Ultrabooks: Das sagt PC-WELT

Donnerstag den 22.09.2011 um 14:00 Uhr

von Thomas Rau

Schritt für Schritt zum perfekten Ultrabook: 2012 folgt
Ivy Bridge, 2013 tritt dann Haswell an
Vergrößern Schritt für Schritt zum perfekten Ultrabook: 2012 folgt Ivy Bridge, 2013 tritt dann Haswell an

Die Zukunft der Ultrabooks: Ivy Bridge, Haswell, Windows 8 und Thunderbolt

Die angekündigten Ultrabooks sieht Intel nur als ersten Schritt: Künftige Ultrabook-Generationen sollen noch mehr Tablet- und Smartphone-Eigenschaften übernehmen – zum Beispiel Bildschirme mit Touch-Bedienung oder die Nahfunktechnik NFC, um zwischen verschiedenen mobilen Geräten kabellos Daten abzugleichen und zu teilen.

2012 werden die Ultrabooks auf Intels nächster Prozessor-Generation Ivy Bridge aufsetzen: Ihre 22-Nanometer-Architektur ermöglicht einen geringeren Stromverbrauch, die TDP der Ivy-Bridge-Prozessoren soll bei 15 Watt liegen. Damit wäre eventuell Platz für einen zusätzlichen Grafikchip mit höherer 3D-Leistung. Außerdem werden Acer und Asus Ultrabooks mit Thunderbolt -Schnittstelle anbieten: Die Technik bietet hohe Datenraten über einen kleinen Anschluss, der verschiedene Peripheriegeräte wie Festplatte oder Monitor anbinden kann.

Auch Windows 8 wird Ultrabooks einen neuen Schub verleihen: Die für Touch-Bedienung optimierte Windows-8-Oberfläche wird auch für Ultrabooks mit einem entsprechenden Bildschirm sorgen. Mit Windows 8 soll auch die Intel-Technik Smart Connect auf den Ultrabooks Einzug halten: Sie sorgt dafür, dass der Laptop in automatisch regelmäßigen Abständen kurz aus dem Schlafmodus aufwacht, um Nachrichten aus der Cloud wie Status-Updates, Mail und News zu empfangen.

2013 bringt Intel dann die neue CPU-Architektur Haswell auf den Markt: Sie löst die aktuelle Core-Architektur ab und soll für noch längere Akkulauf- und Standbyzeiten sorgen.
Aus dick wird dünn: Intel will aus Notebooks Ultrabooks
machen
Vergrößern Aus dick wird dünn: Intel will aus Notebooks Ultrabooks machen

Das hört sich ja alles wunderbar an, aber…

Wie gut Ultrabooks wirklich sind, werden erst ausführliche Tests zeigen: Nur weil es gut aussieht, ist ein Notebook noch lange nicht hochwertig. Viele aktuelle Flach-Laptops werden unter Last beispielsweise schnell sehr warm. Oder sie haben einen Lüfter, der nervend laut hochdreht, wenn das Notebook heftig arbeiten muss.

Intel sieht diese Probleme und will, dass die Hersteller vorbeugen: Da Metallgehäuse bereits bei geringeren Temperaturen (knapp über 50 Grad) als unangenehm warm empfunden als Kunstoffgehäuse (rund 60 Grad), ist ein schneller Abtransport der Wärme entscheidend. Intel empfiehlt daher, dass Lüfter in einem 18 Millimeter hohen Notebook mindestens 6 Millimeter hoch sein sollten. Alu-Heatspreader auf dem Prozessor sollen dafür sorgen, dass sich keine lokale Hitzstellen (Hot Spots) auf der CPU bilden.

Ebenfalls ein Problem könnten Ultrabooks mit der Tastatur haben: In einem flachen Gehäuse fällt der Tastenhub mit 1,5 bis 1,8 Milliemter geringer aus als in einem Standard-Laptops mit über zwei Millimetern. Damit die Ultrabooks trotzdem hohen Tippkomfort bieten schwört Intel die Hersteller darauf ein, unbedingt eine federnde Tastatur zu verhindern und eine große Ablagefläche für die Hände zu bieten. Ebenso wie bei durchdachten Kühllösungen wird von den Herstellern also eine hohe Qualitätskontrolle gefordert – herausfordernd für eine Branche, die in den letzten Jahren vor allem darauf gepolt war, die Gerätepreise immer weiter nach unten zu drücken.

