Umgebungsvariablen nutzen und erweitern

Um in Dialogboxen und im Windows-Explorer bestimmte Dateien und Ordner zu erreichen, müssen Sie per Maus einen langen Weg durch die Verzeichnisstruktur zurücklegen.
Anforderung Fortgeschrittener
Zeitaufwand Mittel
Problem:
Um in Dialogboxen und im Windows-Explorer bestimmte Dateien und Ordner zu erreichen, müssen Sie per Maus einen langen Weg durch die Verzeichnisstruktur zurücklegen. Sie benötigen etwa bestimmte Ordner häufiger, und möchten deshalb den Zugriff darauf vereinfachen. Lösung: Zu diesem Zweck können Sie die Umgebungsvariablen von Windows benutzen. Darunter versteht man einen Speicherbereich mit einer Anzahl von Einträgen, von denen jeder einen bestimmten Wert hat. Sie erfahren Namen und Wert der aktuell geladenen Variablen, indem Sie auf der Kommandozeile diesen Befehl eingeben: set So enthält die Variable WINDIR als Inhalt immer das Windows-Verzeichnis des Rechners - aber erst, wenn die grafische Oberfläche gestartet ist. Sie können sie also nicht in der AUTOEXEC.BAT oder im DOS-Modus benutzen. WINDIR funktioniert unter allen aktuellen Windows-Versionen. Die Variable WINBOOTDIR enthält ebenfalls das Windows-Verzeichnis, es gibt sie aber nur unter Windows 95/98. Sie wird auch dann bereits zugewiesen, wenn die grafische Oberfläche noch nicht gestartet ist, also auch schon zum Zeitpunkt, an dem die AUTOEXEC.BAT abgearbeitet wird, oder wenn Sie den Rechner im MS-DOS-Modus starten.
Um auf den Inhalt von Umgebungsvariablen zuzugreifen, müssen Sie deren Namen in Prozentzeichen setzen. Wenn Sie auf "Start, Ausführen" klicken und "%windir%" eingeben, öffnet sich ein Explorer-Fenster mit dem Windows-Verzeichnis. Das funktioniert auf jedem Rechner, egal wie das Windows-Verzeichnis konkret heißt - C:\Windows, C:\Win95 oder etwa D:\Win 98. Im Tipp ½ "MS-DOS-Modus" auf Seite 234 haben wir die Variable WINBOOTDIR genutzt, so dass die beschriebenen Befehlszeilen auf jedem Rechner funktionieren, unabhängig vom konkreten Namen Ihres Windows-Ordners. Solche Variablen können Sie selbst anlegen. Auf der Kommandozeile setzen Sie eine Variable beispielsweise mit dem Befehl set bla = fasel Die Variable mit dem Namen BLA hat dann den Inhalt "fasel", eine zwar erlaubte, aber nicht sehr sinnvolle Zuweisung. Sie können Variablen natürlich auch zweckmäßiger nutzen: Liegen Ihre aktuellen Urlaubsbilder etwa im Verzeichnis "D:\Daten\Bilder\Fotos\Urlaub\2000 \Juni\Island", bietet sich set aktuell = D:\Daten\Bil der\Fotos\Urlaub\2000 \Juni\Island an. Wenn Sie nun in der Adresszeile des Explorers oder im "Ausführen"-Dialog "%aktuell%" eingeben, gelangen Sie schnell ins gewünschte Verzeichnis.
Auf die gleiche Weise können Sie auch andere wichtige Ordner durch Variablen erreichen: Überzeugen Sie sich aber zuvor davon, dass ein Variablenname nicht bereits belegt ist. In diesem Fall würde die alte Belegung überschrieben werden. Eine in einem Kommandozeilenfenster definierte Variable ist allerdings nicht systemweit gültig, sondern nur in diesem einen Fenster. Soll sie für alle Programme gelten, verwenden Sie unter Windows 95/98 an Stelle von "set" den Befehl "winset". Da sämtliche Variablen beim Abschalten des Rechners oder beim Neustart verloren gehen, müssen sie beim Windows-Start neu eingelesen werden. Auch die Variablen, die gleich nach dem Start bereits besetzt sind, werden erst im Lauf des Bootvorgangs angelegt. Um sich die Eingabe für häufiger verwendete, eigene Variablen zu sparen, sollten Sie den entsprechenden SET-Befehl in der AUTOEXEC.BAT unterbringen. Da Windows erst startet, wenn die AUTOEXEC.BAT abgearbeitet ist, sind so definierte Variablen sys-temweit und auf Dauer gültig. Unter Windows NT 4 definieren Sie systemweit gültige Variablen anders: Klicken Sie mit der rech- ten Maustaste auf "Arbeitsplatz", wählen Sie aus dem Kontextmenü "Eigenschaften", und klicken Sie auf die Registerkarte "Umgebung". In dem erscheinenden Dialog können Sie nach Belieben Variablen hinzufügen beziehungsweise vorhandene ändern. Unter Windows 2000 funktioniert das ähnlich: Sie müssen hier nur auf die Registerkarte "Erweitert" und dann auf den Button "Umgebungsvariablen" klicken.
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