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VM unter Mac OS X einrichten - so geht's

30.10.2015 | 14:00 Uhr |

Wer neben OS X auch mit Windows, Linux oder anderen Betriebssystemen arbeiten möchte, muss sich keinen zusätzlichen Rechner anschaffen. Der Mac unterstützt verschiedene virtuelle Systeme.

Mit einem Mac lassen sich nahezu alle Aufgaben erledigen, die man auch an einem Windows-Rechner erledigen kann – bis hin zur Nutzung als vollwertiger Server. Dennoch lohnt ein Blick über den Tellerrand. Beispielsweise sind viele Finanz- und Buchhaltungsprogramme nach wie vor nur unter Windows verfügbar. Gamer schätzen die große Auswahl an Spielen für Windows-PCs, bei allen Anstrengungen kann der Mac hier nicht mithalten. Technisch interessierte Nutzer benötigen hin und wieder eine Linux-Maschine, um speziell dafür geschriebene Software zu nutzen.

Mac als echter Windows-PC

Der Tatsache, dass viele Mac-Benutzer auch Jobs unter Windows erledigen müssen, ist sich Apple schon lange bewusst. Bereits im April 2006 stellte das Unternehmen mit der Public Beta von Boot Camp ein Programm vor, mit dessen Hilfe sich der Mac in eine Dual-Boot-Maschine verwandeln lässt. Der Benutzer startet seinen Mac wahlweise mit Apple OS X oder mit Windows. Seit Oktober 2007 ist Boot Camp im Lieferumfang von OS X enthalten. Mitte August hat Apple Boot Camp 6 veröffentlicht. Damit lassen sich die Windows-Versionen 8/ 8.1 und 10 im 64-Bit-Modus am Mac als zweites Betriebssystem installieren. Der Mac lässt sich dann auch als vollwertiger Windows-Computer booten und nutzen. Hinweis: Ältere Versionen wie Windows XP, Vista und 7 werden via Boot Camp von Macs der 2015er-Generation nicht mehr unterstützt.

Die Installation setzt natürlich ein Windows-Installationsmedium voraus. Die eigentliche Installation ist machbar, wenn man schon einmal einen Windows-Rechner eingerichtet hat. Beim Start des Mac ist dann jeweils zu entscheiden, ob man OS X oder Windows nutzt.

Die Open-Source-Software Virtualbox ist auch für Mac OS X zu haben. Das kostenlose Programm unterstützt eine Vielzahl von Gastsystemen, unter anderem Windows und viele Linux-Distributionen.
Vergrößern Die Open-Source-Software Virtualbox ist auch für Mac OS X zu haben. Das kostenlose Programm unterstützt eine Vielzahl von Gastsystemen, unter anderem Windows und viele Linux-Distributionen.

Die besten Virtualisierer vorgestellt

Virtualisierung als Alternative

Wer Mac OS X und Windows parallel auf einem Rechner betreiben will, greift zu einer virtuellen Maschine (VM). Eine entsprechende Software simuliert fast perfekt Windows-PC-Hardware. Dank der Nutzung von Intel-Prozessoren bei modernen Macs läuft Windows flott in einem Fenster am Mac – und mit der entsprechenden Software wie Parallels Desktop sogar in einem nahtlosen Modus, bei dem nur das Fenster der Windows-Anwendung auf dem Mac-Desktop angezeigt wird. Dabei lassen sich nicht nur aktuelle Windows-Versionen nutzen, sondern auch ältere ab Windows 3.11, dazu DOS, Unix-Versionen und andere Betriebssysteme.

Möchten Sie Windows ausprobieren, aber für eine Virtualisierungs-Software kein Geld ausgeben, können Sie als Alternative auf Virtualbox ausweichen. Die Software stellt die wesentlichen Funktionen bereit, um Windows und Linux-Gastsysteme unter Windows OS X nutzen zu können. Gut integriert ist der Datenaustausch zwischen Mac OS X und dem Gastsystem per Zwischenablage oder via gemeinsam genutzten Ordnern. Das Netzwerk wird von Virtualbox automatisch voreingestellt: So können neben dem Internet etwa Netzwerkdrucker mit dem entsprechenden Treiber des Herstellers unter Windows oder Linux genutzt werden. Aber auch USB-Drucker stehen nach der Treiberinstallation im Gastsystem zur Verfügung.

Ohne Umweg lassen sich mit Parallels Desktop fertige Windows-Systeme kostenlos laden und in einem virtuellen PC nutzen.
Vergrößern Ohne Umweg lassen sich mit Parallels Desktop fertige Windows-Systeme kostenlos laden und in einem virtuellen PC nutzen.

Die Profi-Virtualisierer

Die bekanntesten kommerziellen Vertreter sind Parallels Desktop Pro für Mac (80 Euro, Testversion für 14 Tage) und Vmware Fusion (54 Euro, Testversion für 30 Tage). Trotz des höheren Preises setzen wir auf das etwas schnellere und besser ausgestattete Parallels Desktop. Mit der Parallels-Software kann man OS-X-Apps und Windows-Programme nebeneinander ohne Neustart nutzen. Bei der Darstellung auf dem Mac existieren mehrere Möglichkeiten: Mac-Einsteiger können die Windows-Oberfläche beibehalten und Windows-Apps im Vollbildmodus nutzen. Mac-Liebhaber nutzen hingegen Windows-Apps in gleicher Weise wie native Mac-Apps. Besonders praktisch ist die Verwendung von Copy & Paste sowie Drag & Drop zwischen Windows und Mac. Weiterhin ist ein Abgleich von Mac und virtuellem Windows mit Cloud-Diensten wie Apple iCloud, Dropbox, Google Drive und Microsoft Onedrive ohne lokale Datenduplikation möglich. Außerdem gibt es PDF-Druck aus virtuellen Windows-Programmen, konfigurierbare Tastenkürzel sowie eine verbesserte Integration mit Linux in einer virtuellen Maschine. Der Kauf-Konkurrent zu Parallels Desktop ist Vmware Fusion. Laut Hersteller ist die Software komplett an die Features des Mac-Betriebssystems angepasst, insbesondere an dessen Umgang mit Applikation im Vollbildmodus. So kann man zum Beispiel die Windows-Umgebung im Vollbild auf dem einen und OS X auf einem anderen Bildschirm nutzen. Führen Sie Windows-Anwendungen ebenso aus wie Sie Mac-Anwendungen verwenden – mit nahtlosem Kopieren und Einfügen, Ziehen und Ablegen sowie Netzwerk- und Druckfunktionen. Windows-Programme lassen sich auch aus der Mac-Umgebung starten und beispielsweise im Dock vom OS X ablegen.

Einen Nachteil für Power-Gamer haben die Virtualisierungslösungen unter Mac OS X: Zwar greifen sie für die meisten Jobs direkt auf den Intel-Prozessor zu, sind hier also fast so schnell wie die Boot-Camp-Lösung. Die Grafikkarte muss aber komplett emuliert werden, die vorhandene und in aktuellen iMacs recht schnelle Grafikkarte wird nicht unterstützt.

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