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VeraCrypt: TrueCrypt-Nachfolger für Vollverschlüsselung erklärt

07.05.2015 | 09:40 Uhr |

Mit dem kostenlosen VeraCrypt verschlüsseln Sie Daten und speichern diese lokal, im Netzwerk oder in der Cloud. Wir stellen den Truecrypt-Nachfolger vor.

Mit dem TrueCrypt-Nachfolger VeraCrypt, können Sie Daten sicher verschlüsseln und lokal, im Netzwerk oder der Cloud speichern. Das Opensource-Tool steht kostenlos zur Verfügung und ist auch für Verschlüsselungs-Einsteiger leicht bedienbar.

Sie können mit VeraCrypt einzelne Verzeichnisse und Dateien verschlüsseln, versteckte Container erstellen und verschlüsseln, aber auch komplette Computer. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit Daten lokal zu verschlüsseln und danach verschlüsselt in die Cloud hochzuladen. Das ist zwar kein offiziell unterstütztes Feature, funktioniert aber generell, vor allem mit Dropbox.

VeraCrypt installieren oder mobil starten

Sie haben die Möglichkeit während der Installation von VeraCrypt auch eine mobile Version des Programmes zu erstellen. Bei diesem Vorgang wird dann keine Installation durchgeführt, sondern das Programm wird nur extrahiert. Der Vorteil dabei ist, dass Sie auf diesem Weg das Tool auch für mobile Festplatten oder für USB-Sticks nutzen können.

Sie haben auch die Möglichkeit VeraCrypt mobil zu nutzen, ohne Installation
Vergrößern Sie haben auch die Möglichkeit VeraCrypt mobil zu nutzen, ohne Installation

Um mit VeraCrypt Dateien zu verschlüsseln, erstellen Sie zunächst ein Volume, indem Sie später die verschlüsselten Daten ablegen.

Die Vorgehensweise dazu ist folgende:

1.  Starten Sie VeraCrypt und klicken Sie auf Create Volume aus. Dadurch startet der Assistent zum Erstellen von verschlüsselten Bereichen auf Ihrer Festplatte.

In der Verwaltungsoberfläche verwalten Sie Ihre gesicherten Bereiche auf dem Rechner oder dem externen Datenträger
Vergrößern In der Verwaltungsoberfläche verwalten Sie Ihre gesicherten Bereiche auf dem Rechner oder dem externen Datenträger

2.  Wählen Sie im Assistenten die Option Create an encrypted file Container aus. Dadurch erstellen Sie zunächst einen gesicherten Bereich innerhalb von VeraCrypt.

VeraCrypt hilft bei der Verschlüsselung mit Assistenten. Mit diesen erstellen Sie gesicherte Volumes
Vergrößern VeraCrypt hilft bei der Verschlüsselung mit Assistenten. Mit diesen erstellen Sie gesicherte Volumes

3.  Im nächsten Fenster wählen Sie Standard VeraCrypt volume aus. Sie können das Volume auch verstecken. In diesem Fall wählen Sie Hidden VeraCrypt volume aus. Der Unterschied dabei ist, dass unbefugte Anwender auf dem Rechner das Volume nicht finden können. Das erhöht weiter die Sicherheit.

Beim Erstellen von verschlüsselten Containern können Sie den Container als versteckten Bereich erstellen lassen oder ein herkömmlich verschlüsseltes Volume erstellen
Vergrößern Beim Erstellen von verschlüsselten Containern können Sie den Container als versteckten Bereich erstellen lassen oder ein herkömmlich verschlüsseltes Volume erstellen

4.  Im nächsten Fenster wählen Sie den Speicherort des Containers aus.

5.  Anschließend wählen Sie die Verschlüsselungsmethode aus.

Sie können auch den Verschlüsselungsstandard auswählen, mit dem Sie Ihren Container absichern wollen
Vergrößern Sie können auch den Verschlüsselungsstandard auswählen, mit dem Sie Ihren Container absichern wollen

6.  Danach legen Sie die Größe des Containers fest.

7.  Bewegen Sie auf dem letzten Fenster möglichst lange die Maus hin und her, damit die Schlüssel zur Absicherung möglichst komplex erstellt werden.

8.  Klicken Sie zum Abschluss auf Format .

Zum Abschluss des Assistenten legen Sie das Dateisystem fest und den Schlüssel zur Verschlüsselung
Vergrößern Zum Abschluss des Assistenten legen Sie das Dateisystem fest und den Schlüssel zur Verschlüsselung

Der Container steht jetzt bereit, und Sie können Daten im Container speichern. Dazu haben Sie auch die Möglichkeit den Container als Laufwerk im Explorer einzubinden. Das hat den Vorteil, dass Sie die Daten nur in den Container verschieben müssen, und VeraCrypt die Daten automatisch verschlüsselt.

