, und sorgen Sie dafür, dass die Voraussetzungen erfüllt sind.

Anschließend lässt sich der interne Galaxy-Speicher oder die eingelegte Micro-SD-Karte verschlüsseln. Entscheiden Sie sich für die Geräte-Verschlüsselung, dann werden sämtliche Konten, Einstellungen, Apps und auch alle anderen Dateien verschlüsselt und müssen fortan bei jedem hochfahren des Galaxy durch Eingabe einer PIn oder eines Passworts entschlüsselt werden.

Die richtige WLAn-Verschlüsselung für Ihren Router

Bitlocker hilft Ihnen, vertrauliche Dokumente zu schützen, indem das gesamte Laufwerk, auf dem sich Ihre Daten befinden, verschlüsselt wird.
Vergrößern Bitlocker hilft Ihnen, vertrauliche Dokumente zu schützen, indem das gesamte Laufwerk, auf dem sich Ihre Daten befinden, verschlüsselt wird.
© IDG

Windows-Pro-Funktionen nutzen - eFS und Bitlocker

Mithilfe der transparenten EFS-Verschlüsselung („Encrypting File System“) lassen sich lokale Dateien schützen. Derjenige, der die Dateien verschlüsselt hat, kann diese ganz normal verwenden. Andere Systembenutzer oder Eindringlinge via Boot-CD bekommen die Dateien zwar angezeigt, können sie aber nicht öffnen. Bitlocker bietet eine sichere Verschlüsselung von Datenpartitionen, USB-Medien (Bitlocker to Go) oder auch des Systemlaufwerks. Die EFS-Verschlüsselung und Blitlocker bleiben auch unter Windows 8 der Pro-Edition (und Enterprise) vorbehalten.

Mit EFS verschlüsseln: Sie klicken mit der rechten Maustaste auf die zu verschlüsselnde Datei oder den gewünschten Ordner und wählen im Menü: „Eigenschaften“. Auf der registerkarte „Allgemein“ klicken Sie auf die Schaltfläche „Erweitert“ und aktivieren ganz unten die Klickbox vor „Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen“. Verschlüsselte Dateiobjekte kennzeichnet der Explorer standardmäßig durch grüne Schrift.

Bitlocker aktivieren: Vorteile von Bitlocker gegenüber Alternativen wie Truecrypt bestehen vor allem in der nahtlosen Systemintegration. Alle Funktionen der Laufwerksverschlüsselung sind über die Kontextmenüs der Laufwerke erreichbar: „Bitlocker aktivieren“, „Laufwerk entsperren“, „Bitlocker verwalten“. Verschlüsselte Laufwerke werden erst durch Eingabe des Kennworts in das Dateisystem geladen – sonst zeigt die Partition nur unlesbaren Datensalat.

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