10.11.2012, 07:49

Hans-Christian Dirscherl

Staumeldungen und Verkehrslage am PC

Verkehrslage bei Google Maps

Google Maps war schon immer ein Top-Produkt zur Standort- und Routenbestimmung, das Google zudem fortlaufend verbessert. So können Sie sich nicht nur alle verfügbaren Fotos und Wikipedia-Artikel zu Orten entlang Ihrer Route anzeigen lassen, sondern seit einiger Zeit auch die Wetterdaten. Dreh- und Angelpunkt für die eingeblendeten Daten ist das Navigationsmenü rechts oben in der Karte. Dort können Sie zunächst einmal zwischen der faszinierenden Satelliten- und der übersichtlichen Kartenansicht wählen. Doch uns interessieren in diesem Zusammenhang die Verkehrslage-Informationen.
Diese blendet Google ebenfalls auf Google Maps ein. Benutzer von Google Maps Navigation auf Android-Smartphones kennen dessen Ampelprinzip schon länger: Google markiert die Verkehrslage in den Farben grün (keine Behinderungen), gelb (leichte Verzögerungen) und rot beziehungsweise schwarz (starke Verzögerungen, Stau). Aktivieren Sie also rechts oben die Ebene Verkehr um die aktuelle Verkehrslage auf der Basis der Bewegungsdaten der Android-Smartphones angezeigt zu bekommen. Sofort färben sich die Fahrbahnen ein, liegen nicht genügend Daten vor, bleibt eine Fahrbahn in grauer Farbe.
Das ist aber noch nicht alles. Ähnlich wie TomTom Live Traffic bietet Google Maps auch die Möglichkeit, sich das Verkehrsgeschehen voraussagen zu lassen. Klicken Sie dazu auf den Link „Ändern“ links unten auf der Karte neben der Legende „Aktueller Verkehr“. Google Maps blendet nun ein Menü ein, auf dem Sie den Button vor „Verkehr nach Tag und Uhrzeit“ anklicken. Wählen Sie nun den Tag und die Uhrzeit aus – Google färbt sofort die Verkehrsadern entsprechend ein. Im Unterschied zu TomTom Live Traffic funktionierte das aber hervorragend, die A9 im Norden von München wurde basierend auf den Erfahrungswerten sofort rot markiert.
Besser geht es nicht. In Sachen Bedienbarkeit und Benutzeroberfläche ist Google Maps unschlagbar. Aber auch die Aktualität der Daten ist spitze. Lediglich bei der Flächenabdeckung muss Google Maps TomTom und Garmin den Vortritt lassen. Derzeit zumindest. Denn abseits der Hauptverkehrsadern und der Ballungszentren gehen Google Maps bald die Daten aus, die Straßen verfärben sich grau.

Woher bekommt Google Maps seine Verkehrslagedaten?

Google Maps Navigation nutzt weder das kostenlose TMC noch das kostenpflichtige TMCPro/Navteq Traffic. Sondern die Bewegungsdaten der Android-Smartphones und Android-Tablets. Sofern die Besitzer der Android-Smartphones die GPS-Funktion ihres Android-Gerätes aktiviert haben, Google Maps verwenden, auf Google Maps ihren Standort anzeigen lassen und zugestimmt haben, dass diese Positionsdaten an die Google-Server übermittelt werden.
 
Die Bewegungsdaten der Android-Geräte werden wie auch bei TMCPro/Navteq Traffic und den Floating-Daten von TomTom HD Traffic anonymisiert übermittelt. Bewegungsprofile einzelner Android-Benutzer sollten also nicht angelegt werden.
Auf den Google-Servern wird aus den fortlaufend eintreffenden Daten berechnet, wie schnell sich der Android-Smartphone-Besitzer fortbewegt. Diese Informationen werden dann abgeglichen mit den Bewegungsdaten anderer Android-Smartphones. Daraus können die Server mit ihren Algorithmen ein mehr oder weniger wirklichkeitsgetreues Abbild der Straßenlage errechnen. Das Sie sich auf Google Maps und in Google Maps Navigation anzeigen lassen können, wenn Sie die Ebene (Layer) „Verkehr“ auswählen.
 
Natürlich hängt die Effektivität dieses Systems von der Zahl der teilnehmenden Android-Benutzer ab. Das erkennt man sehr deutlich auf Google Maps: In den Ballungsräumen und auf den Hauptverkehrsadern liegen ausreichend Verkehrslageinformationen vor, die Straßen sind entsprechend grün, gelb, rot oder schwarz eingefärbt. Auf dem flachen Land sind die Straßen dagegen grau in grau. Probieren Sie es einfach aus: Lassen Sie sich die Route von München nach Spiegelau (tief im Bayerischen Wald) anzeigen. Bis zur Autobahn-Ausfahrt auf der A3 bei Hengersberg ist die Route eingefärbt, ab Hengersberg kann Google Maps keine Verkehrslageinformationen mehr liefern, die Route wird also grau dargestellt.
Fazit: Verkehrslage-Infos und Staumeldungen sind spitze bei Google Maps und TomTom Live Traffic
 
Sie können sich problemlos zu Hause am PC oder am Notebook einen Überblick über die Verkehrslage und die Staumeldungen verschaffen. Gratis und nahezu in Echtzeit. Allerdings unterscheiden sich die Stau-Informationen von Garmin, TomTom und Google sowie Nokia durchaus. Garmin bietet die knappsten Infos und ermöglicht keine Routenplanung. TomTom dagegen bietet nicht nur viele Informationen zur Verkehrslage, sondern obendrein auch eine gute Routenplanung inklusive Stau-Umfahrung. Vor allem wenn Sie eine Fahrt fernab der Ballungsräume und Fernstraßen planen, ist TomTom Live Traffic die erste Wahl. Anders sieht es aus, wenn Sie nur stark frequentierte Straßen und Städte für Ihre Route benutzen – dann können Sie alternativ auch zu Google Maps greifen. Speziell wenn Sie sich die Verkehrslage zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Tag unabhängig vom aktuellen Tag anzeigen lassen wollen, kann Google Maps am meisten überzeugen.

Staumeldungen im Internet

Eine listenartige Stau-Übersicht für Deutschland, die Niederlande, Belgien und die Schweiz, sortiert nach Bundesländern/Regionen/Kantonen und Autobahnen, bekommen Sie auf http://www.verkehrsinfo.de/. Für Österreich finden Sie eine Stau-Übersicht auf http://www.verkehrsline.at/index1.html. Und für die Schweiz unter http://www.tcs.ch/main/fr/home/verkehrsinfo.html.
Die Stauinfos bekommen Sie natürlich auch direkt auf das Smartphone. Beispielsweise mit Apps wie ADAC Maps oder Stau Mobil.
 

 
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