Laufwerke in Windows-Explorer einbinden und nutzen

Um verschlüsselte Laufwerke im Windows-Explorer einzubinden, müssen Sie diese im VeraCrypt-Client  einbinden:

1.  Wählen Sie in VeraCrypt über Select File die Datei aus, welche den Container enthält.

2.  Suchen Sie sich im oberen Bereich einen Laufwerksbuchstaben aus.

3.  Klicken Sie auf Mount .

4.  Geben Sie das Kennwort für den Container an, welches Sie beim Erstellen festgelegt haben.

5.  Überprüfen Sie im Windows-Explorer, ob das Laufwerk zur Verfügung steht.

Sie können VeraCrypt auch so konfigurieren, dass die verschlüsselten Volumes automatisch mit Windows im Explorer bereitgestellt werden.
Vergrößern Sie können VeraCrypt auch so konfigurieren, dass die verschlüsselten Volumes automatisch mit Windows im Explorer bereitgestellt werden.

Die Bereitstellung des Laufwerkes können Sie in VeraCrypt jederzeit über das Kontextmenü aufheben. Mit der Schaltfläche Volume Tools können Sie Einstellungen für VeraCrypt ändern. Hier haben Sie die Möglichkeit auch das Kennwort für den Zugriff anzupassen. Wollen Sie den Container immer automatisch mit Windows laden lassen. Klicken Sie auf Auto-Mount-Devices, und geben Sie das Kennwort für den Container an. Über Mount Options können Sie das Laufwerk immer automatisch mit Windows anbinden lassen, sobald Sie den Rechner neu starten.

Außerdem können Sie die Größe des Containers jederzeit anpassen, wenn diese nicht mehr zum Speichern von Daten ausreicht.

Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:

1.  Rufen Sie in VeraCrypt Tools\Volume Expander auf und bestätigen Sie die Meldung der Benutzerkontensteuerung.

2.  Wählen Sie bei Select File den Container aus, den Sie vergrößern wollen.

3.  Klicken Sie danach auf Mount.

4.  Wählen Sie aus, ob das Volume einen versteckten Container umfasst, oder nicht.

5.  Geben Sie das Kennwort für den Zugriff auf den Container an. Anschließend bindet VeraCrypt den Container ein.

6.  Legen Sie die neue Größe des Containers fest und klicken Sie auf Continue .

7.  Bewegen Sie die Maus im Fenster und klicken Sie auf Continue. Der Container wird jetzt auf die neue Größe erweitert.

Kompletter Computer oder Partition mit VeraCrypt verschlüsseln

Sie haben auch die Möglichkeit mit VeraCrypt über den Einrichtungs-Assistenten den kompletten Computer oder eine einzelne Partition zu verschlüsseln. Allerdings funktioniert das nicht mit UEFI-Rechnern, oder wenn Sie ein GPT-Volume in Windows 8/8.1 oder Windows 10 erstellt haben. Wählen Sie dazu einfach im Assistenten zum Erstellen von verschlüsselten Volumes die Option Encrypt the system partition or entire system drive .

Im Assistenten zum Verschlüsseln von Festplatten lassen sich ganze Festplatten und Windows-Rechner mit VeraCrypt verschlüsseln
Vergrößern Im Assistenten zum Verschlüsseln von Festplatten lassen sich ganze Festplatten und Windows-Rechner mit VeraCrypt verschlüsseln

Im Rahmen der Einrichtung erstellt der Assistent auch eine Rettungs-CD. Diese ist vor allem dann notwendig, wenn der Rechner nicht mehr funktioniert, und Sie auf die verschlüsselten Daten zugreifen müssen.

Mit VeraCrypt Daten in der Cloud und in Dropbox verschlüsseln

Grundsätzlich können Sie mit VeraCrypt auch verschlüsselte Container erstellen und diese in der Cloud speichern. Allerdings ist hier oft die zu übertragende Datenmenge recht hoch. Bei jeder Änderung im Container überträgt der Dropbox-Client den ganzen Container neu in die Cloud. 

Der einfachste Weg um einen VeraCrypt-Container mit Dropbox in die Cloud zu übertragen, ist das Erstellen eines neuen Containers speziell für diesen Zweck. Speichern Sie den Container in einem Verzeichnis, welches über den Dropbox-Client mit der Cloud synchronisiert wird.

Nachdem der Container erstellt und als Laufwerk gemountet ist, erscheint er mit dem konfigurierten Speicherplatz im Explorer. Überprüfen Sie außerdem noch, ob er auch im Dropbox-Verzeichnis erscheint. Alle Daten die in dieses Laufwerk kopiert werden, verschlüsselt TrueCrypt und überträgt die Daten in Dropbox. Der Dropbox-Client erkennt das wiederum und synchronisiert die Daten.

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