10.11.2012, 07:49

Hans-Christian Dirscherl

TomTom, Garmin, Google, Nokia

Staumeldungen und Verkehrslage am PC empfangen

Im Stau stehen kostet Zeit und Nerven. Wenn Sie Ihre Fahrtroute am PC clever planen, können Sie aber Staus vermeiden oder zumindest reduzieren. ©iStockphoto.com/Carole Gomez

Sie können aktuelle Verkehrslage-Informationen jederzeit am PC, Notebook oder Tablet empfangen und damit Staus frühzeitig erkennen und umfahren. Die Staumeldungen bekommen Sie gratis und in Echtzeit. Wir zeigen, wie das funktioniert.
7.00 Uhr morgens: Sie sitzen gemütlich am Frühstücks-Tisch, kauen genüsslich Ihr Croissant und trinken dazu in aller Ruhe eine Tasse Tee. Für Hektik besteht kein Anlass, denn Sie wissen bereits, ob Sie ein Stau auf dem Weg zur Arbeit erwartet und wie Sie ihn umfahren können. Dank Web kennen Sie die aktuelle Verkehrslage und alle relevanten Staumeldungen.
Mit Staumeldungen: Dynamische Routenplanung im Web
Im Internet gibt es mehrere kostenlose Web-Dienste, die in Echtzeit die Verkehrslage darstellen und Sie über Verkehrsbehinderungen beispielsweise infolge von Baustellen, Unfällen oder hohem Verkehrsaufkommen informieren. Wir stellen Ihnen diese Verkehrslage-Informations-Dienste vor: TomTom Live Traffic, Garmin Navteq Traffic und Google Maps sowie Nokia Maps (ehemals: Ovi Maps). Allen gemeinsam ist, dass sie sich bequem im Browser nutzen lassen (Javascript muss dafür aktiviert sein). Die von TomTom, Garmin und Google verwendeten Daten sind identisch mit den Verkehrslageinformationen, die Sie auch bei den Navigationsgeräten der TomTom Go Live-Serie, bei der TomTom iPhone-App, bei den Garmin Nüvi-Navigationsgeräten und bei Google Maps Navigation für Android-Smartphones nutzen.

Unterschiedliche Datenquellen für Verkehrslageinformationen und Staumeldungen

Wo kommen denn nun die Verkehrslage-Daten eigentlich her? Der allen Autofahrern bekannte Klassiker für Verkehrslageinformationen und Stauwarnungen ist Traffic Message Channel (TMC). Diese Verkehrslage-Daten werden über UKW übermittelt, sprich: sie kommen aus dem Auto-Radio. Die TMC-Verkehrslage-Informationen stammen von der Polizei, von den Verkehrsclubs und von Staumeldern. In der Regel sind diese TMC-Informationen kostenlos für alle Verkehrsteilnehmer verfügbar. Sie werden zirka alle 15 Minuten aktualisiert und stehen vor allem für die Ballungsgebiete zur Verfügung.
Die Verkehrsinformationen von TMCpro sind dagegen kostenpflichtig. Das Datenmaterial für TMCpro stammt von Datensensoren auf Autobahnbrücken, von Sensorschleifen in den Fahrbahnen und von ausgewählten Fahrzeuge, in die GPS-Geräte eingebaut sind, die die Bewegungen der Fahrzeuge übermitteln (Floating Car Data). All das funktioniert vollautomatisch. TMCpro wurde von Navteq übernommen und heißt seitdem Navteq Traffic. Navteq wiederum gehört mittlerweile Nokia.
 
TomTom versucht sich von der Konkurrenz abzuheben, indem es einen eigenen Verkehrslagedienste betreibt: TomTom HD Traffic.
Lassen Sie sich zeitgleich die aktuelle Verkehrslage auf TomTom, Garmin und Google Maps sowie Nokia Maps anzeigen, so sehen Sie durchaus im Detail Unterschiede. Der Ursprung dieser Unterschiede liegt an den unterschiedlichen Quellen für die Verkehrslagedaten.
  • Garmin und Nokia setzen auf Navteq und TMCpro
  • TomTom verarbeitet zusätzlich zu TMCpro auch Mobilfunkdaten und Flottendaten, sowie die Daten seiner eigenen Navigationsgeräte
  • Google nutzt vorrangig Bewegungsdaten von Android-Smartphones für seine Verkehrslageinformationen
Zu den Unterschieden zwischen TomTom Live Traffic, Garmin Navteq Traffic und Google Maps kommen wir auf den nächsten Seiten noch ausführlich zu sprechen. Zuvor aber noch ein paar Worte zur Konkurrenzsituation auf dem Markt für Navigationslösungen – er befindet sich nämlich im Umbruch.

Google setzt TomTom und Garmin unter Druck

Google setzt mit Google Maps und dessen Smartphone-Navigationslösung Google Maps Navigation die Hersteller von Navigationsgeräten massiv unter Druck. Die Verkaufszahlen der klassischen Stand-Alone-Navigationsgeräte sind rückläufig, TomTom und Garmin müssen darauf reagieren.
Garmin versucht zum Beispiel im Bereich Navigationslösungen für Smartphones verstärkt Fuß zu fassen und kaufte deshalb vor einiger Zeit das deutsche Unternehmen Navigon auf. Dessen kostenpflichtige Navigationslösung Navigon Mobile Navigator gibt es für iOS, Android, Windows Mobile und Windows Phone. Für iOS gibt es den Staumelder Navigon traffic4all sogar kostenlos.
TomTom wiederum vermarktet seine durch die Navigationsgeräte ermittelten Verkehrsdaten, indem es sie anonymisiert an Behörden weiter verkauft. Zudem besitzt TomTom die Rechte an den Karten von Tele Atlas, die kurioserweise auch der Erzrivale Google Maps verwendet. Auf dem Smartphone-Sektor agiert TomTom dagegen noch zögerlich: Zwar gibt es eine gute TomTom-App für das iPhone, nicht jedoch für den boomenden Massenmarkt der Android-Smartphones (die Android-App soll angeblich seit einiger Zeit entwickelt werden. Doch außer diesen dürren Information ist von TomTom zum Thema Navigation unter Android nichts zu hören). Für Windows Phone steht ebenfalls noch keine App-Lösung bereit, wobei das angesichts der derzeit noch geringen Verbreitung von Windows Phone durchaus verständlich ist.
 
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