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Versteckte Schalter

22.10.2004 | 09:47 Uhr |

Viele Programme lassen sich schon beim Aufruf gezielt steuern – erst recht, wenn es sich um Kommandozeilen-Tools handelt.

An den Programmaufruf angehängte Schalter, meist in der Form "/<xyz>", seltener "-<xyz>", können das Verhalten der Anwendung entscheidend beeinflussen. Viele dieser Schalter sind kaum bekannt, zu umständlich beschrieben oder gar nicht dokumentiert. Unsere Tipps liefern Praxis-Wissen anhand von Beispielen aus dem Windows-Alltag.

Deltree.EXE und RD: Ganze Verzeichnisbäume fällen

Aufgedeckt: Unter Windows 98 und ME können Sie auf der Befehlszeile ganze Ordnerstrukturen mit dem Befehl „deltree <Verzeichnis>“ löschen. Das praktische Kommando funktioniert unter Windows 2000 und XP nicht mehr. Hier setzen Sie stattdessen den Befehl

rd /q /s <Verzeichnis>

ein, der den gleichen Effekt hat.

Das haben Sie davon (98, ME, 2000, XP): Wenn Sie mit einer Batchdatei oder im DOS-Modus eine umfangreiche Ordnerstruktur entfernen müssen, sind Deltree oder „rd /s“ erste Wahl. Sie ersparen sich damit, die einzelnen Unterordner zu ermitteln.

Geräte-Manager: Mehr Infos mit Umgebungsvariable

Aufgedeckt: Der Geräte-Manager von Windows 2000 und XP zeigt die Liste der installierten Hardware an. Sie erreichen den Manager etwa nach einem Rechtsklick auf den Arbeitsplatz über das Menü „Verwalten, Geräte-Manager“ oder über „Start, Ausführen“ mit dem direkten Aufruf „devmgmt. msc“. Hier erhalten Sie eine Liste aller Windows bekannten Hardware-Komponenten, die aktuell im PC arbeiten. Allerdings sind die Informationen gefiltert: Es zeigen sich keine mittlerweile ausgebauten Geräte, von denen noch Treiberreste vorhanden sind – auch nicht, wenn Sie im Menü „Ansicht“ die Option „Ausgeblendete Geräte anzeigen“ aktivieren. Erst wenn Sie eine Umgebungsvariable setzen, kommen auch diese Geräte zum Vorschein.

Das haben Sie davon (2000, XP): Um Ressourcenkonflikten auf die Spur zu kommen, ist die Umgebungsvariable unerlässlich. Wenn Sie ISDN- und Netzwerkkarten ausbauen, ohne den zugehörigen Treiber über den Geräte-Manager zu löschen, dann bleiben Treiberleichen übrig. Dank des freigeschalteten Zugriffs auf diese ausgeblendeten Komponenten können Sie die Komponente auch später noch komplett de-installieren.

Melden Sie sich mit Administratorrechten an, und klicken Sie bei gedrückter <Alt>-Taste den „Arbeitsplatz“ doppelt an, um die Systemeigenschaften zu öffnen. Gehen Sie auf „Erweitert, Umgebungsvariablen“, und klicken Sie in die Liste der „Systemvariablen“. Nach einem Klick auf „Neu“ legen Sie eine neue Variable mit dem Namen „devmgrshow_nonpresent_devices“ an und weisen ihr den Wert „1“ zu. Anschließend ist ein Neustart nötig, damit die Variable aktiv wird. Im Geräte-Manager aktivieren Sie dann unter „Ansicht“ die Option „Ausgeblendete Geräte anzeigen“. Jetzt kommt die ausgebaute Hardware ins Blickfeld, deren Treiberreste unnötigerweise noch vorhanden sind. Sie erkennen diese Geräte an einem blassen, fast durchsichtigen Icon.

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