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Verschlüsselung und das Internet

Technik und Einsatz von Verschlüsselung im Netz

Mesopotamien im Jahr 1500 vor Christus: Ein Töpfer hat in mühevoller Kleinarbeit ein Rezept für eine neue Tonglasur ausgetüftelt. Weil ihm diese Neuentwicklung einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz gibt, ist es verständlich, daß der Erfinder sein Know-how nicht preisgeben will. Beim Speichern seines Rezepts auf dem damals üblichen Datenträger, der Tontafel, verwendet er daher nicht die übliche Keilschrift, sondern scheinbar unverständliche Geheimzeichen. Die später von Archäologen ausgegrabene Tontafel ist heute ein eindeutiger Beleg dafür, daß das Verschlüsseln von Daten bereits im Altertum eine Rolle spielte.

3500 Jahre später hat das Thema nichts von seiner Aktualität verloren. An die Stelle von Tonglasuren sind zwar Konstruktionspläne, Geschäftszahlen und vertrauliche Mitteilungen getreten, und Tontafeln wurden inzwischen durch digitale Speichermedien ersetzt. Eines ist jedoch geblieben: Gespeicherte Daten sind oft genug die Existenzgrundlage eines Wirtschaftsbetriebs. Eine Anfang 1998 durchgeführte Studie der Zeitschrift "KES" (Kommunikations- und EDV-Sicherheit) hat ergeben, daß 19 Prozent der befragten Unternehmen Informationsdiebstahl und Wirtschaftsspionage zu den drei größten Bedrohungen zählen. Immerhin vier Prozent gaben an, daß derartige kriminelle Aktivitäten bei ihnen bereits zu "mittleren bis großen Beeinträchtigungen" geführt hätten. Da Diebstahl von Informationen naturgemäß schwer zu entdecken ist, dürfte es darüber hinaus eine erhebliche Dunkelziffer geben.

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