Auch bei der Rechenleistung könnten Probleme auf die Ultrabooks zukommen: Das liegen aber nicht an der Technik, sondern am Marketing. Zum Beispiel vermeiden die Ultrabook-Hersteller unbedingt den Begriff Ultra-Low-Voltage: Sie fürchten, dass die Käufer mit den sparsamen Prozessoren geringere Rechenleistung verbinden. Ende 2008 hatte Intel nämlich mit den sogenannten CULV-Prozessoren (Consumer Ultra Low Voltage) versucht, Anwender für günstige Notebooks mit langer Akkulaufzeit zu begeistern – und war grandios gescheitert: Der Leistungsunterschied zwischen den CULV-Modellen und Standard-Prozessoren war zu eklatant. Bei den Ultrabooks ist das nicht zu befürchten: Der Leistungsunterschied zwischen ULV- und Standard-CPUs ist bei Sandy Bridge kleiner geworden. Außerdem sorgt schon die SSD in den Ultrabooks für ein Tempogefühl, dass viele Standard-Notebooks selbst mit einem höher getakteten Prozessor nicht bieten.

Besonders bei deutschen Notebook-Käufern haben außerdem Grafiklösungen die im Chipsatz oder Prozessor integriert sind, einen schlechten Ruf. Sie wünschen sich im Notebook daher  immer eine zusätzliche Grafikkarte, die aber in einem Ultrabook nicht möglich ist. Auch hier hat Intel aufgeholt: Zwar reicht die HD Graphics 3000 nicht für aktuelle und effektreiche Spiele und ist den meisten Grafikchips von AMD oder Nvidia klar unterlegen – vielen Gelegenheitsspielern dürfte die Intel-Lösung aber vollkommen ausreichen.

Experten bezweifeln überdies, ob Notebooks mit kleinem Display wie die Ultrabooks überhaupt für die meisten Anwender interessant sind: Die überwiegende Anzahl der verkauften Notebooks kommt mit 15- oder 17-Zoll-Bildschirm. Man kann aber davon ausgehen, dass das 13-Zoll-Format nur ein Testballon für die Hersteller ist und sie nach und nach Ultrabook-Elemente auch in größere Notebooks übernehmen.

PC-WELT-Einschätzung: Ultrabooks – endlich sorgen Notebooks wieder für Begeisterung

Selbst viele Ultrabook-Hersteller geben hinter vorgehaltender Hand zu, nicht von den Erfolgsaussichten der neuen Kategorie überzeugt zu sein. Doch allen Vorbehalten zum Trotz: Die Ultrabooks bringen frischen Wind in den Notebook-Markt, der in den letzten Jahren einfach nur langweilig war. Und sie stellen endlich Design statt Technik in den Mittelpunkt – eine weitere Lehre, die Apple der Branche erteilt hat. Die Ultrabooks geben das Versprechen, dass auch Notebooks ohne Apfel auf dem Deckel begehrenswert sein können: Ab Oktober werden wir sehen, ob sie es auch halten können.

Donnerstag den 22.09.2011 um 14:00 Uhr

von Thomas Rau

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • qu1gon 15:50 | 23.09.2011

    Für mich noch nicht das Gelbe vom Ei.

    Ich für meinen Teil weiß nicht so recht.

    Bis 1300 Euro ist natürlich eine Hausnummer. Man bekommt auch was dafür.
    Aber für mich muss bei einem Preis von beispielsweise 1300 Euro, das Gerät
    auch Spieletauglich sein.
    Spieletauglich in einem Maß, das alle aktuellen Spiele spielbar sind.
    Zumindest in der zum Display empfohlenen Auflösung und mittleren Details. So grob sollte die Leistung dann schon ausfallen.

    Ergo würde ich ein solches Gerät nicht anschaffen. Dabei geht es mir ums Prinzip. Also ob ich spiele oder nicht, bei dem Preis erwarte ich das einfach.

    Somit kann es auch aus verständlichen Gründen sein, das ein solches Gerät noch nicht realisierbar ist. Also bezogen auf die schmale Bauweise zum Beispiel.
    Aber wie die Tendenz zeigt, was nicht ist kann noch werden.

    Schließlich wäre es doch klasse sich bei zwei Leistungsähnlichen Geräten
    dann für das schöne schmale entscheiden zu können.

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