Selbständige und Gewerbetreibende müssen regelmäßig ihre Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Die Umsatzsteuervoranmeldung können Sie elektronisch an das Finanzamt senden. Windows-Nutzer melden die Umsatzsteuer mit dem finanzamtseigenen Programm Elster. Für Linux gibt es das kostenlose Programm Taxbird (www.taxbird.de), das unter anderem die Bibliothek libgeier benötigt. Auf der Projekt- Website finden Sie neben dem Quellcode auch fertige Pakete für Ubuntu und Open Suse. Auf der Taxbird-Homepage ist bereits die neue Version für Umsatzsteuervoranmeldungen 2009 erhältlich, allerdings bei Redaktionsschluss erst im Quellcode zum Selbstkompilieren. Die Installation nehmen Sie am besten über den Paketmanager Ihrer Distribution vor. Unter Ubuntu installieren Sie das Tool mit Synaptic aus dem Universe-Repository. Benutzer von Open Suse finden es im Packman-Repository – allerdings müssen Sie für Open Suse 11.1 das Packman-Repository 11.0 wählen.
Nach der erfolgreichen Installation starten Sie das Programm über den entsprechenden Menüeintrag. Taxbird begrüßt Sie dann mit einer schlichten Oberfläche. Legen Sie mit „Datei, Neu“ oder "Strg"-"N" einen neuen Geschäftsvorfall an. Im nachfolgenden Dialog entscheiden Sie, welche Steuerart Sie an das Finanzamt übertragen wollen. Auf der linken Seite stehen die Elemente, die Sie für die Übertragung benötigen. Unter „Datenlieferant“ tragen Sie Ihre persönlichen Informationen ein. Die Daten des für Sie zuständigen Finanzamts geben Sie im Bereich „Finanzamtsverbindung“ ein. Schließlich nutzen Sie die Informationen, die Sie aus Ihrer Buchhaltung gewonnen haben, um in der Schnellerfassung Ihre Umsätze einzutragen. Um sicherzustellen, dass die Kommunikation korrekt abläuft, sollten Sie unter „Datei“ das Ganze zunächst „Als Testfall senden“.
Wenn Sie Größeres vorhaben
Wenn Sie Geschäftsbeziehungen mit einigen Hundert Personen unterhalten – egal, ob Lieferanten oder Kunden –, ist für Sie ein Werkzeug für das Enterprise Resource Planning (ERP) wahrscheinlich die beste Lösung. Für Linux kommt hier das Paket
LX Office in Frage. Die Anwendung selbst ist Browser-basiert, benötigt also einen Server, auf dem sie laufen kann. Die Installation ist dank fertiger Pakete für Linux und Windows nicht sehr schwierig, sofern eine unterstützte SQL-Datenbank zur Verfügung steht. Die Suite ist sicherlich nichts für Einzelkämpfer, dafür ist das Leistungsspektrum zu groß. Kontaktpflege und Kundenbearbeitung sind ebenso enthalten wie ein Modul zur Finanzbuchhaltung (FiBu).
Das Erfassen von Vertriebschancen hilft Ihnen beispielsweise dabei, an einem Kundenkontakt dranzubleiben. Um einen neuen Kunden anzulegen, wählen Sie zunächst „CRM“ und dann „Kunden erfassen“. Im nachfolgenden Dialog tragen Sie die Stammdaten des Kontakts ein. Schneller und komfortabler geht das, wenn Sie eine Vcard des Kontakts haben. In dem Fall sparen Sie sich die Tipparbeit und klicken einfach auf die Schaltfläche „Vcard“. Im folgenden Dialog wählen Sie über „Durchsuchen“ die Vcard- Datei auf Ihrem System aus und klicken auf „Einlesen“. Je nachdem, wie viele Informationen auf der virtuellen Visitenkarte stehen, füllen Sie noch die restlichen Felder aus. Mit einem Klick auf „Sichern“ speichern Sie den Kundendatensatz.
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