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Das Usenet als Tauschbörse

04.06.2008 | 10:52 Uhr |

Das Usenet stellt ene Alternative zu Peer-to-Peer-Netzen dar. Es existiert seit Beginn der 80er Jahre und war ursprünglich nur als globales Diskussionsforum gedacht. Über das Usenet lassen sich aber auch Dateien austauschen.

Unendliche Weiten: Diese Möglichkeiten bietet das Usenet
Im Usenet gibt es keinen direkten Kontakt zwischen den Tauschwilligen. Alles läuft über zentrale News-Server. Hier sind die Dateien aber nicht wie auf Ihrer Festplatte abgelegt. Damit der Server sie akzeptiert, müssen sie vorher speziell codiert und in kleinere Fragmente aufgeteilt sein. Im Prinzip handelt es sich um einfache Textdateien mit einem begrenzten Zeichensatz, ähnlich wie Sie beim Mailtransfer zum Einsatz kommen. Ein spezieller Newsreader muss die Dateien dann beim Download wieder zusammensetzen. Dieses komplizierte Verfahren ist nötig, weil das Usenet ursprünglich nicht für die Übertragung binärer Inhalte gedacht war.

Zu jedem erdenklichen Thema gibt es Unterforen ("Newsgroups"). Viele tausend Server weltweit teilen sich dabei die Last. Sie tauschen alle Beiträge untereinander aus, so dass mit ein paar Stunden Verzögerung jede Nachricht auf jedem Usenet-Server verfügbar ist. Einen Zwangs-Upload gibt es nicht. Wer etwas anbieten möchte, macht das freiwillig.
Anders als in :P2P-Netzen ist Ihre IP-Nummer nur dem Betreiber des Servers bekannt. Die anderen Teilnehmer erfahren sie nicht. Die Betreiber der News-Server versprechen, dass sie nicht mitprotokollieren, wer welche Inhalte herunterlädt. Nur das Datenvolumen wird zu Abrechnungszwecken mitgezählt.

Kosten: Das Ganze hat allerdings einen Haken. Während die rein textbasierten Newsgroups kostenlos sind - zugänglich zum Beispiel über http://groups.google.de , kostet der Zugang zu den Foren mit binären Datei-Anhängen Geld. Das liegt daran, dass die Betreiber dieser Server erhebliche Speicherkapazitäten vorhalten und Gebühren für den Datentransfer zahlen müssen.

Unmengen neue Inhalte: Der Datenbestand im binären Usenet verändert sich ständig. Kein Anbieter kann die Dateien ewig vorhalten - das würde selbst die größte Server-Farm sprengen. Zwischen 30 und 120 Tagen werden die Daten aufbewahrt, dann werden sie durch neue Inhalte abgelöst. Täglich kommen schätzungsweise zwischen 500 GB und 2 TB an Daten hinzu.

Suchfunktion: Eine globale Suche für das Usenet gibt es nicht. Ähnlich wie bei Bit Torrent bieten aber einige Web-Seiten eine kostenlose englischsprachige Übersicht an, beispielsweise Binaries . Die Fundstellen lassen sich markieren und über den Punkt "create nzb" als NZB-Dateien (Newzbin) herunterladen. In diesen steht, welche Beiträge in welcher Newsgroup Sie ausgewählt haben. Wenn Sie die NZB-Datei in Ihrem Newsreader öffnen, beginnt er sofort mit dem Download. Große Dateien sind üblicherweise gepackt und in mehrere Teile gesplittet. Das Entpacken funktioniert nur, wenn in der Newsgroup alle Teile vorhanden sind und Sie diese komplett heruntergeladen haben.

Anbieter: Test-Accounts gibt's meist gratis
Bei fast jedem Usenet-Anbieter gibt es einen kostenlosen Testzugang, der einige Tage läuft und 1 GB oder mehr an Downloads erlaubt. Wenn Sie von einem Dienst nicht überzeugt sind, müssen Sie den Testzugang rechtzeitig kündigen, um nicht automatisch auf einen kostenpflichtigen Tarif umgestellt zu werden. Die Abrechnung erfolgt per Lastschrift oder Kreditkarte. Wir stellen Ihnen drei interessante Angebote vor.

Usenext: Der Anbieter Aviteo (http://usenext.de) aus München offeriert zur Zeit einen kostenlosen 14-tägigen Probe-Account. Der preisgünstigste Tarif liegt dann bei 7,95 Euro im Monat (12 Monate Laufzeit). Dafür dürfen Sie bis zu 15 GB pro Monat herunterladen.

Surfino: Der deutsche Anbieter Surfino zeichnet sich durch transparente Gebührenmodelle und kurze Vertragslaufzeiten aus. Hier gibt es einen kostenlosen Testzugang für 30 Tage mit maximal 1 GB Download-Volumen, danach werden mindestens 3,90 Euro für 1 GB im Monat fällig. Die Mindestlaufzeit beträgt 30 Tage.

Premiumnews: Der Dienst Premiumnews aus Florida betreibt eine deutschsprachige Hotline und eignet sich aufgrund der Tarifstruktur vor allem für größere Download-Volumen. Für 12,78 Euro im Monat dürfen Sie monatlich bis zu 60 GB herunterladen, für etwa 30 Euro erhalten Sie 150 GB. Die Mindestlaufzeit beträgt 30 Tage. Einen Testzugang gibt es nicht.'

Newsreader: Spezielle Software für das Usenet
Für den Zugriff auf News-Server benötigen Sie eine spezielle Software, einen Newsreader. Manche Anbieter stellen ihren Kunden ein solches Tool vorkonfiguriert und kostenlos zur Verfügung, bei anderen muss man sich selbst darum kümmern. Im Newsreader legen Sie fest, auf welche Newsgroups Sie regelmäßig zugreifen möchten. Er holt sich dann die Nachrichten-Kopfzeilen dieser Gruppen, also unter anderem den Betreff und die Info zur Dateigröße. Im Betreff stehen der Dateiname und oft auch eine Kurzbeschreibung. Nur die Beiträge, die Sie ausgewählt haben, lädt der Newsreader komplett herunter.

Ein empfehlenswerter Newsreader in englischer Sprache ist beispielsweise Newsbin Pro . Er erleichtert die Suche nach und in Newsgroup durch einfache, aber leistungsfähige Filter und unterschiedliche Sortiermöglichkeiten - beispielsweise nach Alter oder Größe. Bilder zeigt das Programm beim Download als Thumbnails auf einer eigenen Registerkarte an. Die Downloads landen auf Wunsch automatisch in Unterverzeichnissen mit dem Namen der Newsgroup.

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