19.02.2012, 08:15

Hans-Christian Dirscherl, Hermann Apfelböck, Panagiotis Kolokythas

Windows-Tipps für Profis

Versteckte Funktionen in Windows Vista

Unter der Oberfläche von Windows Vista ist eine Menge Nützliches versteckt. Wir haben die versteckten GUI-Programme und wenig bekannte Kommandozeilen-Tools für Sie ausgegraben.
Kaum bekannt sind die Vista-Programme und . Credwiz - ein komfortabler Assistent - speichert alle wesentlichen Kennwörter in eine CRD-Datei. Zum späteren Einlesen der Datei muss der Dienst "Windows Cardspace" aktiviert werden. Wab dient zur gewohnten Arbeit mit dem Adressbuch, obwohl dieses unter Vista bekanntlich durch "Windows-Kontakte" ersetzt wurde.
Wer über "Systemsteuerung, Programme, Windows-Funktionen" die Tablet-PC-Komponenten aktiv schaltet, erhält zusätzliches Zubehör wie Stikynot.exe, Journal.exe und Snippingtool.exe. Letzteres ist ein Werkzeug zum Erstellen von Screenshots.
Verstecktes auf Kommandozeile
Unter Cmd.exe gibt es eine ganze Anzahl zum Teil unscheinbarer Neuerungen, die Microsoft nicht groß erwähnt. Der CMD-interne Befehl Mklink erstellt symbolische Links auf Dateien (keine Parameter) und Ordner (Parameter /d). Mit Parameter /h entstehen Hardlinks.
Klein, aber nützlich sind folgende externen Befehle für die Vista-Kommandozeile:
Choice.exe: Neuauflage des altbekannten Auswahl-Tools für Batchdateien
Timeout.exe: Wartezeit in Sekunden
Forfiles.exe: Gegenüber dem For-Befehl vereinfachte Massenbearbeitung für Dateien
Clip.exe: Schreiben in die Zwischenablage
Fsutil.exe: Hilfsprogramm zum Festplatten-Tuning (gegenüber XP erweitert)
Vssadmin.exe: Ein fast unentbehrliches Dienstprogramm zum Eindämmen der monströsen Backup-Halden für Wiederherstellungspunkte und Schattenkopien.
Ein Beispiel:
vssadmin resize shadowstorage /for=c: /on=c: /maxsize=1GB
schrumpft den verbrauchten Platz sofort auf 1 GB.
Rescdisc: Rätselhaftes Tool ohne Funktion
Es ist mysteriös: Wer sich die Programme einer Vista-Installation genauer ansieht, stößt auf Tools, die entweder überhaupt nicht oder nicht wie erwartet funktionieren. Meist handelt es sich um Programme, die Windows aus historischen Gründen beiliegen, obwohl teilweise die technischen Voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind.
Einige Tools gelangen jedoch offenbar eher versehentlich auf den Rechner. Ein Beispiel dafür ist Recdisc.exe aus dem System32-Verzeichnis (nur Vista mit SP1).
Die Beschreibung der Datei: "Microsoft-Datenträger zum Erstellen einer Wiederherstellung". Nach dem Start fordert Recdisc Admin-Rechte an und macht dann weiter nichts mehr. In der Betaversion von Vista SP1 war noch eine funktionierende Version enthalten. Hier gab es sogar eine Verknüpfung im Startmenü. Die Aufgabe des Programms: Sie können damit aus der Vista-DVD eine bootfähige CD mit Reparatur- und Wiederherstellungsfunktionen erzeugen.
Wer die defekte EXE-Datei durch die gleichnamige aus dem SP1-Beta ersetzt, kann Recdisc nutzen. Es fehlen also offensichtlich keine weiteren DLL-Dateien oder Dienste.
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