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Die beste Verbindung wird noch gesucht

01.09.2008 | 10:01 Uhr |

Mit einem Laptop oder Smartphone können Firmenmitarbeiter auch unterwegs ihre Zeit sinnvoll nutzen - was sie laut Statistik auch ausgiebig tun. Allerdings ist die Verbindung zum Firmennetz die Achillesferse der mobilen Arbeit.

Flughäfen und ICE-Wagen sind für viele längst zum zweiten Büro geworden. Hier werden E-Mails geschrieben und Kalender aktualisiert, über eine Verbindung zum Firmennetz werden Daten und Anwendungen genutzt. Mobile Arbeit boomt, das belegen auch die Zahlen der Statistiker und Marktforscher: Datamonitor prognostiziert in seinem Bericht " Enterprise Mobility: Trend Analysis to 2012 " eine Verdreifachung der Ausgaben für mobile Endgeräte weltweit zwischen 2007 und 2012, von 6 auf 17 Milliarden Dollar. Und IDC prophezeit für den Zeitraum zwischen 2007 und 2011 ein Wachstum der mobilen Anwender weltweit um rund 25 Prozent, von 800 Millionen auf eine Milliarde.

Die Hardware und die schnelle Ausweitung der Kommunikationsnetze forcieren diese Entwicklung. Momentan stehen Kommunikationswege wie WLAN, GSM, GPRS, UMTS oder HSDPA bereit für die schnelle Verbindung zur Firma. Allerdings scheint das auch das größte Problem für mobile Arbeiter zu sein: Die Vielfalt der Netze bringt immer häufiger auch Medienbrüche mit sich.

Parallele Kommunikationswelten

Die gleichzeitige Weiterentwicklung von Festnetz und Mobilfunk steht momentan im Weg einer integrierten Kommunikation. Das bringt beispielsweise mit sich, dass der gesuchte Gesprächspartner oft nur auf dem einen oder dem anderen Medium zu erreichen ist. Das Marktforschungsinstitut Sage Research hat herausgefunden, dass mehr als ein Drittel der ersten Kontaktversuche scheitern. Die häufig verschriebene Lösung, ein weiteres Gerät als zusätzliches Kommunikationsmittel zu verwenden, verschärft eher das Problem, als dass es lösen würde. Es macht die Kommunikation nur komplexer und teurer.

Eher sollten die tatsächlichen Kommunikationsbedürfnisse der Anwender besser verstanden werden, raten Experten wie Michael Pilger, bei T-Systems im Produkt-Management für nahtlose Kommunikationslösungen. Viele Unternehmen seien durch die Vielfalt von Lösungen nicht mehr sicher, was sie genau wollen. "Manager und Projektmitarbeiter benötigen häufiger eine komplette Anbindung an das Firmennetz als Mitarbeiter in bestimmten Funktionsgruppen, zum Beispiel in Vertrieb und Service", sagt Pilger. Denen genüge meist ein PDA mit einer speziell zugeschnittenen Applikation, um etwa mit drei Klicks Bestände im Lager zu erfassen und diese in das zentrale SAP-System zu übertragen. "Eine komplette ERP- oder CRM-Anwendung lässt sich auf dem PDA kaum sinnvoll abbilden. Es wird also auch zukünftig immer verschiedene Produkte für unterschiedliche Anwendungsszenarien geben."

Konvergenz gefragt

Wer überall und jederzeit unter seiner Bürotelefonnummer erreichbar sein möchte, benötigt einheitliche Lösungen aus Mobilfunk und Festnetz. Die Marktforscher von Strategy Analytics sehen beispielsweise großes Potenzial für Lösungen, die einen unterbrechungsfreien Wechsel zwischen den Technologien ermöglichen. Durch die Integration von Handy oder Blackberry in die Telefonanlage erreichen Anrufer den gewünschten Gesprächspartner auf dessen mobilem oder stationärem Apparat immer unter derselben Rufnummer. Die Nutzer verwenden mit dem Endgerät Anrufbeantworter oder leiten Telefonate weiter und Konferenzen ein.

Durch die Konvergenz der beiden Welten kombinieren die Anwender unabhängig von Netztechnologien und Gerätetypen außerdem verschiedene Dienste. Anstelle des Handys für die Erreichbarkeit sowie PDA und Organizer für Termine und E-Mails nehmen sie so zunehmend nur noch das Smartphone mit. Laut einer aktuellen Studie des Beratungshauses Berlecon Research rangieren Handy und Smartphone im deutschen Kommunikationsalltag von Unternehmen bereits auf Platz zwei, hinter der E-Mail und vor dem Festnetztelefon.

Vollständig integriert kommunizieren

Der Trend zu einheitlichen Lösungen geht aber noch weiter. Via Unified Communications (UC) wird die komplette Sprach-, Video- und Datenkommunikation über IP verbunden und mit Anwendungen wie Kalender und Textverarbeitung kombiniert. Damit greifen die Nutzer über eine gemeinsame Bedienoberfläche - zum Beispiel in Microsoft Outlook oder Lotus Notes - unabhängig vom Endgerät auf Sprachmitteilungen, E-Mails, SMS, Instant Messaging und Faxe zu. Beim Antworten sind sie flexibel: Mit einem Mausklick lassen sich Sprachnachrichten per E-Mail beantworten oder Faxe am Bildschirm mit Kommentaren versehen und zurücksenden. Dabei können die mobilen Mitarbeiter zusätzlich Informationen abrufen, die über den Adressaten unter anderem in CRM-Systemen existieren. Alle ein- und ausgehenden Nachrichten lassen sich zentral speichern, öffnen, bearbeiten und versenden. So lassen sich mobile Mitarbeiter und Teleworker nahtlos in alle Kommunikationsabläufe einbeziehen. Sie erfragen etwa die aktuelle Präsenz ihrer Kollegen auf Knopfdruck und sparen sich so überflüssige Telefonate oder E-Mails. Sind die Kommunikationskanäle außerdem mit dem Warenwirtschaftssystem vernetzt, sendet das System bei einer Bestellung automatisch eine Auftragsbestätigung per Fax oder Mail an den Kunden.

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